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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Bekannter im Heim
27.09.2018 | 12:48
Ziska

Das Gespräch ist gut verlaufen.

Trotz negativer Ratschläge anderer Behörden.

Jetzt warte ich auf die Urkunde. Erst dann weiß ich es sicher.

Für das Aufnehmen von dem Bekannten, müsste dann gerade in den Fragen der Mietzahlungen ein andererDinge ein Zusatzbetreuer eingesetzt werden, deshalb hat das Gericht erstmal geraten damit noch zu warten.
Ich denke ich werde da erstmal genug Arbeit haben, da ich ohne Ahnung bin.
Ich hoffe, der Widerstand bestimmter Personen läßt jetzt nach.


02.10.2018 | 12:27
martinhamborg

Hallo Ziska, danke für die Rückmeldung. Wenn Sie die Aufgabe übernehmen, ist es auf jeden Fall sinnvoll, dass Sie sich auch direkte Unterstützung holen. Der Zusatzbetreuer (Verfahrenspfleger) wird die Hilfestrukturen vor Ort sicher kennen. Ihr Martin Hamborg

02.10.2018 | 17:51
Ziska

Hallo Herr Hamborg,
erstmal herzlichen -Dank für das Interesse und die indirekte Hilfe.
Wegen der $$ wegen Rechnungslegung etc. kann man ja fragen. Ich habe auch bei einem Diakoniebetreuungsverein ein Handbuch gefunden.
Sicher ist das Technische erst mal viel aber, da der Bekannte eh schon in Rente ist, der Bezirk Hilfen gibt und kein Vermögen hat, dürfte die Verwaltung des Taschengeldes etc. nicht sehr schwierig sein.
Da er mich im Urlaub angerufen hat und fragte warum ich ihn nicht abhole, denke ich kriegt er trotz schwindendem Kurzzeitgedächtnis doch noch viel mit.
Ich denke die menschliche Zuwendung ist sehr wichtig. Wie die Krankheit verlaufen wird, weiß man eh nicht, das kann man nur erahnen.
Mit der Buchführung etc. werde ich nicht die großen Probleme haben, eher mit dem Verstehen der Krankheit. Ich erlebe Momente, da ist er soo klar und eine Woche später weiß er nix mehr.
Er meinte am Sonntag nur "Hilf mir" das reicht mir um weiter zu kämpfen.
Nur traurig dass man so einen Kampf führen muss um zu helfen. Nimmt soviel Energie, die man für den Betroffenen aufwenden könnte

Ich verstehe, dass ein Betreuer auch geeignet sein muss und das geprüft werden muss. Nur es ist halt sehr langwierig.

08.10.2018 | 11:11
martinhamborg

Hallo Ziska, ich möchte Ihnen noch mal meine Anerkennung für Ihre Beharrlichkeit aussprechen! Unsere alternde Gesellschaft braucht dringend Menschen, dies sich um erkrankte Kollegen, Freunde und Nachbarn so kümmern wie Sie. Das wird vermutlich auch bei der Entscheidung des Gerichtes eine Rolle spielen.

Wenn Sie dann die Verantwortung bekommen, brauchen Sie natürlich alle Informationen zu Ihrem Kollegen, damit Sie mit dem Wissen um das Krankheitsbild und die bisherigen Behandlungsversuche die notwendigen Informationen für alle weiteren Entscheidungen bekommen.

Das Heim sollte Sie dann auch entsprechend unterstützen. Sie können gern auch hier weiter nachfragen.
Es gibt zudem über Betreuungsvereine Unterstützungsangebote für die konkreten Fragen der ehrenamtlichen Betreuer.
Aber zum Schluss eine Bitte: Handeln Sie überlegt und nicht sofort, wenn Ihr Bekannter einen folgenschweren Wunsch äußert oder sich über seine schwierige Situation beklagt. Sie können immer trösten und dann umsichtig an der besten Lösung weiterarbeiten!
Ihr Martin Hamborg

08.10.2018 | 11:57
Ziska

Hallo Herr Hamborg,
danke für die Anerkennung.
Ich handele sehr bedächtig. Genau informieren und die Rechtspflegerin ist sehr verständnisvoll.

Außerdem möchten sie die Betreuung auf Wohnungsangelegenheiten ausdehnen.

Und dann muss ich genau überlegen. Bis dahin habe ich dann auch alle Arztbefunde.

Das Problem im Moment ist nur, dass der Bekannte auf das indirekte Einsperren und Limitierung von Dingen, die er vorher ohne weiteres bekam, ein bisschen sauer, wenn nicht gar aggresiv reagiert.

Dadurch, dass ich einen Sozialpädagogen in der Freundesliste habe, krieg ich Unterstützung.
Vielen herzlichen Dank nochmals.

aber eins möchte ich noch bemerken, es war nicht einfach.
Und alleine der Gedanke, dass noch jemand einen Monat lang Einspruch einlegen kann gegen die Bestellung ist beängstigend.

25.10.2018 | 18:17
Ziska

Hallo Herr Homburg,
nachdem ich jetzt viele Briefe geschrieben habe und mir einen ersten Überblick verschafft habe, kam mir ein alter Arztbefund in die Finger und demzufolge hatte der Bekannte schon 88 erhebliche Defizite des Neugedächtnisses und eine desolate hirnorganische Situation.
Das sind dreißig Jahre. Ich frage mich jetzt nur in welche Art von Demenz das einzuordnen ist. Er hatte auch Unfälle mit Narben am Kopf, wahrscheinlich Hirntrauma. Sein Bruder, der ihn nur periodisch sieht und wir sehen eigentlich keinen große Verschlechterung. Wie komme ich da an einen guten Spezialisten?Und jetzt möchte ich auch nix falsch machen. Aber ich denke immer noch er wäre bei uns zu Hause erst mal besser aufgehoben. Jeder rät aber ab.

