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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Anspruch auf Krankenfahrt(en)?
06.01.2019 | 09:54
ErrorSenni

Guten Tag,
vorneweg meine Daten:
Schwerbehindert 100% mit Merkzeichen G, Pflegestufe 2.
Der Fall: Ich muss alle 3 Monate zu Kontrolluntersuchungen. Lungenfacharzt wg. COPD Gold IV und zum Internisten wg. KHK (2 Herzinfarkte in 2018).
Da ich auf Grund erheblicher Einschränkungen weder selbst mein Auto nutzen kann noch eine vorhandene Busverbindung, bin ich auf Krankenfahrten angewiesen.
Meine Frage: Habe ich einen gesetzlichen Anspruch auf diese Fahrtenfür den Fall, dass die AOK eine Übernahme der Fahrtkosten (Taxi) ablehnt?

Vielen Dank
ErrorSenni

07.01.2019 | 18:04
birgitspengemann

Sehr geehrte/r ErrorSenni,

die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Krankenfahrten (Taxi) und -transporte unter folgenden Voraussetzungen:

- für die Fahrt zu einer stationären oder teilstationären Behandlung (z.B. im Krankenhaus oder in einer Rehabilitationseinrichtung)
- zu ambulanten Operationen
- bei vor-/nachstationärer Behandlung, wenn eine an sich notwendige Behandlung
in einer voll- bzw. teilstationären Einrichtung dadurch verkürzt oder vermieden werden kann,
- bei Vorliegen der Merkzeichen „aG“(außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“(blind) oder „H“ (Hilflosigkeit) im Schwerbehindertenausweis,
- bei Pflegegrad 3, wenn Arzt eine Mobilitätseinschränkung feststellt
- bei Pflegegrad 4 oder 5
- bei ambulanter Dialyse, onkologischer Strahlen-oder Chemotherapie und
- in Ausnahmefällen zur ambulanten Behandlung.

Da Sie weder ein Merkzeichen aG im Schwerbehindertenausweis noch einen Pflegegrad 3 mit Mobilitätseinschränkung beziehungsweise Pflegegrad 4 vorweisen, liegen auch nicht die Voraussetzungen für eine regelmäßige Kostenübernahme von Arztfahrten vor. Eventuell kommt eine der anderen Voraussetzungen für eine Kostenübernahme in Frage. Dies müssten Sie mit dem behandelnden Arzt besprechen, der die Verordnung für die Krankenbeförderung für den jeweiligen Termin ausstellt. Die Verordnung muss dann rechtzeitig vor dem Termin bei der Krankenkasse eingereicht werden.

Sie haben außerdem die Möglichkeit, einen Antrag auf Neufeststellung der Behinderung beim zuständigen Versorgungsamt zu stellen und das Merkzeichen aG zu beantragen.

Mit freundlichem Gruß
Birgit Spengemann

08.01.2019 | 11:02
ErrorSenni

Liebe Frau Spengemann,

vielen Dank für die umfassende Antwort. Sie hat mir sehr geholfen.

LG
ErrorSenni



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