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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Ergotherapie
22.01.2019 | 20:33
Verzweiflung

Wir sind langsam am verzweifeln, denn wir versuchen seit Sept. 18 Hilfe zu bekommen. Meine Mutter ist an Demenz erkrankt. Ihr Hausarzt hat in 2018 eine Verordnung über 10 Ergotherapie ausgestellt. Durch diese Therapie wurde der Leidensdruck gelindert. Eine Folgeverordnung erhalten wir nicht mehr, da der Arzt nur begründet für Schlaganfallpatienten diese Therapie ausstellen kann, ohne nachher aus seinem Budget die Kosten an die Krankenkasse zurück zahlen muss. In ihrem Bericht steht, dass
Betroffene deshalb auch begleitende nicht medikamentöse Therapien benötigen . Psychologinnen und Psychologen sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten helfen insbesondere Demenzkranken im Frühstadium, mit ihrer Situation besser umzugehen. Krankengymnastik und Ergo- und Musiktherapie unterstützen Betroffene dabei, ihre Fähigkeiten und damit ihre Lebensqualität und Eigenständigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Das reduziert auch gesundheitsschädlichen Stress. Nun meine Frage: Was können wir noch tun, um an eine weitere Verordnung bzw. Verordnungen für Krankengymnastik, Musiktherapie zu kommen.

23.01.2019 | 21:23
marclaesser

Sehr geehrte Fragenstellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

ich kann Ihre berechtigte Unzufriedenheit sehr gut nachvollziehen. In der Tat wird Ihrer Mutter damit eine sinnvolle therapeutische Maßnahme vorenthalten. In den aktuellen S3-Leitlinien "Demenzen" ist die Ergotherapie als "soll"-Maßnahme ausgewiesen. Dennoch ist es auch so, dass jede Erst- und Folgeverordnung ganz im Ermessen des Arztes liegt und er in seinem Verordnungsverhalten auch einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterworfen ist.

Natürlich steht Ihnen immer der Wechsel des Arztes, die Konsultation eines Facharztes oder die direkte Kontaktaufnahme mit der Krankenkasse offen. In einem ersten Schritt würde ich aber die ihre Mutter bisher behandelnde ergotherapeutische Praxis um Rat fragen. Ich nehme an, dass diese häufiger mit solchen Fällen konfrontiert ist und vielleicht einen bewährten Umgang damit gefunden haben. Zudem könnte auch die längerfristige Anbindung Ihrer Mutter an eine spezialisierte Einrichtung/Gedächtnisambulanz in Erwägung gezogen werden. Regelmässige Verlaufskontrollen und die dortigen Beratungsmöglichkeiten könnten Sie sicherlich etwas in Ihrer Betreuungsrolle und den damit verbundenen Entscheidungsnotwendigkeiten entlasten.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Mutter vorerst alles Gute,

mit freundlichen Grüßen,

Marc M. Lässer

05.03.2019 | 13:39
Utela

Ich arbeite als MFA in einer internistischen Praxis in Hessen.
Es gibt bei uns die Möglichkeit von Verordnungen über Langzeittherapie bzgl KG und Ergotherapie bei Demenz. Diese sind für den Arzt kostenneutral und fallen nicht in sein Budget.
Das ist wohl für Hessen und auch Rheinland-Pfalz. Wie das in den anderen Bundesländern aussieht, kann ich nicht sagen. Aber die KV oder Krankenkasse müssten es wissen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.2019 um 13:52.]



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