01.11.2018 | 08:53
martinhamborg

Hallo Ziska, auch ich rate Ihnen deutlich zu langsamen Schritten. In kleinen Ausflügen und ersten Besuchen können Sie einen Eindruck bekommen, was auf Sie zukommen würde. Sie haben jetzt ja alles erreicht, dass Sie Ihrem Bekannten beistehen können.
Ist es möglich, dass Sie gemeinsam mit ihrem Bekannten einen Neurologen oder Psychiater aufsuchen und die Diagnose und Behandlung überprüfen?
Wie sie richtig schreiben können schwere Stürze das Gehirn schädigen. Der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses hat oft aber andere Ursachen. Oft denkt man da zuerst an ein alkoholbedinges Korsakow-Syndrom, aber auch Schlaganfälle oder andere Krankheiten können das Kurzzeitgedächtnis schädigen. Dabei müssen sich andere Gehirnfunktionen nicht verschlechtern, wie bei der Alzheimer Demenz.
Kann Ihnen der Hausarzt oder das Heim eine Auskunft geben?
Ihnen viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg

01.11.2018 | 11:12
Ziska

Hallo Herr Hamborg,
Das Problem ist dass ich versucht habe mit dem heimpsychologen kontakt aufzunehmen. Leider ohne grossen Erfolg. Keinen Termin. Irgendwann hat er dann angerufen und war sehr kurz angebunden.
Vielleicht wäre es besser einen anderen Psychiater zu konsultieren, nur da sind für neupatienten auch schlecht Termine. zu bekommen.
Ich versuche es in zwei Wochen beim Heim Hausarzt. Auch der war bis jetzt nur am Telefon bereit zu reden.
Den Bekannten nehmen wir ja seit über 20 Jahren immer wieder an den Wochenenden mit und kennen seine Fantasien sehr gut.
Ich meine eben gerade in seinem Fall ist es unumgänglich dass hier zusammengearbeitet wird, das habe ich der neuen Heimleitung auch freundlich so gesagt. Man meint es wird besser.
Ich bedanke mich für die Ratschläge.
Ich bin der Meinung dass es gut ist erstmals mit den jetzigen behandelnden Ärzten und Heimleitung zu versuchen a,uf einen Nenner zu kommen, im Sinne des Bekannten. Wir bekommen z. B. Auch mit dass er extreme Atemaussetzer hat wenn er schläft. Und sowas sollte man kommunizieren. Ist
Auch im Sinne des Heimes dass alles gut abgeht.
Das mit dem Korsakow hatte ich vor dreissig Jahren, als ich ihn in die Psychiatrie brachte, angesprochen und es wurde eher verneint. Im Heim wurde Alkoholkonsum verneint und das seit 20 Jahren. Das paradoxe ist, angenehme Dinge merkt er sich, was ihm nicht passt weg damit. Auch das war vor 30 jahren schon auffällig. Der Psychiater kam nicht an ihn ran, er fing dann auf absurdeste Weise an den Klinik Ablauf organisieren zu wollen. Auch auf Arbeitsstellen.
Da er mich an sich ran lässt meine ich halt es könnte funktionieren, dass er bei uns noch ein paar schöne Jahre verbringen kann. Rente bekommt er auch genug, da könnte er sich auch mal mehr leisten als von dem bisschen Taschengeld.
Vielleicht ein bisschen blauäugig?

15.11.2018 | 08:18
martinhamborg

Hallo Ziska, Sie haben so viel erreicht und können sich jetzt um Ihren Bekannten kümmern. Vielleicht ist ein gemeinsames Wohnen irgendwann eine Perspektive, aber lassen Sie sich bitte Zeit. Sie brauchen eine verlässliche Einschätzung, woran Ihr Bekannter leidet, damit Sie Handlungssicherheit in schwierigen Situationen haben. Je besser sich Ihr Bekannter im Heim einlebt, Zufriedenheit sucht und die Regeln akzeptiert, um so eher scheint mit auch ein gemeinsames Wohnen erfolgversprechend.
Ihr Martin Hamborg

15.11.2018 | 10:53
Ziska

Ja herzlichen Dank, da haben Sie Recht und jetzt ist auch das Abholen kein Thema mehr, also können wir langsam tun.
Ich vesuche andere Einrichtungen zu finden, die ihn vielleicht längerfristig noch nehmen können.

Ich bin einfach nur dagegen, dass man vorzeitig sein "Selbstbestimmtes Leben" aufgibt, wenn es trotz Demenz meiner Meinung nach noch nicht soweit ist.

Inwieweit hafte ich denn, wenn jetzt z. B. was passiert und ich ihn nicht unterbringe!?

Ich bedanke mich für die Hilfe und es hat sehr geholfen.

Manchmal steht man einfach vor einem Berg, den man meint nicht mehr bezwingen zu können.

Ich habe nun vom Richter auch noch zusätzliche Aufgabenbereiche bekommen und kann, so hoffe ich, für den Bekannten die bestmögliche Lösung finden.

Vielleicht darf ich nach geraumer Zeit mich mal wieder melden und berichten wie es weitergegangen ist.



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