Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Passwort anfordern

Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Tagespflege
24.04.2019 | 08:47
Hartmut

Ich würde sehr gerne meine Mutter in die Tagespflege geben. Einen Platz hätte ich fest. Diese Einrichtung ist ganz neu und auf Demenzkranke Personen abgestimmt. 2 x die Woche Ganztags und 3 x die Woche von 13 Uhr bis 16 Uhr. Die 3 x die Woche ist gratis und wird von Ehrenamtlichen Helfern getätigt. Eben nur eine Spende.
Das ist alles schon fest und in trockenen Tüchern.
Jetzt allerdings kommt der Betreuer der meine Mutter in den 2 Jahren wo er betreut noch nie zu Gesicht bekommen hat und gibt mir zu verstehen das er nur die Einrichtung aussuchen darf wo sie hingeht und außerdem müsse ich monatlich 812 Euro von meiner Rente dazuzahlen. Ich bin die Pflegeperson und die Pflegekasse hat davon nichts erwähnt. Kann es sein das der Betreuer mich abzocken will.

24.04.2019 | 12:52
birgitspengemann

Guten Tag Hartmut,

Sie schildern ein gar nicht so seltenes Problem, dass auftreten kann, wenn ein rechtlicher Vertreter für eine demenzkranke Person bestellt wird und sich Angehörige noch selbst um die betroffene Person kümmern, sei es pflegerisch oder durch regelmäßige Besuche.

Der Betreuer soll in erster Linie die Interessen der zu betreuenden Person vertreten und den Bedürfnissen und Wünschen Derjenigen Rechnung tragen. Wenn der Betreuer für alle Geschäftsbereiche eingesetzt wurde, ist er auch für den Abschluss von (Pflege-)Verträgen zuständig sowie für die Klärung der Finanzierung, in Ihrem Fall der Tagespflegekosten.

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn der eingesetzte Betreuer gut mit den Angehörigen kommuniziert und zusammenarbeitet. Ich kenne etliche Fälle, in denen die Angehörigen sich regelmäßig mit der/dem Betreuer/in absprechen und die Angehörigen dann auch organisatorische Aufgaben übernehmen können. Letztlich entscheidet die/der Betreuer/in, wieweit die Angehörigen mit eingebunden werden.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass die gesetzliche Vertretung nicht im Sinne Ihrer Mutter handelt, können Sie sich an das Amtsgericht wenden und Beschwerde einlegen. Bevor Sie diesen Schritt gehen, würde ich Ihnen empfehlen, sich bei einem Betreuungsverein beraten zu lassen. Dort können Sie sich auch dazu beraten lassen, ob Sie eventuell die gesetzliche Vertretung selber übernehmen können und mit welchen Verpflichtungen dies verbunden ist.

Bezüglich einer eventuellen Zuzahlung zur Tagespflege, können Sie sich in der Einrichtung direkt informieren. Wie hoch sind die monatlichen Kosten und wie hoch ist der Zuschuss der Pflegekasse? Kann Hilfe zur Pflege beim Sozialamt beantragt werden, wenn die Leistungen der Pflegekasse nicht ausreichen? Außerdem wäre zu prüfen, ob Budget aus den Entlastungsleistungen (125,-Euro monatlich) für den Eigenanteil, der von jedem Besucher einer Tagespflegeeinrichtung zu leisten ist, zur Verfügung steht.

Ob und in welcher Höhe Sie sich an den Kosten für eine Zuzahlung zur Tagespflege im Rahmen der Unterhaltspflicht (Elternunterhalt) beteiligen müssten, prüft und entscheidet das Sozialamt, wenn dort Sozialleistungen für Ihre Mutter beantragt werden. Dies liegt nicht im Aufgaben- und Kompetenzbereich des rechtlichen Vertreters Ihrer Mutter. Reichen Einkommen und Vermögen Ihrer Mutter für die Eigenanteilszahlungen aus, besteht auch keine Unterhaltspflicht Ihrerseits.

Mit freundlichem Gruß
Birgit Spengemann



Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker