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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Was bedeutet das?
02.01.2019 | 15:04
ErrorSenni

Liebes Forum,
ich habe im Krankenhaus u.a. folgende Diagnose bekommen:

Leukenzephalopathie Fazekas Grad III

Noch nie gehört. Was sagt mir das?

Vielen Dank im Voraus
ErrorSenni

05.01.2019 | 11:53
elmarkaiser

Sehr geehrter Fragensteller,

in der Bildgebung des Gehirns wurden offenbar am ehesten gefäßbedingte Veränderungen festgestellt, die über eine sogenannte visuelle Analogskala in ihrer Ausprägung eingeteilt werden (Fazekas-Skala). Stufe 3 umfasst dabei deutlich sichtbare Veränderungen. Da Sie aber in Ihrer Frage auch berichten, dass Sie "u.a." diese Diagnose erhalten haben, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt noch einmal darüber sprechen - besonders darüber, ob sich daraus eine Behandlungskonsequenz ergibt, oder ob diese Diagnose als "Zufallsbefund" festgestellt wurde und zunächst keine weitere Maßnahmen erfolgen.

Ich wünsche Ihnen in jedem Fall alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. E. Kaiser

05.01.2019 | 12:53
ErrorSenni

Guten Tag,
erst einmal vielen Dank für die Antwort.
Der Befund kam so zustande, dass man nach einem vermuteten Gehirnschlag gesucht hat. Dabei wurde eine gravierende Unterversorgung der rechen Gehirnhälfte festgestellt. 85%tige Stenose der Schlüsselbeinschlagader- Mittels Stent wurde sie geweitet. Gesagt werden muss auch, dass ich an einer chronischen KHK sowie COPD Gold3 ohne Sauerstoffpflicht leide. Daraus resultierten 2 Herzinfarkte in 02/18 und 03/18. Insgesamt 4 Sents im März 2018 sollen nun Abhilfe schaffen. Mit Medikamenten habe ich nun die KHK nach meinem Empfinden einigermaße im Griff.
Nur die attestierte Leukenzephalophathie Fazekas Grad III macht mir große Sorgen da die Ärzte im Krankenhaus beim Abschlussgespräch unmissverständlich andeuteten, die Krankheit würde wohl langsam fortschreiten und man könne wenig dagegen tun. Selbst mein Hausarzt kennt sich damit kaum aus. So eine Diagnose hatte er noch nicht.
Ist nun Fazekas Grad III ein Zustand der weitere Maßnahmen erfordert oder kann man dieses Problem erst einmal beobachtend "aussitzen"?
Natürlich hoffe ich nicht auf eine Ferndiagnose wohl aber eine Antwort nach dem Motto "bei so einer Konstellation der Symptome sollte man . . . . . . .oder könnte man . ..... ."

Das Einzige, was mir im Moment Schwierigkeiten macht, sind meine Vergesslichkeit und eine leichte Gangunsicherheit sowie gelegentliche leichte Schwindelanfälle. Deswegen fahre ich auch nicht mehr Auto.
Ach, dass habe ich beinahe vergessen: Ich werde bald 73 Jahre alt.

Vielen Dank

07.01.2019 | 13:41
elmarkaiser

Sehr geehrter Fragensteller,

die bereits im Gehirn vorhandenen Veränderungen sind leider nicht rückgängig zu machen. Allerdings kann eine optimale Einstellung von Blutdruck und Blutfettwerten dazu beitragen, dass wenige neue Veränderungen auftreten. Letztlich spiegelt der Begriff Leukenzephalopathie einen Zustand wider, bei dem verschiedene Hirnareale aufgrund von Gefäßveränderungen zerstört wurden, meist aufgrund von sogenannten Mikroinfarkten, die aber in Summe zu deutlichen Veränderungen führen können. Ein ähnlicher Begriff dafür lautet auch vaskuläre Demenz, wobei die jeweilige Symptomausprägung sehr unterschiedlich sein kann und stark von den jeweils betroffenen Hirnarealen abhängt. Eine optimale internistische Behandlung dürfte für Sie der beste Weg sein, neu auftretende Veränderungen des Gehirns zu begrenzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. E. Kaiser



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