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Ein Mann unterhält sich mit einer älteren Frau in der Küche, es ist eine weitere ältere Frau zu sehen

Patientenverfügung

Bei Menschen mit einer schweren Demenz ist die Entscheidung für gefährliche Behandlungen oder lebenserhaltende Maßnahmen besonders schwierig. Denn sie können ihre Wünsche nicht mehr mitteilen. Mit einer Patientenverfügung können sie vorsorgen – allerdings nur, solange sie noch einwilligungsfähig sind, also Art, Bedeutung und Tragweite der ärztlichen Maßnahme erfassen können.

Die meisten Menschen haben vage Vorstellungen davon, wie sie im Fall einer schweren, zum Tode führenden Erkrankung oder nach einem schweren Unfall medizinisch versorgt werden wollen oder welche Maßnahmen sie ablehnen. In einer Patientenverfügung können sie diese Vorstellungen konkretisieren und schriftlich festhalten. Ganz wichtig: Damit sie gültig ist, müssen sich die Behandlungswünsche auf die konkrete Behandlungssituation beziehen.

Wer eine Patientenverfügung verfasst, sollte sich folgende Fragen stellen und beantworten:

  • Bin ich gegebenenfalls mit künstlicher Ernährung einverstanden?
  • In welchen Situationen ist für mich künstliche Beatmung vorstellbar?
  • Möchte ich bewusstseinsdämpfende Mittel bekommen, um Schmerzen und Symptome zu behandeln?
  • In welcher Situation lehne ich Wiederbelebungsmaßnahmen ab?
  • Welche Form(en) der Sterbebegleitung wünsche ich mir?

Bei bereits bestehender Demenz sollte die Verfügung gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt konkretisiert werden. Eine ärztliche Beratung hilft auch dabei, zu verstehen, welche Folgen bestimmte Entscheidungen haben können. Denn eine Patientenverfügung gilt ohne sogenannte Reichweitenbegrenzung, also nicht nur in der letzten Lebensphase.

Tipps zur Patientenverfügung

Vermeiden Sie voreilige generelle Festlegungen.
Ein ärztliches Beratungsgespräch hilft, die Formulierungen auf die individuelle Situation zuzuschneiden. Lehnen Sie dabei nicht nur bestimmte medizinische Behandlungen ab, sondern machen Sie auch deutlich, was Sie stattdessen fordern.

Auf den neuesten Stand bringen

Einer einmal verfassten Patientenverfügung dürfen Ärzte, Betreuer und Bevollmächtigte allerdings nicht blind vertrauen. Maßgeblich für die konkrete Behandlung ist, dass der einmal geäußerte Wille auch dem mutmaßlichen aktuellen Patientenwillen entspricht. Das ist für die bevollmächtigten Personen oder Betreuer nicht immer leicht zu entscheiden. Solange es ihre Krankheit erlaubt, sollten Demenzkranke ihre Patientenverfügung daher in regelmäßigen Abständen erneuern. Dabei sollten sie darauf achten, neueste Behandlungsmethoden ausdrücklich ein- oder auszuschließen.

Einwilligungsfähigkeit nötig

Jeder, der sich noch über die Konsequenzen seiner Entscheidung bewusst ist, kann seinen Patientenwillen niederlegen. Geschäftsfähigkeit ist dafür kein Muss. In Zweifelsfällen sollten Demenzkranke ihrer Patientenverfügung ein entsprechendes ärztliches Attest beifügen, in dem bestätigt ist, dass Einwilligungsfähigkeit noch gegeben ist. Damit das Dokument wirksam ist, muss es außerdem schriftlich verfasst und in der Regel eigenhändig unterschrieben sein.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Patientenverfügung richtet sich direkt an die behandelnden Ärzte.
  • Das Dokument informiert diese im Ernstfall über den Willen der Patienten.
  • Trifft die Patientenverfügung nicht mehr auf die aktuelle Lebens- oder Behandlungssituation zu, müssen Bevollmächtigte, rechtliche Betreuer und Ärzte versuchen, den mutmaßlichen Willen der Betroffenen festzustellen, und auf dieser Grundlage entscheiden.
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