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Eine ältere Frau und ein älterer Mann werden von einer Schwester beim Spaziergang im Park begleitet

Krisenintervention – Unterstützung in fachlichen Herausforderungen

Krisen und Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz fordern uns fachlich und persönlich heraus. Manche Krisen entstehen langsam mit verschiedenen Einflussfaktoren, andere sind akute Notsituationen, die sofortige Deeskalation erfordern. Bewährt hat sich der verstehende Ansatz.
Je weniger sich ein Mensch mit Demenz mitteilen und ausdrücken kann, umso mehr sind wir auf professionelles Wissen, Erfahrung, Intuition und manchmal auf unkonventionelle Lösungswege angewiesen. Der Erfahrungsaustausch in dem Forum für Fachkräfte kann dafür wertvolle Anregungen geben. Die fachliche Verantwortung trägt selbstverständlich der Handelnde selbst.

Krisen sind akute Veränderungen, die eine Neubewertung der Situation erfordern. Zentrales Ziel ihres Handelns ist die De-Eskalation, denn sobald Sie auf die gleiche Ebene einsteigen, ist ein „Zweikampf“ kaum mehr zu vermeiden. In der Regel gelingt es, den Menschen durch Verständnis oder Ablenkung zu beruhigen, ganz ohne Medikamente.

Bei der Planung einer Intervention sollten Sie sich zuerst folgende Fragen beantworten:

  • Wie ist die Ausgangslage und Symptomatik, gibt es Informationen zum Krankheitsbild?
  • Sind Auslöser oder Ursachen erkennbar? Welche Erklärungen, Hypothesen oder Befunde haben Sie?
  • Was haben Sie schon versucht? Welche Schlussfolgerungen haben Sie aus den Ergebnissen gezogen?
  • Was möchten Sie erreichen, woran erkennen Sie den Erfolg?
  • Welche Maßnahmen ergeben sich aus dieser fachlichen Einschätzung?

Diese Punkte laden zur Diskussion und zum Austausch der Erfahrungen ein.

Tipp

Im Deeskalationstraining und in Fallbesprechungen sind zwei Perspektiven wichtig: Das Verständnis für den Menschen in der akuten Krise und das Verständnis für meine Reaktion in einer potenziell gefährlichen Lage.

Exkurs

Mit folgenden Gedanken möchten wir diese Fragen für kritische Situationen präzisieren.

Das Verständnis für den Menschen in der akuten Krise und das Verständnis für meine Reaktion in einer potenziell gefährlichen Lage.

Sie können sich dazu das Arbeitspapier „Durchlauferhitzer“ und ein Beispiel “Diebstahlvorwurf“ als PDF herunter laden.

Wenn Sie zunächst Ihre Wahrnehmung, Ihre Gefühle und Ihre Bewertung reflektieren, bekommen Sie den inneren Abstand und eine validierende Haltung.

  1. Was genau haben Sie wahrgenommen? Beschreiben Sie nur die Situation.
  2. Wie erklären Sie sich die Situation, welche fachliche Bewertung haben Sie? Welche Erklärungen bekommen Sie über das Krankheitsbild und die Biografie?
  3. Welche Gefühle haben Sie? Ihr Handeln wird davon bestimmt, ob Sie z. B. unsicher, ängstlich, gestresst, neugierig, gelassen oder gut gelaunt sind.

In akuten Situationen gibt es naturgemäß wenig Zeit zum Nachdenken. Bitte nehmen Sie sich Zeit zur Besinnung, atmen Sie einmal tief durch, - so kann sich Ihre innere Ruhe auf den Menschen in einer chaotischen Lage übertragen und Sie bekommen Zugang zu Ihrer fachlichen Sicherheit. Genau dafür sind Training, Vorbereitung und Reflexion Ihrer Erfahrungen durch die folgenden Fragen von Nutzen.

