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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Bekannter im Heim
05.06.2020 | 12:29
Ziska

Naja die Polizei hat sich bei Gercht beschwert so nach demMotto man wäre kein guter Betreuer.
Der Richter kommt eh am 10. wg. dem Chip den wir beim Wandern benützen wollten.
Schauenwir mal was er sagt.
Das Landratsam hat die Meinung der Polizei nicht bestätigt. Wenigstens das.
Es wurde die Vermutung geäußert dass er nicht gut versorgt sei. Sein Zimmer würde vermutlich dementsprechend aussehen.
Ich habe meine Meinung dazu kundgetan und schaue mal wie es weitergeht.
Eigentlich sollte Polizei so einen Menschen schützen nur er kann auch gut schauspielern und weiß andererseits nach einer halben Stunde nicht mehr dass er und was er gegessen hat.
mfg

08.06.2020 | 09:09
martinhamborg

Hallo Ziska, Ihre Gelassenheit möchte ich sehr unterstützen!
Der Besuch des Richters ist eine gute Chance für eine Gesamtwürdigung der letzten Jahre. Insofern war die Beschwerde der Polizei irgendwie hilfreich... Vielleicht machen Sie sich die Mühe und drucken diesen Chat für den Richter aus. Sie haben es - auch gegen meine fachliche Einschätzung - geschafft, Ihrem Bekannten eine wertvolle Zeit zu schenken. Selbst wenn jetzt irgendwann ein Heim erforderlich werden sollte, kann Ihnen diese Zeit nicht "weggenommen werden". Möglicherweise führt die zunehmende Vergesslichkeit dazu, dass Ihr Bekannter jetzt zufriedener in einem Heim leben könnte. Aber vielleicht hat der Richter eine gute Idee, wie Ihr gemeinsames Wohnen noch besser gestützt werden kann und wann vielleicht eine "Notbremse" erforderlich wird.
Ihnen allen viel Kraft und gute Ideen für die nächsten Herausforderungen, Ihr Martin Hamborg

08.07.2020 | 16:29
Ziska

Hallo Herr Hamborg,
ich habe das getan, hatte auch einen verständnisvollen Richter der hat auch das immer gesehen und sich auch einen Überblick verschafft. Es ging um einen chip beim Wandern damit wir ihn wieder finden.
Manchmal ist es aber gar nicht so einfach die Maßnahmen durchzuführen, dann kommt schon wieder was.
Wir sind nun manchmal wirklich überfordert und im nachhinein sage ich hätte man es merken müssen oder einen Arzt rufen.
Der Bekannte hat sich immer weiter reingesteigert und ich denke zum Schluß meinte er, wir hätten ihn verraten, meinte immer wieder wann kommen denn die um michzu holen. Ich dachte er höert wieder auf.
Wollte meine Handys ins Haus bringen und dann hatte er Panik. Wollte unbedingt weg, hat auf der Straße noch gerufen "Wir waren Freunde" also die reinste Verzweiflung und Panik.
Die Polizei rief dann an, er wollte nicht nach Hause, dann haben sie ihn in die Psychiatrie.
Es gibt keinen Unterbringungsbeschluß er ist angeblich freiweillig in der geschlossenen.
Das Landratsamt hat mich gedrückt und meinte ob ich nicht einen Heimplatz hätte. Das habe ich in einem Kompetenzzentrum Demenz.
Die Klinik würde ihn auch so lange behalten also direkt von der Psychiatrie in das Kompetenzzentrum.
Für uns sehr schmerzlich und heute habe ich ihn besucht, da meinte der Zimmernachbar er will nach Hause wohnt da und da. also er konnte dem Nachbarn sogar die Adresse vermitteln.
Jetzt stehe ich vor der schwierigen Entscheidung die nicht leicht ist.
Einerseits würde ich ihm noch eine Chance geben, denn das Heim ist eben dann für immer andererseits werde ich von allen bedrängt jetzt diesen Schritt zu tun.
Nu wenn er mir gleich wieder wegläuft? Habe das auch mit einem Rechtsbeistand besprochen.
Mein Lebensgefährte und ich haben es hier auch besprochen ob wir die Selbständigkeit von ihm falsch eingschätzt haben und nicht gesehen haben wie hilflos er eigentlich ist.
Heute hat er Geburtstag und da kam noch nicht einmal ein Anruf von seiner Familie. Traurig.
Ich meine irgendwann mal uss dieser Schritt kommen und wenn ich schon einen Heimplatz ghabe....

