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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Wenn Kinder Demenz bei Mutter vermuten
01.09.2019 | 21:50
Bine27

Hallo, wir Angehörige (3 Kinder) vermuten, dass unsere Mutter (73)Demenz hat. Viele Beschreibungen auf Ihrer Seite treffen zu. Sie selbst will weder zum Arzt noch irgendwie darüber sprechen, dass da etwas nicht ganz rund läuft. Beispiele sind, dass sie sich abkapselt (war früher sehr kontaktfreudig), will kaum noch wegfahren ( früher waren sie oft auf Reisen), jetzt heisst es, zuhause ist es doch auch schön. Am letzten Wochenende war es wirklich sehr auffällig, als ihre Nichte heiratete und sie weder ins Standesamt wollte ( Aussage " ist ja immer dasselbe") und auch auf dem Polterabend setzte sie sich abseits und schimpfte fortwährend über die vielen Menschen. Sie ist dann so gefangen in ihren Gefühlen, da hilft nichts....
Unser Vater ist auch schon ganz verzweifelt. Meine Frage ist, an wen wir uns wenden können? Gibt es einen Test, den ein Arzt machen kann (falls sie dann dort hin geht)...
Haben Sie Tipps, was wir als nächstes tun sollen? In diesem Stadium ist es vielleicht sinnvoll, durch eine Medikation den Verlauf zu verlangsamen, wenn es denn Demenz ist. Herzlichen Dank vorab für Ihre Antwort.

02.09.2019 | 09:26
Wissenssucherin

Hallo Bine27,

da gibt es auf jedenfall standardisierte Tests, den ein Arzt bei Verdacht auf Demenz durchführen kann um sich einen schnellen Überblick über die Lage zu verschaffen. Wir wurden damals konkret vom Arzt zu einer Psychiaterin in der Gegend weiterverwiesen. Die führte sowohl den MMSE (Mini-Mental-Status-Test) als auch den Uhrentest durch. Die beiden sind meines Wissens Standardtests, um abzuklären, ob ein Verdacht auf Demenz bestehen könnte und ich denke, dass diese in eurem konkreten Fall wohl auch zur Anwendung kommen würden.

Bezüglich wie es weitereht: Der erste Schritt ist schon mal gemacht, Sie überlegen, Ihre Mutter zu einem Arzt zu schicken. Eine Abklärung ist der erste Schritt. Ich würde mal mit dem Hausarzt sprechen, der kann dann gegebenfalls weiterverweisen. Haben Sie ein gutes Verhältnis zum Hausarzt, können Sie vielleicht vorab mit ihm sprechen und Ihre Situaton mitteilen? Gegebenenfalls kann man - je nach der aktuellen Situation ihrer Mutter - vielleicht das Ganze unter dem Deckmantel einer "Vorsorge-" oder Gesundenuntersuchung schmackhaft machen?

Ich wünsche euch alles Gute!

16.10.2019 | 22:52
Angehöriger

Hallo Bine27,

mir ging es genau so, daß ich vor bestimmt zehn Jahren (als meine Mutter ähnlich alt war wie Ihre heute) anfing, so "komisch" zu sein, daß ich etwas in Richtung Demenz vermutete. Zumal es ja genügend Anschauungsbeispiele gibt, an denen man sich orientieren kann.

Jedenfalls habe ich sie damals zum Arzt geschleppt, natürlich ohne jedes Ergebnis. Noch lange Jahre danach, als sie sich zunehmend veränderte, hat mir noch immer kein Mensch geglaubt, daß da etwas im Busch ist (aufgrund ihres resoluten, agilen und körperlich äußerst fitten Auftretens).

Die letzten Jahre ist der Verfall unübersehbar; der Pflegedienst kommt regelmäßig vorbei, sie hat längst Pflegegrad zwei und noch immer tun manche Zeitgenossen so, als ob alles i. O. wäre.

Bis heute habe ich keine Ahnung, welche Form der Demenz sie haben soll (ich lese nur hier darüber) und weiß auch gar nicht, wozu dieses Wissen gut sein soll. Diesbezüglichen Medikationen traue ich nicht; ich denke, das dient alles nur der Pharmaindustrie etc.

Aus der Nummer kommt man leider nicht raus und ich kann Ihnen ebenfalls leider jedenfalls aus unserer Erfahrung keine erleichternden Neuigkeiten verkünden, mit denen Sie das Problem aus der Welt geschafft bekommen. In unserem Fall ist es ein langer Abstieg ohne jegliches Verständnis des Umfelds und ohne die ersehnte Unterstützung.

17.10.2019 | 00:51
Teuteburger

Hallo Bine,

Das können durchaus Anzeichen für eine Demenz sein. Es kann aber auch sein, dass man sich im Alter einfach verändert, weil man tatsächlich schon Vieles gesehen hat.
Ich mache auch das Ein oder Andere nicht mehr mit und was ich früher einmal gerne gemacht habe. Dafür habe ich andere Interessen und Lebensinhalte. Das ist aber genau das, was Demenzkranke nicht mehr haben. Und das Maulen in der entsprechenden Gesellschaft, ist auch etwas untypisch für reine Interessensverschiebung.

Eine andere Frage wäre, wie sieht der Vitamin- und Mineralstoffhaushalt ihrer Mutter aus? Nicht wenige haben im Alter einen B12 und Vitamin D-Mangel und vielleicht auch andere Mängel. Eine Demenz kann dadurch verstärkt oder ausgelöst werden. Es kann auch ein zu hoher Alterhirndruck vorliegen. Ein Arztbesuch wäre wichtig, um hier einiges testen zu lassen.

Liebe Grüße



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.10.2019 um 00:54.]



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