Da Sie das Verhalten einer anderen Person beeinflussen möchten, ist es hilfreich, sich in diese hineinzuversetzen und mit Verständnis und Empathie deren Perspektive einzunehmen:

  1. Was nimmt dieser Mensch wahr? Bitte beachten Sie, dass von außen häufig nicht erkennbar ist, mit welchen Zuständen (Schmerz, Unruhe, Herzrasen) die Person mit Demenz gerade kämpft. Das Nicht-Erkennen dieser internen Zustände kann die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen beeinflussen.
  2. Wie erklärt sich der Mensch mit Demenz seine Lage? Infolge der Vergesslichkeit, aber auch bei einem Delir

    Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
    Delir
    kommen Erklärungsmuster häufig aus der subjektiven Welt der Vergangenheit. Können Sie nachvollziehen, welchen Einfluss Krankheitssymptome, die Biografie oder „Antriebe“ (Pflichtgefühl oder das Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz) auf das Verhalten haben?
  3. Welche Gefühle lassen sich erahnen? (Anregungen zur Validation

    Methode des Umgangs mit demenzkranken Menschen. Pflegende gehen bei der Validation besonders einfühlsam und bejahend auf das Verhalten und die Äußerungen Demenzkranker ein und verbessern so den Zugang zu ihnen.
    Validation
    oder Gesprächsführung).

In akuten Situationen gibt es naturgemäß wenig Zeit zum Nachdenken. Bitte nehmen Sie sich Zeit zur Besinnung, atmen Sie einmal tief durch, - so kann sich Ihre innere Ruhe auf den Menschen in einer chaotischen Lage übertragen und Sie bekommen Zugang zu Ihrer fachlichen Sicherheit. Genau dafür sind Training, Vorbereitung und Reflexion Ihrer Erfahrungen durch die Fragen von Nutzen.

Sie lernen, sich in den Menschen hineinzuversetzen und Sie bekommen eine Vorstellung, was der Mensch in dieser Situation wahrnehmen müsste, damit er/sie sich verstanden, sicher, geborgen oder wertgeschätzt fühlt. So können Sie eine Beziehung gestalten, in der Ihr Gegenüber denkt: „Da ist eine Person, die es gut mit mir meint… der ich vertrauen kann!“

Jetzt müssen Sie „nur“ das tun, was die gewünschte Wahrnehmung auslöst.
Wenn Ihre Intervention keinen Erfolg hat, dann hat Ihr Gegenüber vermutlich etwas anderes wahrgenommen, denn die „Wahrgebung“ Ihrer Botschaften liegt ganz beim Empfänger, - auch bei einem Menschen mit Demenz.

Sie lernen, sich in den Menschen hineinzuversetzen und Sie bekommen eine Vorstellung, was der Mensch in dieser Situation wahrnehmen müsste, damit er/sie sich verstanden, sicher, geborgen oder wertgeschätzt fühlt. So können Sie eine Beziehung gestalten, in der Ihr Gegenüber denkt: „Da ist eine Person, die es gut mit mir meint… der ich vertrauen kann!“
Jetzt müssen Sie „nur“ das tun, was die gewünschte Wahrnehmung auslöst.
Wenn Ihre Intervention keinen Erfolg hat, dann hat Ihr Gegenüber vermutlich etwas anderes wahrgenommen, denn die „Wahrgebung“ Ihrer Botschaften liegt ganz beim Empfänger, - auch bei einem Menschen mit Demenz.

Da Sie das Verhalten einer anderen Person beeinflussen möchten, ist es hilfreich, mit Verständnis und Empathie deren Perspektive einzunehmen:

  1. Was nimmt diese Person wahr? Bitte beachten Sie, dass von Außen häufig nicht erkennbar ist, mit welchen Zuständen (Schmerz, Unruhe, Herzrasen) die Person mit Demenz gerade kämpft. Das Nicht-Erkennen dieser internen Zustände kann die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen beeinflussen.
  2. Welche Erklärung hat der Mensch mit Demenz für seine Lage? Infolge der Vergesslichkeit, aber auch bei einem Delir

    Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
    Delir
    kommen Erklärungsmuster häufig aus der subjektiven Welt der Vergangenheit. Können Sie nachvollziehen, welchen Einfluss Krankheitssymptome, die Biografie oder „Antriebe“ (Pflichtgefühl oder das Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz) auf das Verhalten haben?
  3. Welche Gefühle lassen sich erkennen? (Anregungen zur Validation

    Methode des Umgangs mit demenzkranken Menschen. Pflegende gehen bei der Validation besonders einfühlsam und bejahend auf das Verhalten und die Äußerungen Demenzkranker ein und verbessern so den Zugang zu ihnen.
    Validation
    oder Gesprächsführung).


Zur Veranschaulichung der unterschiedlichen Wahrnehmungen, Bewertungen und Gefühle dient das folgende Beispiel „Diebstahlvorwurf“.
Für den eignen Arbeitsalltag können Sie sich hier das Arbeitspapier „Durchlauferhitzer“ herunterladen.

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