10.07.2020 | 12:07
martinhamborg

Hallo Ziska, es ist gut, dass Ihr Bekannter den Weg in die Psychiatrie gefunden hat, denn alles was Sie schreiben, spricht für eine psychotische (schizophrene) Phase, die durch Medikamente behandelbar ist. Hier ist die Einschätzung der Klinik sehr wichtig. Ich habe es ja schon mal geschrieben: Sie hatten eine unerwartet lange gute Zeit. Es kann sein, dass sich Ihr Bekannter so erholt, dass wieder eine zeitlang geht und irgendwann ein nächster Schub ein schnelles Handeln erforderlich macht. Es kann sein, dass das neue Heim die gemeinsamen Aktivitäten unterstützt und Sie weiterhin viel miteinander machen können, so wie ich es immer sage: Das Heim die Pflicht - Sie die Kür.
Beider Wege können richtig sein, also wünsche ich Ihnen sehr, dass Sie gemeinsam eine gute Entscheidung finden.
Ihr Martin Hamborg

10.07.2020 | 14:36
Ziska

Leider spricht er nicht, stellt sich total auf unwissend und das wird alles auf alzheimet Verschlechterung geschoben. Da hier nicht kommuniziert wird ist das sehr schlecht für ihn.
Ich habe einen Platz im kompetenzzentrum demenz.
Nach langem hin- und her.
Ich denke es wird das beste sein. Wir sind in der Nähe. Er kann sich einleben und wenn er sich wohlfühlt wäre das gut.
Am Montag habe ich einen Termin mit der pflegeleitung.
Von der psychiatrie wurde eine Verlegung in ein pflegeheim angeraten. Das ist eine sehr schwierige Situation.
Gegen die Psychose kann nix unternommen werden wenn nicht geredet wird.
Er stand hier schon mit Messer in der Hand und meinte Kehle durchschneiden wegen dem Hunger oder "komm hau mir eine über den Kopf dann isdes birbei" er leidet sehr. Nur mit der psychiatrie kann man das nicht kommunizieren. Wird alles runtergespielt. Kurz gefragt geht es ihnen gut. Er sagt ja und dann wars das
Schade.
Ich habe bei dem pflegeheim ein gutes Gefühl. Und hoffe die können ihn so beschäftigen dass es für ihn erträglicher wird.
Andererseits kann ich froh sein dass ich den gewünschten heim platz habe.
Wenns gar nicht gut geht muss man weitergehen, nur zu viele Veränderungen sind nicht gut für ihn.
Das stationsteam im Oktober hatte unbedingt beschützen Bereich angeraten. Jetzt soll er in den offenen.
So ganz glücklich bin ich mit der Situation nicht. Hätte mir mehr von der psychiatrie gewünscht.es ist jetzt so wie es ist. Lange abgewägt

10.07.2020 | 14:43
Ziska

Leider spricht er nicht, stellt sich total auf unwissend und das wird alles auf alzheimet Verschlechterung geschoben. Da hier nicht kommuniziert wird ist das sehr schlecht für ihn.
Ich habe einen Platz im kompetenzzentrum demenz.
Nach langem hin- und her.
Ich denke es wird das beste sein. Wir sind in der Nähe. Er kann sich einleben und wenn er sich wohlfühlt wäre das gut.
Am Montag habe ich einen Termin mit der pflegeleitung.
Von der psychiatrie wurde eine Verlegung in ein pflegeheim angeraten. Das ist eine sehr schwierige Situation.
Gegen die Psychose kann nix unternommen werden wenn nicht geredet wird.
Er stand hier schon mit Messer in der Hand und meinte Kehle durchschneiden wegen dem Hunger oder "komm hau mir eine über den Kopf dann isdes birbei" er leidet sehr. Nur mit der psychiatrie kann man das nicht kommunizieren. Wird alles runtergespielt. Kurz gefragt geht es ihnen gut. Er sagt ja und dann wars das
Schade.
Ich habe bei dem pflegeheim ein gutes Gefühl. Und hoffe die können ihn so beschäftigen dass es für ihn erträglicher wird.
Andererseits kann ich froh sein dass ich den gewünschten heim platz habe.
Wenns gar nicht gut geht muss man weitergehen, nur zu viele Veränderungen sind nicht gut für ihn.
Das stationsteam im Oktober hatte unbedingt beschützen Bereich angeraten. Jetzt soll er in den offenen.
So ganz glücklich bin ich mit der Situation nicht. Hätte mir mehr von der psychiatrie gewünscht.es ist jetzt so wie es ist. Lange abgewägt

