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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Umgang mit dem Nicht-Erkennen
29.11.2018 | 18:14
TochtereinesKranken

Mir fällt es sehr schwer, dass mein Vater mich nicht mehr erkennt. Damit meine ich nicht, dass er meinen Namen nicht mehr weiß, sondern dass er nicht einmal mehr weiß, in welcher Beziehung ich zu ihm stehe/dass er eine Tochter hat.

Haben Sie Gedanken, wie ich damit umgehen kann?

30.11.2018 | 07:19
Jutta60

Hallo Tochter,
auch ich bin die Tochter einer Demenzkranken und habe das bei meiner Mutter auch erlebt. Sie musste diese Krankheit bis zum Ende ertragen. Einige Monate vor ihrem Tod hat sie mich auch nicht mehr erkannt und nicht mehr mit Namen angesprochen. Ja, was soll ich Ihnen antworten? Ich weiß, dass das ein unglaublicher Schmerz ist, dass es keine Hoffnung gibt. Dass Ihr Vater nie wieder in sein früheres Leben zurückkommen kann, dass Sie ihn verloren haben, obwohl sein Körper noch da ist. Manche Dinge müssen einfach ausgehalten werden. Etwas anderes fällt mir nicht ein. Aber die Gefühle Ihres Vaters werden bis zu seinem Tod nicht verschwinden und wenn Sie genau hinsehen und - fühlen, dann werden Sie immer eine Vertrautheit bemerken. Versuchen Sie nicht, Ihren Vater mit Fragen zu quälen: wer bin ich? Erkennst Du mich? oder so. Das stresst die Kranken unnötig. Versuchen Sie, soweit Ihnen das möglich ist, ihm in seine kleine Welt zu folgen und ihn dort zu lassen. Ich habe meiner Mutter immer etwas erzählt, in ihrem Dialekt und ich bin sicher, dass sie bis zu ihrem Tod eine Verbundenheit mit mir gespürt hat. Vielleicht hilft Ihnen das etwas. Alles Gute für Sie und für Ihren Vater!

30.11.2018 | 16:58
TochtereinesKranken

Danke für die tröstlichen Worte - nein, ich frage meinen Vater nicht nach meinem Namen. Manchmal erkenne ich am Umgang, dass ich ihm vertraut bin, manchmal sehe ich an seinem Blick, dass er mich gar nicht einordnen kann...

02.12.2018 | 11:16
svenjasachweh

Hallo TochtereinesKranken,

haben Sie schon einmal ausprobiert, sich bei jeder Begegnung nebenbei und unauffällig vorzustellen: "Hallo Papa, ich bin's, deine Tochter xy!"
Manchen Erkrankten hilft das gesichtswahrend auf die Sprünge.
Eine Tochter hat mir auch einmal erzählt, dass ihre Mutter sie besser erkennt, wenn sie sich selber klein macht und beispielsweise vor ihr hockt und aus "Kinderperspektive", also von unten aufschauend, mit ihr redet...

Es grüßt Sie freundlich
S. Sachweh

03.12.2018 | 11:05
TochtereinesKranken

Das probiere ich beim nächsten Treffen aus, vielen Dank!



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