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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Unruhezustände
03.03.2019 | 22:14
Utela

Wir sind sehr hilflos.
Meine 84 jährige Mutter leidet seit längerem an Unruhezuständen und Schlaflsigkeit. Sie läuft Tag und Nacht rum, betet und redet ununterbrochen, und findet keine Ruhe. Sie ist total müde und kann trotzdem nicht schlafen.
Es wurden schon viele Medikamente ausprobiert... angefangen mit Melperon, dann Pipamperon, Quertiapin, Zopiclon, Noctamid.... nichts hilft. Sie liegt zur Zeit auf der Psychiatrie. Aber auch dort hat bisher nichts gefruchtet. Wir möchten sie ungern ins Heim geben. Aber mein Vater schafft das so zu Hause nicht mehr.
Es tut uns in der Seele weh, zu sehen, dass sie absolut nicht ruhig wird.
Hat jemand einen Tip für uns?
Wir sind verzweifelt.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.2019 um 13:54.]

10.03.2019 | 18:00
elmarkaiser

Sehr geehrte Fragenstellerin, sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Schilderung klingt nach einer wirklich schwierigen Gesamtsituation. Natürlich wäre es wünschenswert, mittels eines Medikamentes eine deutliche Verbesserung des Schlaf-Wach-Rhythmus erzielen zu können. Leider stellen die von Ihnen genannten Präparate im Wesentlichen bereits den etablierten Standard der Medikation in solchen Situationen dar. Eine weitere Möglichkeit ist noch die zusätzliche Gabe von sogenannten Antidementiva, die Ihre Mutter aber möglicherweise ohnehin bereits erhält. Diese Substanzgruppe soll nicht nur das erkennbare Fortschreiten demenzieller Symptome verlangsamen, sondern auch gegen sogenannte "nicht-kognitive" Symptome, wie etwa Unruhe, Tag-Nacht-Umkehr, Schlafstörungen helfen. Ob dies möglich ist, hängt auch vom Stadium der Demenz ab, denn in weit fortgeschrittenen Stadien ist hirnorganisch die Schlaf-Wach-Regulation bereits mitbetroffen, sodass eine medikamentöse Beeinflussung sehr schwer sein kann.

Ich wünsche Ihrer Mutter und Ihnen alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. E. Kaiser



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