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Eine ältere Frau und ein älterer Mann werden von einer Schwester beim Spaziergang im Park begleitet

Umgang mit Tätlichkeiten, aggressives oder herausforderndes Verhalten

Schlagen, kratzen, beißen, kneifen, spucken, schreien, beschimpfen – diese Verhaltensweisen Demenzerkrankter stellen echte Herausforderungen an die Professionalität der Mitarbeitenden und für Angehörige dar!

Bei Menschen mit Demenz und bei Patienten im Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
weisen sie zumeist auf eine existenzielle Situation hin, auf eine extreme Überforderung oder Angst.

Zentrales Ziel ist die De-Eskalation, denn sobald Sie auf die gleiche Ebene einsteigen, ist ein „Zweikampf“ kaum mehr zu vermeiden. In der Regel gelingt es, den Menschen durch Verständnis oder Ablenkung zu beruhigen, ganz ohne Medikamente.

Zunächst: Halten Sie Abstand, schützen Sie sich, vermeiden Sie eine Verletzung!

Häufig sind die Menschen mit offenen Fragen erreichbar: „Was ist passiert?“ Oder: „Was hat Sie so aufgeregt?“ Manchmal finden Sie so den Zugang zum Menschen. Hilfreich ist es auch, sich seitlich und nicht direkt gegenüber zu stellen. Im Gespräch tauchen Sie kurz in die subjektive Welt des Kranken ein und bekommen einen Eindruck von einer inneren Not, die häufig ähnliche Wurzeln hat wie die kindliche Verzweiflung. Vielleicht erfahren Sie so den Grund oder Auslöser: Schmerzen, Angst, extreme Unruhe, Nichtverstehen der Situation, bedrohliche Halluzinationen oder überwältigende Erinnerungen.

Manchmal sind es auch Fehler im Umgang: Der Mensch mit Demenz fühlt sich völlig missverstanden, angegriffen, reglementiert, ausgegrenzt oder wie ein kleines Kind behandelt und die frühere Frustrationstoleranz ist demenzbedingt verloren gegangen. Diskussionen und Hinweise auf die Realität helfen selten. Erfolgreicher ist die „Validation“: Sie achten auf die Gefühle, sprechen diese an, erkennen Bedürfnisse und „Antriebe“ wie den Selbstschutz dieses Menschen. Häufig funktioniert das Prinzip „Ablenkung“, denn bei fortgeschrittener Demenz wird die Realität immer wieder neu konstruiert: Sobald die Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet wird, kann sich die Situation entspannen.

Der Wortsinn „Auf-merk-samkeit“ ist dabei auch für den Helfer hilfreich, denn was solle er oder sie „merken“?

Wenn die Wahrnehmung des demenzkranken oder deliranten Menschen von Schmerzen, von Austrocknung, von organisch bedingter innerer Unruhe oder von Vergiftungssymptomen oder einfach nur durch Harndrang bestimmt ist, wirkt Ablenkung oder Validation

Methode des Umgangs mit demenzkranken Menschen. Pflegende gehen bei der Validation besonders einfühlsam und bejahend auf das Verhalten und die Äußerungen Demenzkranker ein und verbessern so den Zugang zu ihnen.
Validation
nur kurzfristig. Dann ist pflegerische und medizinische Behandlung gefragt.

Nicht alle Konflikte lassen sich so lösen, manchmal geraten Helfer und Patient in einen echten Teufelskreis, der durch unterschiedliche Faktoren angetrieben wird. Der „Profi“ kann dann leichter den notwendigen Abstand schaffen und für sich, mit Freunden oder mit Kollegen klären, welche Faktoren eine Rolle spielen. Bewährt hat es sich, folgende Fragen zu stellen:

  1. Gibt es Hinweise auf den Auslöser der problematischen Situation, wie hat es angefangen? (Manchmal lassen sich Auslöser vermeiden).
  2. Was hat mich dabei unter Stress gesetzt oder meinen Stress verstärkt? (Stress überträgt sich und verschärft eine Eskalation).
  3. Gibt es etwas bei dem Menschen mit Demenz, was mich besonders aufregt oder anspricht? (Konflikte werden dann besonders angefeuert, wenn er mich an eine unangenehme andere Person erinnert oder etwas macht, das ich persönlich nicht mag).
  4. Lässt sich das Verhalten des Menschen mit Umgebungsreizen erklären? (Bedrohliche Geräusche, fremde Umgebung, Überforderung, Konflikte, Unverständnis usw. können ein problematisches Verhalten auslösen oder verstärken).
  5. Lässt sich das Verhalten des Menschen mit Demenz mit seiner Krankheit erklären, wie verändert oder filtert die Demenz oder das Delir

    Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
    Delir
    die aktuelle Wahrnehmung? (Bei der Demenz ist es oft das Vergessen: Der/die Erkrankte erklärt sich die Situation mit „Erinnerungs-Ankern“ aus der Lebensgeschichte, fühlt sich nicht krank oder hat Schmerzen, die nicht als Schmerzen verarbeitet werden oder verwechselt Sie mit einem bedrohlichen Menschen aus der Vergangenheit usw.).

Ein Tipp: Wenn Sie die Fragen beantwortet haben, erklären Sie bitte die Problematik, indem Sie mit Frage 5 beginnen. Sie können dazu auch ein bewährtes Arbeitspapier (PDF, 124 KB) verwenden.

Herausforderndes Verhalten ist immer eine Herausforderung an die Professionalität der Mitarbeitenden, vielleicht nutzen Sie den Erfahrungsaustausch in unserem Fachkräfteforum!

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