10.07.2020 | 16:14
martinhamborg

Hallo Ziska, nur kurz, wenn er nicht spricht, heißt das nicht, dass er nicht hört. Auch bei einer schwersten Psychose kommt an, wenn ein Freund es gut mit dem Menschen meint. Sie können ihn an Ihren Gedanken zum neuen Heim und zu den Möglichkeiten teilhaben lassen, auch wenn er nichts dazu sagt!
Die enorm starke innere psychotische Anspannung wird in der Situation mit dem Messer sehr deutlich. Die Nähe und Unterstützung durch den Abstand im Heim ist da wohl der bessere Weg, wenn es erst mal nur geschlossen geht, muss das in einer guten Einrichtung kein Problem sein. Behalten Sie Ihre Kraft, Ihr Martin Hamborg

14.07.2020 | 19:06
Ziska

Hallo Herr Hamburg,
Ich glaube man sollte immer Mal kurz durchschnaufen, es kommt meistens anders als man denkt.
Gestern war ich noch mit gemischten Gefühlen im Heim und habe Unterlagen geholt.
Heute kam der Anruf dass er wieder entlassen wird.
Nachdem niemand in der Klinik mit uns kommuniziert hat schon makaber.
Jetzt schauen wir Mal wieder wie er sich verhält.
Was mir Sorgen macht war die Aussage "Sie kriegen nie mehr einen Heimplatz".
In den offenen Bereich lasse ich ihn nur mit seinem
Einverstandnis.
Ach könnten manche Menschen nur sehen dass dieses Verhalten krank ist und man das mit wegwerfen auch nicht ändern kann.
Man sollte mehr Unterstützung bekommen und Hilfe von einer Klinik nicht so viel Druck.

Wir haben uns auch Gedanken gemacht und wollen den Mittelweg einschlagen zwischen reizarm und Überforderung, schauen wie er sich verhält.

19.07.2020 | 11:01
martinhamborg

Hallo Ziska, ich hoffe sehr, dass die Mitarbeiter in der Klinik professionell mit der Entschäuschung umgehen und ein weiterer Aufenthalt möglich ist. Es kann auch sein, dass es herausfordernd provokativ gemeint war, denn es kommt sehr oft vor, dass sich Angehörige gegen den ärztlichen Rat entscheiden und Menschen immer und immer wieder eingewiesen werden - das ist normal! Sollte es diesbezüglich Schwierigkeiten geben, werden wir uns hier sicher austauschen.
Haben Sie eine gute nervenärztliche Unterstützung, denn diese Phase kann wiederkommen, auch wenn die Medikamente dazu da sind, dies zu verhindern. Ihnen wünsche ich, dass Sie Ihre Gelassenheit und innere Ruhe behalten und im Zweifel wieder schnell reagieren. Sie haben Ihrem Bekannten eine so lange und so schöne gemeinsame Zeit geschenkt, das gibt es wirklich selten und hat die Unterstützung der Profis verdient. Ihr Martin Hamborg

19.07.2020 | 14:21
Ziska

Hallo Herr Homburg,
Hat sich herausgestellt dass das risperidon sein essverhalten gesteigert hat, auch viele Blutwerte waren erniedrigt. Das Medikament wurde umgestellt und er benimmt sich wie vorher. Kein Schreien mehr, keine Wahnvorstellungen.
Leider weiss man auch nicht wie schnell die Krankheit fortschreitet.
Es ist im Moment richtig angenehm.
Keine einfachen Entscheidungen.
Wir feiern jetzt erstmal Geburtstag nach. Dann spreche ich mit Hausarzt und neurologin.
Werde mich wieder melden.



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