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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Bekannter im Heim
25.10.2019 | 09:31
Ziska

Jetzt muss ich trotzdem nochmal nachhaken. Vielleicht gibt es Erfahrungswerte wie schnell ein Mensch mit Demenz von ganz normalem Reden bis in die Einsilbigkeit kommen kann.
Denn vor Zwangseinweisung in die Psychiatrie hat ernoch ganz normal geredet. Sicherlich bei der zusätzlichen paranoiden Schizophrenie Dinge im Kopf gehabt, die nicht real sind. Das kennen wir aber. Nun nach zwei Wochen Psychiatrieaufenthalt spricht er nur noch Wörter. Wenn ich nachhake kommt nur Zuhause, so als wollte er nur zuhause reden. Der Arzt hat das Gespräch so nebenher abgefertigt, meinte er würde nächsten Dienstag entlassen werden, es wäre eine mittelgradige Demenz und erwäre nicht aggresiv auffällig gewesen. Dass er aber nur noch einzelne Wörter vonsich gibt, manchmal wie irre lacht wundert mich.
Ist es möglich dass sich durch die Psychopharmaka das Wesen so schnell verändert. Erschreckend für mich. Im Nachhinein sage ich die Einweisung in die geschlossene hat nix gebracht. Mit Zwang kann man irreale Vorstellungen auch nicht aus dem Kopf klopfen.
Es beunruhigt mich wie schnell er jetzt abgebaut hat. Vor einer Woche meinte er noch es wäreihm ganz schummerig im Kopf und ich habe das auf die Psychopharmaka geschoben.
Herzlichen Dank

25.10.2019 | 11:29
Jutta60

Hallo Ziska,
bei meiner Mutter dauerte es nach der Entlassung aus der Psychiatrie etwa 3 Monate, bis sie nur noch einzelne Worte sprach und nach ca 4 Monaten gar nicht mehr. Der körperliche Abbau war schneller, also die Geh- und Stehfähigkeit waren schon vorher weg.
Sicher ist es bei jedem Kranken verschieden und Sie werden da keine Schlüsse auf Ihren Bekannten ziehen können. Und wie Sie schreiben, es ist sehr erschreckend. Die verabreichten Medikamente sind keine Hustentropfen. Meiner Mutter nahmen sie aber die Wahnvorstellungen. Alles Gute!

25.10.2019 | 13:26
Ziska

Hallo Jutta60,

das üble ist, dass man den Gedanken nicht loswird, dass die Medikamente ihn so gemacht haben oder einen erheblichen Anteil daran haben. Weil es eben erst seit der Einweisung von Woche zu Woche schlechter geht.

Leider.

25.10.2019 | 21:13
Barbara66

Hallo Ziska,
Mich würde brennend interessieren, wer die Diagnose paranoide Schizophrenie gestellt hat??
Meine Mutter fühlt sich ja auch immer verfolgt und bekommt Spritzen (Verfolgungswahn )
Und Vergiftungswahn.
Ist die Diagnose in der Psychiatrie gestellt worden?
Wer hat die Diagnose Demenz gestellt?
Alles Gute
Barbara

25.10.2019 | 22:28
Ziska

Hallo. Barbara,
Demenz wurde jetzt wieder in der geschlossenen bestatigt. Mittelschwer war die Auskunft. Gestellt hat sie ein Neurologie, Psychiater.
Ein HOPS hatte er schon seit 30 Jahren sowie Beeinträchtigung des Kurzzeit Gedächtnisses infolge eines Unfalles mit Kopfverletzungen.
Schizophrenie wurde auch in einer Klinik festgestellt soviel ich weiss.
Ich persönlich sehe keinen Sinn zugedröhnt mit Speichelfluss aus dem rechten Mundwinkel und extremer Verlangsamung.

30.10.2019 | 10:36
Ziska

Er wird jetzt morgen entlassen, nachdem er vor zwei Tagen fixiert werden musste.
Leider fühlt man sich sehr allein gelassen.
Der Sozialpsychiatrische Dienst meinte, hier besteht eine Versorgungslücke.
Vielleicht hätte er dort bleiben sollen wo er war. Das stimmt nur bedingt. Denn nur eine Verwahrung kann auch nicht das Non Plus Ultra sein.
Die Vorschläge die vorher genannt wurden mit Tagespflege finde ich gut, nur da müsste erstmal ein Platz gefunden werden. Denn da würde er seinen Fähigkeiten entsprechend noch gefördert werden.
Zwangsmaßnahmen wie in der Klinik finde ich sind nicht förderlich.
Ich hoffe es wird sich in den nächsten Jahren das Defizit der "Versorgungslücken" etwas schließen. Solange ich kann werde ich dafür kämpfen dass hier bessere Lösungen gefunden werden als nur irgendwohin abschieben. Es sollte schon für den Menschen auch passen.
Wenn ich aber merke dass ich das gesundheitlich nicht mehr kann dann muss ich leider die Sache abgeben.

01.11.2019 | 09:43
martinhamborg

Hallo Ziska, es lässt sich aus der Ferne natürlich nicht abschätzen, ob die Sprachstörung Folge der Medikamente oder der Krankheit ist. Es kann gut sein, dass ein akuter Schub der Schizophrenie dahintersteht, ausgelöst durch die Verunsicherung, durch den Alkoholexzess mit dem er vielleicht versucht hat, dass innere Chaos zu betäuben oder oder oder - wer weiß.
Leider haben die Medikamente Nebenwirkungen wie Verlangsamung oder Speichelfluss. Aber Aggressionen in Folge der Schizophrenie sind unkalkulierbar und es kann sein, dass er einem unkontrollierbaren Pulverfass ausgesetzt ist. Ich finde folgende Vorstellung ganz hilfreich: Die hochwirksamen Neuroleptika packen ihn innerlich wie in Watte, aber es kommt an, wenn Sie bei ihm sind und er merkt, dass Sie es gut mit ihm meinen, auch und gerade wenn Sie Entscheidungen treffen müssen. So wie Sie ihren Bekannten beschreiben, hat er viele Strategien erarbeitet, um mit der Schizophrenie lange zurecht zu kommen, insofern gibt es vielleicht eine gute Prognose, dass die Medikamente in absehbarer Zeit (langsam!!) durch den Arzt reduziert werden können.
Aber die Demenz steuert gegen die alten Strategien, er wird dadurch verletzlicher gegenüber schwer kontrollierbaren inneren Impulsen.

