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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Bekannter im Heim
04.11.2019 | 08:55
Ziska

Jetzt muss ich nochmal antworten. er hört keine Stimmen. Er lebt seit Jahrzehnten in einer Traumwelt, die er sich, nehme mal an, zum Schutz aufgebaut hat alles was unangenehm ist verschwindet und alles ist schön und gut. Selbst der Aufenthalt in der geschlossenen war gut.
Er bildet sich hal ein, wenn er im Lotto gewinnt sind alle Probleme gelöst. Irreale Vorstellungen halt.
Dass es Verlustängste waren hat sich fast dadurch bestätigt, dass er gestern, als wir mit dem Zug zu meinem Lebensgefährten gefahren sind, bei seinem Anblick in Tränen ausbrach und auf die Frage, warum er denn weint, nur meinte, "ich freue mich so, dass ich ihn wiedersehe."
Hätte ich so extrem nicht angenommen, Er wusste auch noch ziemlich lange, dass wir ihn besucht haben und meinte 2 Stunden später "Hoffentlich kommt er bald wieder".
Wir werden auf jeden Fall an diesem Freitag merken, ob sich was geändert hat, denn da sind wir auf unserem jährlichen Galaball und ich habe noch eine Karte für ihn ergattern können. Leider ein paar Plätze weg. Wir werden ein Auge auf ihn haben ob er zum Glas des Nachbarn greift.
Ich denke aber dass die Auftritte von Latein- und Standardtänzern ihn ablenken werden und begeistern. Wir können auf jeden Fall unsere geplanten vorhaben nicht zurückstellen. Unser Leben muss auch weitergehen. Danach werden wir verstärkt an eine gute Lösung fürdie Unterbringung arbeiten und ich hoffe ich finde etwas annehmbares.

10.11.2019 | 08:02
martinhamborg

Hallo Ziska, danke für die Informationen, so wie Sie schreiben, bin ich überrascht, woher die Diagnose der Schizophrenie kommt. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie noch viele bewegende gemeinsame Momente erleben und eine guten Plan B für den Notfall haben, Ihr Martin Hamborg

25.01.2020 | 19:30
Ziska

Hallo Herr Homburg.
Jetzt war ich mit dem Bekannten bei einem anderen Arzt bzw Arztin.

Er wurde ernst genommen. Untersucht gründlicher und wir haben uns beide gut aufgehoben gefühlt.

Die Aggressionen sind fast nicht mehr da. Der unbändige Hunger ja. Er schlingt regelrecht. Verschluckt sich so sehr dass es nur noch gurgelt.

Die Psychiaterin hat die Diagnose der Schizophrenie nicht bestätigen können.

Der langjährig behandelnde Neurologe hat 0.5 Risperidon gleich auf 3 kg erhöht. Also morgens und abends das wären dann 6.

Die jetzige meinte man solle das wieder reduzieren.

Es geht ihm Tel gut. Die mittelschwere Demenz wurde jetzt als leicht eingestuft und sie meinte man solle versuchen mit ihm zu arbeiten. Da wäre noch was möglich.

Ich habe das Gefühl wir sind endlich Mal gut aufgehoben.

Es ist für all nicht ganz einfach. Mein Lebensgefährte hat zweite Hüfte bekommen.

Vielleicht können wir noch Mal an die gemeinsame Wanderzeit anknüpfen.

Herzlichen Dank für die Ratschläge

26.01.2020 | 10:23
martinhamborg

Hallo Ziska, das freut mich sehr, dass alles eine so gute Wendung bekommen hat und sich mit der neuen Ärztin nicht nur ein altes Stigma auflöst, sondern auch ganz viel neue Lebensqualität zu erwarten ist!

Der sehr stabile Bezugsrahmen wird die langsame Reduzierung des Risperidals unterstützen. Achten Sie bitte in dieser Zeit besonders auf Veränderungen. Auf der einen Seite kann ein zu schnelles Absetzen zu schlimmen Nebenwirkungen führen und anderseits ist mit neuer Lebenskraft auch wieder mehr ungesteuerte Aggressivität möglich. Nach Ihren Beschreibungen spricht ja Einiges für eine frontotemporale Demenz, auch die sog. "Hyperoralität" passt dazu. Wenn dies so wäre, ist trotzdem alles gut und richtig, was sie machen: Sie haben eine verlässliche Beziehung aufgebaut und Ihr Bekannter hat eindrucksvoll erfahren können, wie "gut Sie es mit ihm meinen". Damit können Sie mit bestem Gewissen die Grenzen setzen, die er in der Selbststeuerung von sich aus (krankheitsbedingt) nicht mehr schafft, sollte er von dieser Krankheit betroffen sein.

Natürlich wünsche ich Ihnen allen, dass das alles nicht der Fall ist und Sie nach einem langen bösen Alptraum die Wanderungen mit der neuen Hüfte Ihres Partners genießen! Ihr Martin Hamborg



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