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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Verhinderungspflege-Pflegegeld/Sachleistung
20.05.2011 | 09:41
Nina

Sehr geehrte Moderatorinnen, ich hab nochmal eine Frage zur Verhinderungspflege. Sie soll bei uns stundenweise gestückelt werden übers ganze Jahr. Also immer wenn ich auf der Arbeit bin kommen jeden nachmittag Betreuerinnen von der AAI zu meiner Mutter. Sie werden momentan finanziert über das Pflegeleistungsergänzungsgesetz (200 Euro) und wenn die Gelder aufgebraucht sind für das Jahr dachte ich, über die Verhinderungspflege wäre eine Weiterfinanzierung möglich. Nun habe ich aber gelesen, dass das Pflegegeld-in unserem Falle die Sachleistung für Pflegedienst -dann reduziert wird?
Also Verhinderungspflege u. gleichzeitig Pflegegeld schließen sich aus, oder hab ich da was falsch verstanden?
herzliche Grüße, Nina

23.05.2011 | 10:41
birgitspengemann

Sehr geehrte Frau Nina,
zunächst einmal kann ich Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass auch bei Bezug von Sachleistungen der Pflegeversicherung die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden kann. Nur bei Bezug von Pflegegeld tritt die Leistung der Verhinderungspflege an die Stelle des Pflegegeldes. Dass heißt, für diese Tage wird kein Pflegegeld gezahlt (§ 37 SGB XI).
Es besteht aber auch grundsätzlich die Möglichkeit, die Verhinderungspflege tage- und stundenweise in Anspruch zu nehmen. Für Tage, an denen die Ersatzpflege unter 8 Stunden erbracht wird, erfolgt keine Anrechnung auf die Höchstdauer von 28 Tagen. Das bedeutet, man kann den zur Verfügung stehenden Betrag für die Verhinderungspflege (maximal 1510,-€ jährlich) dann über das Jahr verteilt an mehr als 28 Tagen abrechnen. Bei Beziehern von Pflegegeld kommt noch hinzu, dass bei stundenweiser Inanspruchnahme der Ersatzpflege unter 8 Stunden das Pflegegeld nicht gekürzt wird.
In Ihrem Fall wäre es zum Beispiel möglich, einen bestimmten Wochentag für die Verhinderungspflege festzulegen und diese, unter Angabe der notwendigen Stundenzahl, bei der Pflegekasse zu beantragen. Die anderen Tage können Sie dann weiterhin im Rahmen des Pflegeleistungsergänzungsgesetzes abdecken, dass ja monatlich zur Verfügung steht.

Mit freundlichen Grüßen
Birgit Spengemann



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