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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Verdacht direkt beim Betroffenen ansprechen?
18.10.2019 | 09:50
sunflower82_

Hallo!
Ich und mein Vater haben den Verdacht Demenz bei meiner Mutter. Da sie sehr sensibel ist und nah beim Wasser gebaut ist haben wir bisher noch nie etwas gesagt, es ist jedoch sehr belastend für uns und die Situation ohne "Diagnose" im Ungewissen schwer auszuhalten. Ich denke u. hoffe wenn man eine Diagnose hat, dann kann man besser damit umgehen u. sich darauf einstellen. Sie hat auch Vorerkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, Cholesterin u. Durchblutungsprobleme bei Beinvenen).
Meine Eltern lebten sozial immer eher isoliert. Sind bei keinem Verein o. ä. und haben auch keine Bekannte die sie regelmäßig besuchen (außer mir). Seit einigen Jahren merkt man bei meiner Mutter daß sie immer wieder die gleichen "Geschichten" von früher erzählt u. daß das Kurzzeitgedächtnis sehr nachgelassen hat u. das im Haus auch nicht mehr so geputzt wird u. sie nicht mehr so kocht wie früher. Wenn Leute auf Besuch kommen zum Kaffee, dann ist sie ganz zerstreut, verlegt Dinge u. weiß nicht mehr was sie holen wollte.
Was auch auffällig ist, ist das wenn sie etwas macht wo sie sich konzentrieren muss (z. B. Essen oder lesen), daß sie dann mit dem Kopf wackelt.
Habe nun einen Termin beim Hausarzt ausgemacht u. werde es ihr heute sagen - habt ihr mir Tipps wie man das schonend sagen kann?

18.10.2019 | 18:44
Barbara66

Hallo sunflower 82_,
Wenn Ihre Mutter sehr sensibel ist und Sie Angst haben,es ihr zu sagen- dann lassen Sie es doch einfach.
Bei meiner Mutter fing alles mit Halluzinationen an (Einbrecher vor der Tür, ein schreiendes Kind im Ohr......)
Daraufhin wurde Sie in die Psychiatrie eingewiesen und dort auf eine Psychose Behandelt.
Das War im März 2018 - als es ihr im Oktober 2018 immer schlechter ging,haben meine Recherchen die schlimmste aller Demenzformen ( Lewy Body Demenz ) ergeben und ich musste feststellen, daß die Ärzte sie mit Neuroleptika behandelt haben,die sie bei dieser Erkrankung niemals hätte haben dürfen.
Bisher habe ich keinen kompetenten Arzt gefunden,der in der Lage ist,eine Demenz zu diagnostizieren.
"ICH" bin die einzige,die aufgrund der Symptome fest von einer Lewykoerperchendemenz überzeugt ist.
Trotzdem kann ich dank Diagnose nicht besser damit umgehen.
Diese Wahnvorstellungen sind so gravierend, daß unsere Familie bald daran zerbricht.
Die Hoffnung, daß es wieder bessere Tage gibt,ist dahin.
Was das für einen unglaublichen Schmerz auslöst, kann ich kaum in Worte fassen.
Ich selbst zerbreche daran, zusehen zu müssen und nicht helfen zu können.
Ich habe viel gelesen- versuchen Sie Ihrer Mutter beizustehen und Sie nicht auf Defizite hinzuweisen.
Wenn Sie glauben,daß die Diagnose Demenz ihrer Mutter so weh tun würde, dann verschonen Sie sie damit.
Es wird nicht leichter- auch nicht mit Diagnose.
Man kann vielleicht mit Diagnose bestimmte Verhaltensweisen und Veränderungen des geliebten Menschen besser verstehen.
Aber der Umgang damit ist unglaublich schwer.
Alles Gute
Barbara

20.10.2019 | 11:56
marclaesser

Sehr geehrte sunflower82,

ein solcher Schritt ist immer schwierig, durch das Einbringen der eigenen Besorgnis wird eine solche vermeintliche Bevormundung aber meistens dann doch von den Betroffenen gut angenommen. Auch geht es nun zuerst "nur" um eine Ersteinschätzung durch den Hausarzt, der ihre Mutter bereits gut kennt und sicherlich auch schon ein gewisses Vertrauensverhältnis aufbauen konnte. Vorerst kommen noch viele Ursachen in Frage, unter Umständen auch behandelbare. Schon dieser Umstand allein rechtfertigt ihr Vorgehen. Und sollten sich die Hinweise auf ein demenzielles Krankheitsgeschehen verdichten, kann nur mit einer konkreten Diagnose optimal auf den weiteren Krankheitsverlauf Einfluss genommen werden.

Ihnen und Ihrer Familie alles Gute,

Marc M. Lässer



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