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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Frontotemporale Demenz oder Schitzophrenie
09.02.2019 | 20:09
Anna.B

Hallo, ich habe eine Frage bezüglich zu dem Krankheitsverlauf meiner Mutter,
Sie hat eine Frontotemporale Demenz diagnostiziert bekommen, allerdings treffen viele Beschreibungen dieser Demenzform nicht auf meine Mutter aktuell zu.

Meine Mutter ist 65 Jahre alt, schon im Kindesalter war sie Verhaltensauffällig (Wutausbrüche,hysterisches Verhalten)
Die Familiengeschichte verlief negativ bei meiner Mutter, Der Vater war Choleriker und Alkoholiker die Mutter Arbeitslos und kümmerte sich nicht.

Im Alter von ca 20 Jahren äußerten sich relegmäßig im Zeitraum von 6-7 Wochen Wut bzw Wahnausbrüche, diese verkürzen sich im Laufe der folgenden Jahre, mit der Zeit entwickelte sich aus dem unordentlichen Verhalten ein Messisyndrom, mit 40 Jahren bekam meine Mutter die Diagnose Manifestierte Schitzophrenie, diese Erkrankung ließ meine Mutter nie behandeln.

Meine Mutter ist schon immer unkoordiniert und vergesslich gewesen und lebte immer schon in ihrer eigenen Welt das war vor 15 - 20 Jahren schon aktuell. An diesem Verhalten hat sich nichts geändert.

Meine Mutter ist weiterhin Verhaltensauffällig aber nicht aggressiv, teilnahmslos, Empathielos oder weist sonstige Merkmale der Frontotemporalen Demenz aktuell auf, unter anderem akzeptiert sie auch die gestellte Diagnose.

In der Familie gibt es keine Demenzerkrankungen.

Die Diagnose wurde anhand einer PET Untersuchung gestellt, diese weist Veränderungen im Stirn und Schläfenbereich auf. Nach meinen Recherchen ist bei Schitzophrenie erkrankten Personen eine Hirnveränderung im gleichen Bereich zu erkennen unter anderem auch eine Atrophie durch verminderte Durchblutung sowie ein Zelluntergang im Frontotemporalen Bereich.

Inwieweit lässt sich durch diese Untersuchungsmethode eine FTD genau stellen und können auch andere Erkrankungen solch ein PET Befund nahe kommen?

Eine Beratung in einer Humangenetik sei nicht unbedingt nötig bei mir, so die Aussage der Ärzte ?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Bemühungen und würde mich über eine Antwort sehr freuen.

12.02.2019 | 17:05
elmarkaiser

Sehr geehrte Fragenstellerin,

in der Tat könnte der von Ihnen genannte PET-Befund mit einer Erkrankung aus dem sogenannten schizophrenen Formenkreis vereinbar sein. Dafür sprechen zudem die langjährige Krankengeschichte, die bereits früher erfolgte Diagnosestellung einer Schizophrenie sowie die von Ihnen berichtete aktuelle psychopathologische Symptomatik. Empfehlenswert wäre unter Umständen eine 2. Meinung einzuholen, z.B. im Rahmen der Vorstellung in einer universitären Gedächtnisambulanz. Die Therapiestrategien einer unbehandelten chronifizierten Schizophrenie unterscheiden sich grundlegend von denen einer degenerativen Demenzerkrankung. Insofern ist eine adäquate medikamentöse Behandlung der zu vermutenden schizophrenen Grunderkrankung eine echte Option zur Verbesserung der Lebensqualität Ihrer Mutter.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Mutter alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. E. Kaiser



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