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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Gedächtnissprechstunde
03.09.2019 | 06:43
Haida

Ich habe Vorsorgevollmacht für und kümmere mich um zwei ältere Familienangehörige, 87 und 85 Jahre alt. Beide haben die „üblichen“ Auffälligkeiten. Mit beiden würde ich nun gerne in eine der Gedächtnissprechstunden der örtlichen Kliniken (München) gehen.

Gestern habe ich dazu die nötigen Unterlagen von einer Klinik erhalten. Diese Unterlagen verweisen immer wieder überdeutlich auf das Thema Demenz/Alzheimer. Ich vermute, das wird auch im Inneren des Klinikgebäudes so sein.

Beide Familienangehörige sind aber was diese Thematik betrifft extrem sensibel und auch nur der leiseste Hinweis auf die Thematik Demenz wird bei der einen Person zu sofortiger Ablehung (extremst mißtrauisch, lehnt Ärzte prinzipiell ab, uneinsichtig) und bei der anderen zu Niedergeschlagenheit und schwerem Alkoholmissbrauch führen.

Diese Problematik möchte ich soweit möglich vermeiden.

Gibt es in München oder Umgebung eine Institution, bei der so ein Gedächtnissprechstunde „sanfter“ durchgeführt werden kann, ohne die Teilnehmer mit der Nase in die Thematik Demenz zu drücken?

04.09.2019 | 10:45
sarahf

Guten Morgen, ich habe meine Mutter zweimal in die Gedaechtnissprechstunde begleitet. Das boese D-Wort fiel dabei nicht. Die Psychiater waren sehr nett und feinfuehlig. Vielleicht einfach anrufen und darauf hinweisen, dass das ein heikles Thema ist und mit einem generellen Gesundheitscheckup verbinden? Uebrigens hatte meine Mutter beide Male gute Ergebnisse, fast volle Punktzahl. Und als ich fuer einen Moment auf der Toilette war hatte sie furchtbare Angstzustaende und wusste nicht mehr wie sie aus der ambulanten Klinik kommt ... die Diagnose Demenz wurde nach MRI, Krankenhausaufenthalt gestellt. Viel Kraft!!

04.09.2019 | 13:57
Haida

Hallo sarahf,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Schon auf der Überweisung des Hausarztes steht, D: Demenz, Alzheimererkrankung obwohl ich gebeten hatte, dort nur „Gedächtnissprechstunde“ zu notieren. Habe das aber zu spät bemerkt.

Des weiteren wird in den Dokumenten, die für die Gedächtnissprechstunden auszufüllen sind, mehrmals deutlich das Thema Demenz/Alzheimer angesprochen.

Gestern hatte ich nun dazu den Anruf einer Ärztin, die u.U. auch die Sprechstunde durchführen würde. Sie meinte, ihre Klinik würde das Thema Demenz/Alzheimer deutlich mit den Patienten ansprechen.

Meinen Hinweis, dass ich schon wegen der Beschilderung in der entsprechenden Abteilung (Demenz, Alzheimer, Psychotherapie) Sorge habe, beantwortete die Ärztin mit dem Hinweis, sie würden wegen mir nicht ihre Beschilderung ändern.

Das Thema, wie sie so richtig schreiben als „generellen Gesundheitscheck“ bzw. „Altersvorsorgeuntersuchung“ (meine Bezeichnung) anzusprechen, lehnte die Ärztin aus „ethischen Gründen“ ab.

Auf meine Bemerkung hin, eine der beiden Patienten lehne aber ein „neurologische“ Untersuchung strikt ab und habe ganz allgemein eine sehr starke Abneigung Ärzten gegenüber, meinte sie: Ich als Vorsorgebevollmächtigter verträte das Interesse des Patienten. Wenn der Patient diese Untersuchung nicht wolle, müsse ich den Willen des Patienten respektieren.

Wenn hier jemand eine Klinik im Münchner Umland kennt, die das Thema etwas sensibler angeht, nehme ich Empfehlungen sehr gerne an.

Danke für ihren guten Wunsch!

Viele Grüße

05.09.2019 | 11:23
sarahf

Guten Morgen,

Unsere Gedaechtnissprechstunde ist leider in einem anderen Teil Deutschlands. Ich habe darauf geachtet dass die Aerztin "Verdacht auf Demenz" auf die Ueberweisung schreibt. Dies auf Anraten des Pflegedienstes um die Gewaehrleistung eines Pflegegrades zu beschleunigen. Bei diesen Gedaechtnissprechstunden ist fuer uns nicht viel Verwertbares rausgekommen. Ich denke immer noch, dass jemand mit einem hohen Bildungsgrad Demenz laenger "verstecken" kann, den Test besser besteht und dann trotzdem krank ist.

Irgendwann kommt das D-Wort, da gebe ich sonnenbluemchen recht. Wie man allerdings damit umgeht wenn die Situation so schwierig ist? Puh - das weiss ich nicht.

Fuer meine Mutter war es auch sehr bitter, zumal sie ihr Leben lang im Gesundheitswesen gearbeitet hat und viele Menschen auf ihrem Leidensweg begleitet hat. Sie dachte irgendwie das wuerde alle treffen ausser sie selbst.

Ich denke rueckblickend es waere fuer meine Mutter ok gewesen wenn wir "Still Alice" geschaut haetten. Am Anfang der Krankheit. Da geht es um eine Uniprofessorin, die mit 50 Alzheimer diagnostiziert bekommt. So was haette ihr glaub ich geholfen. Es ist bei jedem Menschen anders.

Viel Kraft, irgendwie kommt man durch diese Zeit!! Es gab fuer mich zumindest auch viel zu Lachen, eine andere Naehe, die Wiederentdeckung der Langsamkeit und Reflektion ueber das eigene Leben.

Viele Gruesse!



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.09.2019 um 11:25.]



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