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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Kostenerstattung für Angehöroge
16.05.2018 | 11:16
Lorina46

Sehr geehrte Damen und Herren,
grundsätzlich ist es ja so, dass man seinen zu pflegenden Angehörigen gern zum Arzt oder zu anderen medizinisch notwendigen Behandlungen fährt. Sicherlich ist davon auch auszugehen, dass in manchen Familien es üblich ist, dass man ein kleines "Spritgeld" dem Verwandten gibt. Wie soll das aber in einer Zeitspanne von 10 Jahren aussehen, wenn der Betroffene, zu Fahrende, mittlerweile stärker an Demenz leitet und man Fahrtkostenzuschüsse beantragt und bekommt z. B. bei 6 Fahrten hin und zurück gerademal 1, 90 € erstattet bei 80 km Fahrtstrecke insgesamt? Vom Angehörigen möchte man es nicht verlangen, weil der Bezug zum Geld verloren gegangen ist und selbst hat man als Angehöriger immer mehr Ausgaben und Zeitaufwand zu bewältigen. Wann wird auch mehr für Pflegende getan und wenn es das gibt, dann warum so erschwert?

16.05.2018 | 18:25
birgitspengemann

Sehr geehrte Lorina,

da Sie bereits Fahrtkosten für Ihre/n Angehörige/n bei der Krankenkasse abgerechnet haben, gehe ich davon aus, dass diese/r die Voraussetzungen für die Erstattung von Arztfahren erfüllt und diese entsprechend von der Kasse genehmigt worden sind.

Es gibt neben der Inanspruchnahme von Arztfahrten durch Taxi- oder Krankentransport-Unternehmen auch die Möglichkeit, Fahrten mit Privatfahrzeugen abzurechnen. Bei der AOK Nordost zum Beispiel richtet sich Kilometerpauschale nach dem Bundesreisekostengesetz und beträgt zurzeit 20 Cent pro Kilometer. Ob andere Krankenkassen sich ebenfalls daran orientieren, müsste vor Ort erfragt werden.

Zu beachten ist aber, dass bei der Erstattung der Arztfahrten immer auch eine Zuzahlung des Versicherten von 10 Prozent des Fahrpreises, mindestens aber 5 bis maximal 10 Euro pro Strecke, zu leisten sind. Da bleibt leider von der Kilometerpauschale für private Arztfahrten nicht viel übrig. Es sei denn, der Betroffene ist von der Zuzahlung befreit.

Wenn Ihnen die Arztfahrten für Ihre/n Angehörige/n im Privatwagen zu teuer oder zeitaufwendig sind, gäbe es die Möglichkeit, die Fahrt mit einem Taxi durchzuführen und die Quittungen dann bei der Krankenkasse einzureichen. Aber auch hier wird die Höhe der Erstattung durch die Zuzahlung gemindert.

In diesem Zusammenhang wäre ein Antrag auf Zuzahlungsbefreiung vielleicht sinnvoll bzw. zu prüfen. Chronisch Kranke müssen 1% ihres Jahreseinkommens an Zuzahlungen leisten. Was darüber hinaus an Zuzahlungskosten anfällt wird, auf Antrag, von der Krankenkasse erstattet. Einige Krankenkassen bieten inzwischen die Möglichkeit einer Vorauszahlung am Jahresanfang an, so dass die Betroffenen gleich für das gesamte Jahr von den Zuzahlungen befreit werden können.

Mit freundlichem Gruß
Birgit Spengemann

17.05.2018 | 13:21
Lorina46

Sehr geehrte Frau Spengemann,
das ist richtig mit der Zuzahlung und der prozentualen Eigenanteil. Früher war mein Vater Zuzahlungsbefreit und hat den Eigenanteil in Vorauskasse geleistet. Er ist aber bei näheren Hinschauen nie auf die Summe an Kosten die anfielen gekommen. Also Vorauszahlung war mehr als Kosten. Naja, aber wenn ich es mir recht überlege, so sollte ich die Ausgaben meines Vater abermals überprüfen, so dass vielleicht die Vorauskasse wieder zweckmäßiger wäre. Danke für den Anstoß! Manchmal sieht man den Wald eben voller Bäume nicht!

LG C.



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