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Bei einem Menschen wird eine Kernspintomographie durchgeführt. Eine Ärztin und ein Arzt sitzen am Schreibtisch und überprüfen die Aufnahmen des Gehirns

Medikamentöse Behandlung von Alzheimer

Mit Medikamenten lassen sich insbesondere im frühen und mittleren Alzheimer-Stadium die Symptome lindern und der Krankheitsverlauf hinauszögern. Häufig verschreiben Ärztinnen und Ärzte Mittel gegen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie gegen Depressionen. Betroffene, die sich rechtzeitig behandeln lassen, gewinnen dadurch Zeit und mehr Lebensqualität.

Im Verlauf einer Alzheimer-Demenz lässt das Erinnerungs- und Denkvermögen immer mehr nach. Auch sich in bekannter Umgebung zu orientieren, fällt zunehmend schwer. Schuld daran ist das schleichende Absterben der Nervenzellen. Es lässt sich zwar nicht aufhalten, aber die damit einhergehenden Beschwerden lassen sich mildern. Auch Depressionen und Verhaltensstörungen lassen sich medikamentös behandeln. Wichtig ist, dass der behandelnde Arzt oder die Ärztin über andere Erkrankungen und Medikamente Bescheid weiß, bevor er ein Medikament verschreibt. Das vermeidet gefährliche Neben- und Wechselwirkungen.

Ein Gehirn wird von Puzzleteilen, von einem Apfel und einem Ball, Medikamenten/Pillen, Malutensilien, Musikinstrumenten, Bäumen, Fotos mit Album sowie einer Gruppe von Menschen umgeben.
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Länger eigenständig durch Antidementiva

Damit wir uns gut orientieren und konzentrieren können, benötigen wir Acetylcholin

Ein Botenstoff, der den Nervenzellen hilft, miteinander zu kommunizieren.
Acetylcholin
. Dieser Botenstoff ist für die Signalübertragung im Gehirn mitzuständig. Bei Alzheimer-Patientinnen und Patienten wird Acetylcholin

Ein Botenstoff, der den Nervenzellen hilft, miteinander zu kommunizieren.
Acetylcholin
nicht mehr in ausreichender Menge produziert. Dieser Mangel lässt sich im frühen bis mittleren Stadium der Krankheit einige Zeit ausgleichen. Acetylcholinesterasehemmer

Gruppe von Wirkstoffen, die bei Alzheimer im frühen und mittleren Stadium helfen können. Sie verhindern, dass im Gehirn Acetylcholin abgebaut wird. Dieser Botenstoff hilft den Nervenzellen, miteinander zu kommunizieren.
Acetylcholinesterasehemmer
wie Donepezil

Medikament aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer, das die Symptome der Demenz einige Zeit lindern kann. Damit gehört es zur Gruppe der Antidementiva.
Donepezil
, Galantamin

Medikament aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer, das die Demenzsymptome einige Zeit lindern kann. Damit gehört es zur Gruppe der Antidementiva.
Galantamin
oder Rivastigmin

Medikament aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer, das die Demenzsymptome einige Zeit lindern kann. Damit gehört es zur Gruppe der Antidementiva.
Rivastigmin
hemmen das Enzym Acetylcholinesterase, das für den Abbau von Acetylcholin

Ein Botenstoff, der den Nervenzellen hilft, miteinander zu kommunizieren.
Acetylcholin
verantwortlich ist. Kranke mit Alzheimer, Lewy-Körperchen-Demenz oder einer Mischform der Demenz können dadurch alltägliche Dinge länger allein meistern. Auch Fähigkeiten wie Denken, Lernen, Erinnern und Wahrnehmen bleiben länger erhalten. Allerdings können Nebenwirkungen wie Erbrechen, Übelkeit und Durchfall auftreten.

Ist die Krankheit bereits weiter fortgeschritten, ist eine Behandlung mit Memantin

Medikament aus der Gruppe der Antidementiva, das bei Alzheimer-Patienten im mittleren und späten Stadium die Fähigkeit verbessern kann, sich im Alltag zurechtzufinden.
Memantin
sinnvoll. Es beeinflusst den Glutamatspiegel im Gehirn. Glutamat ist der wichtigste Botenstoff im Gehirn und unverzichtbar für Lernen und Gedächtnis. Ist der Glutamatspiegel aber zu hoch, werden Nervenzellen geschädigt und sterben teilweise ab. Der Wirkstoff Memantin

Medikament aus der Gruppe der Antidementiva, das bei Alzheimer-Patienten im mittleren und späten Stadium die Fähigkeit verbessern kann, sich im Alltag zurechtzufinden.
Memantin
verhindert diese Schädigung und hilft so, Lernfähigkeit und Gedächtnisleistungen länger aufrechtzuerhalten. Auch Memantin

Medikament aus der Gruppe der Antidementiva, das bei Alzheimer-Patienten im mittleren und späten Stadium die Fähigkeit verbessern kann, sich im Alltag zurechtzufinden.
Memantin
kann Nebenwirkungen haben. Die häufigsten sind u. a. Unruhe, Schlafstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen.

