Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ein Paar wird von einem Sachbearbeiter beraten. Die beiden Herren sitzen sich gegenüber, die Frau sieht man von hinten

Rechtliches regeln

Sich auf den Verlauf einer Demenzerkrankung einzustellen heißt auch, rechtlich für die Zukunft vorzusorgen. Wer soll mich vertreten, wenn ich nicht mehr sagen kann, was ich will? Was ist mir wichtig bei Unterbringung und Pflege? Antworten auf solche Fragen sollten Betroffene am besten in Form einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung festhalten.

Je früher Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz sich in ausführlichen Gesprächen mit den nächsten Angehörigen, Freunden oder anderen Helfern über ihre Zukunft beraten, umso besser. Denn wer rechtlich vorsorgen möchte, muss in der Regel noch geschäftsfähig sein, also Entscheidungen treffen und deren Konsequenzen beurteilen können. Außerdem brauchen wichtige Weichenstellungen ihre Zeit.

Eine Möglichkeit, die Zukunft nach den eigenen Wünschen zu gestalten, ist die Vorsorgevollmacht. Damit räumen Sie einer oder mehreren Personen das Recht ein, in Ihrem Namen zu entscheiden und zu handeln, wenn Sie dazu nicht mehr in der Lage sind.

Eine Vorsorgevollmacht sollte beispielsweise Antworten auf folgende Fragen enthalten:

  • Gibt es eine Person, der ich hundertprozentig vertraue?
  • Soll sie mich in allen Angelegenheiten vertreten – oder beschränke ich die Vollmacht auf finanzielle Angelegenheiten, Fragen der medizinischen Behandlung oder die Art der Unterbringung?
  • Wie stelle ich mir meine medizinische Vorsorge vor? Wer darf in Heilbehandlungen einwilligen?
  • Soll die finanzielle Bevollmächtigung umfassend sein oder eingeschränkt werden? Welche Bankgeschäfte sollen Bevollmächtigte nicht wahrnehmen?

Der richtige Zeitpunkt

Nur wer geschäftsfähig

Geschäftsfähig ist, wer seinen Willen erklären und verstehen kann und wer die Folgen seiner Rechtsgeschäfte durchblicken kann.
geschäftsfähig
ist, kann eine Vorsorgevollmacht ausstellen. Die Betreuungsverfügung gilt dagegen nicht als Rechtsgeschäft, sondern als Willensbekundung. Sie kann sogar dann noch von Demenzkranken aufgesetzt oder geändert werden, wenn diese rechtlich nicht mehr einwilligungsfähig sind.

Für den Fall einer rechtlichen Betreuung vorsorgen

Wer niemanden hat, dem er oder sie vollstes Vertrauen schenkt, kann auf eine Betreuungsverfügung ausweichen. Darin können Sie für das Betreuungsgericht festhalten, wen Sie sich als rechtlichen Betreuer vorstellen oder auch, wer Sie auf keinen Fall vertreten soll. Ähnlich wie in der Vorsorgevollmacht können Sie auch weitere Wünsche formulieren – zum Beispiel in welchem Pflegeheim Sie untergebracht werden möchten oder ob Sie eher eine Wohngemeinschaft bevorzugen.

Das Betreuungsgericht bestimmt übrigens nur dann einen gesetzlichen Vertreter, wenn ein aktueller, schwerwiegender Hilfebedarf besteht, alle anderen Hilfsangebote ausgeschöpft sind und Sie vorher niemanden damit betraut haben, für Sie im konkreten Fall zu handeln.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit der Vorsorgevollmacht ermächtigen Demenzkranke Personen ihres Vertrauens, sie rechtlich zu vertreten.
  • Betreuungsverfügungen geben Auskunft, wen sich Betroffene als rechtliche Vertreter wünschen oder wen sie ablehnen.
  • Das Betreuungsgericht wird bei der Wahl immer auch die genannten Wünsche berücksichtigen.
Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker