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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Beschimpfungen und Unterstellungen erste Demenz Symptome?
27.11.2018 | 23:19
Familievonoma

Meine Oma(79 Jahre) zeigt sich seit ca 1 Jahr Wesens verändert. Sie beschuldigt uns ständig irgendwelche Sachen bei ihr aus der Wohnung zu stehlen ( Geschirr, Löffel, Bierkrüge, Weihnachtsdeko, Geld usw...)
Nun ist es aber so das sie schon vor 6 Monaten ihr Schloss ausgewechselt hat und niemand von uns einen Schlüssel zu ihrer Wohnung hat.
Trotzdem würden wir weiter in ihrer Wohnung stehlen so das sie nun vor 3 Wochen wieder ein neues Schloss hat einwechseln lassen.
Vor 2 Tagen hat sie nun behauptet das Geld fehlt.
Daraufhin hat sie ihre eigene Tochter was meine Mutter ist bei der Polizei angezeigt.
Wir wollten daraufhin ein Gespräch bei ihrem Hausarzt haben ,für eine Beratung und evtl weitere Vorgehensweise.
Der Arzt hat das Gespräch komplett mit uns verweigert.
Er wolle nicht mit uns sprechen ...war seine Aussage welche uns seine Sprechstundenhilfe ausgerichtet hat.
Ist sowas überhaupt gerechtfertigt?
Wir sind natürlich nun sehr fassungslos und auch hilflos, da wir nicht wissen wie wir meiner Oma helfen können.
Alle versuche sie mal zu einem anderen Arzt zu schicken und sich untersuchen zulassen sind fehlgeschlagen.
Sie sagt dann immer sie wäre gesund und völlig klar im Kopf und wir sollten uns mal untersuchen lassen.

02.12.2018 | 10:53
svenjasachweh

Hallo Familievonoma,

ja, das was Sie schildern entspricht ziemlich genau dem, was man als erste Hinweise auf eine Demenz und als Alarmsignale aus vielen anderen Fällen kennt. Leider ist auch die Reaktion des Hausarztes nicht untypisch - manche Erkrankte haben eine so gute Fassade und wirken so überzeugend, dass ihre (ja oft überarbeiteten) Ärzte sich täuschen lassen. Auch besteht für ihn tatsächlich Schweigepflicht, er ist also rein rechtlich gesehen einzig und allein Ansprechpartner Ihrer Großmutter. Dass eigentlich auch seine Alarmglocken schrillen müssten, steht auf einem anderen Blatt.
Möglicherweise hilft Ihnen der örtliche Sozialpsychiatrische Dienst weiter: Die Leute dort haben ja von Berufs wegen Erfahrung mit solchen Problemsituationen und wissen am ehesten, welche Mittel und Möglichkeiten Sie zur Intervention hätten. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie baldmöglichst einen für Ihre Familie gangbaren Weg finden werden!

S. Sachweh



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