Leider haben wir eine Versorgungslücke für Menschen, die eine Demenz und eine psychische Erkrankung haben. Hier greifen oft die Demenzangebote nicht, die für Menschen (nur) mit Demenz sehr positiv wirken. Es ist mehr (wohlmeinende) Aushandlung, Strenge und Führung nötig. Haben Sie sich mit der neuen Lage im Kompetenzzentrum beraten lassen?
Ihnen und Ihrem Lebensgefährten viel Kraft bei dieser neuen Herausforderung! Ihr Martin Hamborg

02.11.2019 | 12:36
Ziska

Hallo Herr Hamborg,
ich danke für die hilfreichen Ratschläge.
Er spricht wieder mehr. Schläft gut, also braucht er die Bedarfsmedikation an Schlaftabletten nicht. die Klinik hat auch gemeint, man solle die Medikation mit Risperidon überprüfen und dann absetzen.
Was ich nicht verstehe es wurde in der Klinik eine essentielle Hypertonie festgestellt, demzufolge bekomtm er 1 Ramipril.
Heute messe ich den Blutdruck und er ist sehr niedrig 85 zu 59.
Das ist abklärungsbedürftig.
Er bekommt jetzt auch folsäure.
Fasst sich immer wieder an die Herzgegend.
Ansonsten ist natürlich alles vorhergehende vergessen. Sitzt da mit dem Hündchen und redet mit ihm.
Vielleicht war das auch Misstrauen und er nimmt sofort Verhaltensweisen von anderen an. Er schrieb immer Sätze auf oder zeigte mit dem Finder. Jetzt wirdes besser.
Wie lange wir das natürlich tragen können wird sich rausstellen und bis dahin m,öchten wir eine "gute" Unterbringungsmöglichkeit.
Ich meine, es war zuviel für ihn - unsere Rumhetzeri wegen der OP - manchmal kriegen solche Leute dann Angst ihre Bezugspersonen zu verlieren. Das mit dem Alkohol waren "nur" 4 Bier, nur die verträg man halt nicht besonders gut wenn man sonst nie trinkt. Das kam auch im Heim schon mal vor, dass er aufgrund der Demenz einfach vergessen hatte, dass er nicht trinken soll. wir haben dann zusammen mit dem stellvertretenden Heimleiter aufgepasst und er ging danach wieder in ein Cafe und aß Kuchen und trank Kaffee. Also war kurz darauf wieder vergessen.
Es scheint kir fast so als ob in der ;Medlla,emtembpx ais aus Versehen zweimal Ramipril mogens und abends drinne sind und nur einmal morgens das Risperidon. Ich kann das nicht so genau erkennen, weil auch manche Medikamente die gegeben werden keine "Marken" sind. Ich habe lt. Medikamentenplam im Arztbrief allels neu gepackt ind werde den Dispenser mit zum Neurologen nehmen. Ich glaube deswegen ist der Blutdruck so niedrig. Sowas sollte nicht passieren aber kann schon mal vorkommen.
Das mit den Vitaminen werde ich nochmal ansprechen. Herzlichen Dank für die Tipps. Mit dem Kompetenzzentrum stehe ich in Verbindung und ich werde versuchen ihn ab und zu in deren Hausgemeinschft zur Tagespflege zu geben.
Dann sieht man auch ob er weglaufen würde etc.
Und niochmal herzlichen Dank für die Wünsche mit viel Kraft. Die Kraft haben wir schon nur oftmals nicht die Kenntnis über diese Krankheit. und die Möglichkeit sie zu heilen. Leider.

02.11.2019 | 13:34
Ziska

Jetzt nochmal ganz kurz. Habe gesehen dasss das Risperodon Blutdruckabfall auslösen kann.
Da werde ich schauen, dass wir so schnell wie möglich zum Neurologen kommen.

04.11.2019 | 08:43
martinhamborg

Hallo Ziska, die meisten Psychopharmaka haben auch eine blutdrucksenkende Wirkung, insofern ist es gut, wenn Sie ab und zu den Blutdruck messen und mit dem Hausarzt sprechen. Ein niedriger Blutdruck senkt auch den Antrieb, die kognitive Leistungsfähigkeit und das hat vielleicht auch Auswirkungen auf die Sprache.
Ich wünsche Ihnen sehr, dass sich der Neurologe für alle Fragen Zeit nimmt, er kann Ihnen sicher auch sagen, welche Blutdruckwerte er aufgrund der Demenz empfehlen kann, damit das Gehirn ausreichend versorgt wird.
Um den Einfluss der Schizophrenie abzuschätzen, können Sie Ihren Bekannten auch immer mal fragen, was ihm gerade durch den Kopf geht. Wenn das Stimmen sind, die ihm Befehle geben, sollte das auf jeden Fall der Neurologe wissen... Es freut mich, dass der Alkohol infolge der Vergesslichkeit nicht mehr so zum Problem wird.
Ihnen viel Kraft und Erfolg auf der Suche nach einem guten Patz, Ihr Martin Hamborg



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