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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Belastungsgrenzen für Zuzahlungen
01.05.2011 | 23:16
birgitspengemann

Liebe Leserinnen und Leser,
immer wieder kommt in meinen Beratungsgesprächen das Thema der besonderen finanziellen Belastung durch chronische Erkrankungen zur Sprache. Regelmäßige Arztbesuche und Therapietermine sowie die Notwendigkeit dauerhafter Medikamenteneinnahme zehren am Geldbeutel, weil fast jede Krankenkassenleistung mit Zuzahlungen von seiten des Patienten (ab Vollendung des 18. Lebensjahres) verbunden ist.
Um zu verhindern, dass die Betroffenen durch die Zuzahlungen finanziell überlastet werden, hat der Gesetzgeber Belastungsgrenzen dafür eingeführt.
Es besteht eine generelle Belastungsgrenze von 2% des jährlichen Bruttoeinkommens für alle Versicherten. Für schwerwiegend chronisch Kranke gilt, dass sie 1% ihres Bruttojahreseinkommens an Zuzahlungen leisten müssen.
Um als schwerwiegend chronisch eingestuft zu werden, muss mindestens eins der folgenden Kriterien erfüllt sein:
a) Es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe II oder III gemäß dem Pflegeversicherungsgesetz vor.
b) Es liegt ein Grad der Behinderung / eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (gem. §56, 2 SGB VII) von mindestens 60% vor.
c) Es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung erforderlich, ohne die nach Einschätzung des Arztes eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Krankheit, dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität oder Verminderung der Lebenserwartung zu erwarten ist.

02.05.2011 | 10:17
schaller3

Hallo,
ich abe noch eine Frage zu den Belastungsgrenzen. Werden die die Zuzahlungen bei den Arztfahrten auch mit angerechnent?
Vielen Dank.

02.05.2011 | 22:16
birgitspengemann

Hallo Schaller3,
ja, auch bei den Fahrten zum Arzt muss eine Zuzahlung geleistet werden. Pro Fahrt muss der Versicherte 10% der Kosten, mindestens aber 5,- € - maximal 10,- €, an Zuzahlung leisten. Die Zuzahlungspflicht besteht hier auch für Versicherte unter 18Jahren.
Zuzahlungen werden zudem für folgende Versicherungsleistungen verlangt:
- die Praxisgebühr pro Quartal für Arzt- und Zahnarztbesuche = 10,- €
- Arzneimittel und Hilfsmittel = 10% des Preises, mindestens 5,- € - maximal 10,- €
- Heilmittel, hierzu zählen zum Beispiel Physio- und Ergotherapie = 10% der Kosten, zuzüglich 10,- € je Verordnung
- häusliche Krankenfplege = 10% der Kosten, begrenzt auf 28 Tage im Jahr, zuzüglich 10,- € je Verordnung
- Krankenhausbehandlung = 10,- € pro Tag, begrenzt auf 28 Tage im Jahr
- Stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen = 10,- € pro Tag (bei Anschlussbehandlungen ist die Zuzahlung auf 28 Tage im Jahr begrenzt, vorangegangener Krankenhausaufenthalt wird angerechnet)
Es empfiehlt sich, alle Quittungen und Belege für die genannten Zuzahlungen zu sammeln. Wird die Belastungsgrenze überschritten, kann man sich den darüber hinaus gehenden Betrag auf Antrag von der Krankenkasse erstatten lassen. Grundsicherungsempfänger und Altersrentner können die Zuzahlungsbefreiung für den Rest des Jahres beantragen.

Herzliche Grüße
Birgit Spengemann



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