Weitere Medikamente zur Behandlung einer Demenz wie Ginkgo biloba wirken meist schwächer. Vitamin- oder Östrogenpräparate für Frauen empfehlen Medizinerinnen und Mediziner nicht.

Hinweis

Medikamente wirken nur richtig, wenn sie regelmäßig und nach Vorschrift eingenommen werden. Dies fällt Demenzkranken zunehmend schwer. Sie brauchen Menschen, die sie zunächst nur daran erinnern und ihnen später auch bei der Einnahme helfen.

Behandlung mit Antidepressiva und Neuroleptika

Wenn die Diagnose Alzheimer feststeht, stellt sich bei vielen Betroffenen eine reaktive Depression

Erkrankung, die mit psychischer Niedergeschlagenheit und dem Verlust, Gefühle zu empfinden, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen einhergeht. Einfache Aufmunterungen können im Einzelfall schaden.
Depression
ein. Aber auch der Verlust der Nervenzellen selbst kann Ursache für depressive Stimmungen sein. Weil es ihrem Gehirn an den Botenstoffen Serotonin

Ein Hormon, das unter anderem für die Signalübertragung im Zentralnervensystem verantwortlich ist.
Serotonin
und Noradrenalin

Ein Hormon, das unter anderem für die Signalübertragung im Zentralnervensystem verantwortlich ist.
Noradrenalin
mangelt, fühlen sich die Erkrankten oft mut- und antriebslos. Antidepressiva

Medikamente, die bestimmte Botenstoffe im Gehirn beeinflussen. Sie können die Stimmung und den Antrieb von Patienten verbessern.
Antidepressiva
wirken dem entgegen. Welches Medikament infrage kommt, muss der Arzt oder die Ärztin entscheiden.

Manche Demenzkranke legen auch ein aggressives Verhalten an den Tag, leiden unter Sinnestäuschungen oder Verfolgungswahn. Neuroleptika

Medikamente, die Unruhe und Wahnsymptome lindern können. Wegen zahlreicher Nebenwirkungen sollen sie nur sehr gezielt und zeitbegrenzt eingesetzt werden.
Neuroleptika
unterdrücken diese Symptome, indem sie das verantwortliche Dopamin hemmen, einen weiteren Botenstoff im Gehirn. Häufig verordnete Neuroleptika

Medikamente, die Unruhe und Wahnsymptome lindern können. Wegen zahlreicher Nebenwirkungen sollen sie nur sehr gezielt und zeitbegrenzt eingesetzt werden.
Neuroleptika
sind Risperidon

Medikament aus der Gruppe der Neuroleptika, das vor allem bei Schizophrenie verschrieben wird. Hemmt allerdings auch aggressives Verhalten und ist für die Therapie von Alzheimer-Patienten zugelassen. Es soll nur sehr gezielt und zeitbegrenzt eingesetzt we
Risperidon
, Melperon

Medikament aus der Gruppe der Neuroleptika, das beruhigt, Ängste löst und Schlafstörungen lindert.
Melperon
und Pipamperon

Medikament aus der Gruppe der Neuroleptika, das beruhigt, Schlafstörungen lindert, Aggressionen hemmt und Stimmungsschwankungen reguliert. Pipamperon gilt als besser verträglich als andere Neuroleptika.
Pipamperon
. Allerdings sind Neuroleptika

Medikamente, die Unruhe und Wahnsymptome lindern können. Wegen zahlreicher Nebenwirkungen sollen sie nur sehr gezielt und zeitbegrenzt eingesetzt werden.
Neuroleptika
bei Demenzkranken besonders risikoreich. Deshalb sollten sie nur zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Das Wichtigste in Kürze:

Weitere Informationen

Wenn Sie unseren Expertinnen und Experten eine Frage zum Thema stellen wollen, können Sie dies in unserem Ratgeberforum Prävention, Diagnose,Therapie tun.

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