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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Kürzung des Pflegegeldes durch die Pflegekasse
17.03.2011 | 22:22
gabrielesteinborn

In der Praxis kommt es immer wieder dazu, dass sich pflegende Angehörige oder auch Pflegebedürftige eine Kürzung des Pflegegeldes nicht erklären können.
Oft stellt sich dann heraus, dass die sog. Beratungsbesuche nach SGB XI §37 nicht abgerufen worden sind.
Pflegebedürftige, die Pflegegeld beziehen,sind verpflichtet, je nach Pflegestufe einen sog. Beratungsbesuch / Pflegebesuch in der eigenen Häuslichkeit zu vereinbaren:
bei Pflegestufe I und II mindestens einmal halbjährlich, bei Pflegestufe III mindestens einmal vierteljährlich. Der Besuch kann mit Pflegediensten, anerkannten Beratungsstellen und mit von den Pflegekassen beauftragten Pflegefachkräften vereinbart werden.
Dieser Beratungsbesuch wird vom Berater schriftlich festgehalten und der Pflegekasse mitgeteilt.Finden die Beratungsbesuche nicht statt, hat dies Konsequenzen für den Versicherten: "Rufen Pflegebedürftige die Beratung nach Absatz 3 Satz 1 nicht ab, hat die Pflegekasse oder das private Versicherungsunternehmen das Pflegegeld angemessen zu kürzen und im Wiederholungsfall zu entziehen" (SGB XI §37 Abs. 3 und 6).
http//www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/_37.html
Pflegende Angehörige sind auf vielen Ebenen gefordert und nicht selten gerade mit behördlichen und sozialrechtlichen Belangen überfordert, dabei übersieht mancher den Hinweis zu den Beratungsbesuchen im rechtsmitttelfähigen Bescheid der Pflegekasse. Die Pflegekassen handhaben hier den Umgang mit den Versicherten sehr unterschiedlich, bis schließlich das Pflegegeld einbehalten wird.Sobald man seiner Mitwirkungspflicht (SGB I § 66) nachkommt und den Beratungsbesuch "nachholt", wird auch das Pflegegeld wieder gezahlt werden.Um Einbußen an Pflegegeld zu verhindern, sollten die Beratungsbesuche also unbedingt rechtzeitig vereinbart werden. Welche Erfahrungen haben Sie mit den Beratungsgesprächen gemacht? Wie ist Ihre Pflegekasse damit umgegangen, wenn Sie es versäumt haben, rechtzeitig den Beratungsbesuch zu vereinbaren?
Berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen!
Beste Grüße Gabriele Steinborn

12.07.2011 | 10:59
Hummel67

Liebe Frau Steinborn,
ich habe mit Interesse Ihren Bericht gelesen und frage mich nun, wie es aussieht, wenn mein Vater im Pflegeheim untergebracht ist. Wird das dann von dort gesteuert oder muss ich da evtl. doch tätig werden?
MfG
Hummel

13.07.2011 | 13:40
birgitspengemann

Liebe/r Forumnutzer/in,
zunächst möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Frau Steinborn nicht mehr als Moderatorin für den Wegweiser Demenz tätig ist. Daher kommt die Antwort von mir, auch wenn Sie mich nicht angesprochen haben.

Wenn Ihr Vater in einem Pflegeheim lebt, wird er dort von professionellen Pflegekräften grundpflegerisch versorgt. Diese Pflegeleistungen werden vom Pflegeheim direkt mit der jeweils zuständigen Pflegekasse abgerechnet. Ebenso geschieht dies, wenn ein Pflegebedürftiger zu Hause von einem ambulanten Pflegedienst gepflegt wird, also ebenfalls von ausgebildeten Pflegekräften.

Die Kontrolle über die Arbeitsqualität der Pflegeheime und auch der ambulanten Pflegedienste erfolgt durch übergeordnete Institutionen wie dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) oder der Heimaufsicht .

Das heißt, in Ihrem Fall müssen Sie sich als Angehörige/r nicht um einen Beratungstermin kümmern. Das ist nur erforderlich, wenn ein Pflegebedürftiger von Angehörigen oder anderen Privatpersonen zu Hause gepflegt wird. Denn der Gesetzgeber geht davon aus, dass pflegende Angehörige in der Regel keine abgeschlossene Berufsausbildung im Pflegebereich haben.

Mit freundlichen Grüßen

Birgit Spengemann

14.07.2011 | 18:08
Hummel67

Sehr geehrte Frau Spengemann,
da bin ich aber froh, trotzdem Auskunft von Ihnen erhalten zu haben und nix für Ungut, wenn ich Ihren internen Wechsel nicht so wahrgenommen habe und entschuldige mich in aller Form.
Recht herzlichen Dank auch für Ihre so detaillierte Auskunft.
Beste Grüße
Forumsnutzerin

15.07.2011 | 20:21
birgitspengemann

Sehr geehrte Forum-Nutzerin/Hummel67,

ich hatte nicht die Absicht, Sie zu belehren. Es ist ja auch verständlich, dass Sie sich bei dem vorhergegangenen Beitrag auf die Kollegin bezogen haben. Nichts für ungut.

Mit freundlichem Gruß

Birgit Spengemann



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