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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Brauche einen Rat
12.07.2019 | 09:34
Andydreas

Hallo,
ich bräuchte mal wieder einen Rat. In letzter Zeit kommt es bei uns immer wieder zu Konflikten. Sie treten immer abends aus. Aufgrund der Demenz meiner Mutter macht Fernsehgucken keinen Sinn mehr. Selbst einfachste Sendungen führen zu Unverständnis und alles wird für bare Münze genommen. Sie regt sich schnell auf und mokiert sich über alles. Ich bin dazu übergegangen sie zu überreden früh ( vor 21:00 Uhr) zu Bett zu gehen. Allerdings muss ich dann auch zu Bett gehen, da sie das ja so gewohnt ist. Kommt mir insoweit entgegen, dass ich morgens früh aufstehen muss um zur Arbeit zu gehen. Nachts höre ich sie ständig auf dem Flur rumgehen. Wenn ich dann mittags nach Hause komme ( ich arbeite wegen der Betreuung nur noch halbtags) liegt sie im Bett und schläft.
Meine Frage: Was kann ich mit ihr abends unternehmen außer Fernsehen ? Wir machen schon jeden Abend einen einstündigen Spaziergang durch die Stadt um Müde zu werden. Eigentlich halte ich es für besser, wenn wir erst später zu Bett gehen würden, aber irgendwann ist meine Kraft dann auch zu Ende. Meistens endet es in Konflikten, da sie glaubt sich bei ihrer Mutter oder anderen längst verstorbenen Verwandten abmelden zu müssen und dann immer die Wohnung verlassen will, in der sie sich auch nicht zu Hause fühlt.

12.07.2019 | 10:27
svenjasachweh

Hallo Andydreas,
gute Motivation bei den Erkrankten bewirkt es oft, um Hilfe bei etwas zu bitten, was man selber nicht gut kann, oder nicht alleine schafft: etwa um Mithilfe beim Fegen, Wischen, Saubermachen, Schuheputzen, Wäsche sortieren... oder irgendetwas, was Ihre Mutter früher mal besonders gut konnte. Oder was Ihnen "als Mann" weniger liegt, sie "als Frau" aber aus dem Effeff beherrscht. Könnten Sie beispielsweise Werbe-Kataloge vom Versandhandel beschaffen und sich von ihr beraten lassen, was für ein Kleidungsstück Sie sich (oder ihr) demnächst kaufen könnten?
Je mehr Bewegung sie tagsüber bekommt, desto wahrscheinlicher ist, dass sie abends auch tatsächlich müde ist und weniger oft herumgeistert. Vielleicht können Sie den Spaziergang ausdehnen? Oder, falls Ihre Mutter gerne gesungen und getanzt hat, mit ihr alte Schlager anhören, ein Tänzchen anbieten?
Haben Sie schon ausprobiert, Fotoalben mit Bildern der Menschen anzuschauen, nach denen sie sich offenbar sehnt, bzw. bei denen sie sich "abmelden" möchte? Was passiert, wenn sie ihr in beruhigendem Ton mitteilen, sie hätten dort schon angerufen und Bescheid gesagt?
Und wenn sie beim Fernsehen immer schimpft: worüber genau? Könnte es helfen, gemeinsam mit ihr zu schimpfen (und somit Verständnis für ihren Ärger, ihre Überforderung zu signalisieren), statt sich über ihr Verhalten aufzuregen?

Herzliche Grüße
S. Sachweh

19.07.2019 | 07:39
Andydreas

jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Nachdem meine Mutter mal wieder losgegangen war und sich selbst gefährdete, indem sie auf der Strasse ging habe ich Kontakt zu Pflegeeinrichtungrn aufgenommen und sehr abweisende Auskünfte bekommen. Unter diesen Umstaenden könne man meine Mutter nicht aufnehmen. Man kann ja schließlich nicht auf sie aufpassen. Diese Antwort bekam ich von 2 Heimen,Eine andere aiúf Demenzkranke Patienten spezialisierte Einrichtung gab eine Warteliste von 2 Jahren an.Aber selbst dann könne man mir die Aufnahme meiner Mutter nicht garantieren.
Man legte mir nahe mit Hilfe meines Hausarztes auf Medikamente zurückzugreifen.Es wurden mir Melporon oder Tavor genannt. Danach würde meine Mutter wohl nur noch schlafen, könne dafür aber nich weglaufen. Hat jemand Erfahrungen mit diesen Medikamenten. Leider sind der Hausarzt und die Damen vom Pflegestützpunkz derzeit im Uraub.
Man teilte mir ferner mit, dass es in der näheren Umgebung keine für unser Problem entsprechende Einrichtung gäbe.
Zum einen bin ich froh, da man mir damit ja meine Entscheidung meine Mutter in ein Heim zu geben abnimmt, was ich ja auch bisher ablehnte. Zum anderen schrecke ich von der Medikamentenlösung zurück. Befremdlich ist für mich, dass das Wglaufen offensichtlich eher selten vorkommt.
Weiss jemand Rat ?



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