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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Übergabe von Geldbeträgen- Absicherung
14.03.2019 | 08:24
sonnenblümchen

Ich habe ja schon öfters geschrieben. Meine Mama ist dement. In regelmäßigen Abständen hole ich Geld von ihren Konto ab,weil sie es sich wünscht. Ich zähle ihr den Betrag vor und gebe ihr das Geld. Da sie dement ist,verschwindet das Geld im Müll, wird versteckt , verschenkt.Dies stört mich nicht, da es ihr Geld ist und sie damit machen kann was sie möchte. Jetzt zu meinem eigentlichen Problem. Es gibt noch Geschwister,die aber mit meiner Mutter gebrochen haben. Sollte sie versterben,werden sie vor der Türe stehen und erben wollen. Sie werden fragen,wo das Geld geblieben ist. Muss ich jetzt schon eine Liste führen,in der ich die Geldbeträge aufführe oder reicht es, wenn ich sage,dass meine Mutter dement war und das Geld weggeworfen hat. Ich möchte mich absichern,anderseits auch mir nicht Schriftverkehr zusätzlich aufhalsen. Meine Mutter würde unterschreiben,dass sie das Geld erhalten hat, aber mittlerweile gilt diese Unterschrift auch nicht mehr viel (kann angezweifelt werden).

14.03.2019 | 17:47
renategascho

Guten Tag,

wenn Ihre Mutter dement ist, benötigt sie einen Fürsprecher. Jemanden, der in ihrem Sinne die Verantwortung für verschiedene Bereiche im Leben übernimmt, weil sie vielleicht ihre Angelegenheiten wie z.B. den Bereich der Gesundheitssorge, der Wohnungsangelegenheiten, den Bereich der Finanzen oder ihre schriftlichen Angelegenheiten nicht mehr alleine regeln kann. Ist eine Demenz schon diagnostiziert oder ersichtlich, sollte Ihre Mutter keine Vollmacht mehr zu Ihren Gunsten unterschreiben weil sie es vielleicht gar nicht mehr versteht. Es ist vermutlich eher angebracht, dass Sie als Tochter beim zuständigen Betreuungsgericht einen Antrag auf eine freiwillige (ehrenamtliche) Betreuung stellen. Vorausgesetzt natürlich, dass dies auch Ihr Wunsch ist und Sie diese Aufgabe/Verantwortung übernehmen wollen. Aber auch als Tochter und ehrenamtliche Betreuerin müssen Sie dem Gericht einmal im Jahr Bericht erstatten. In finanziellen Angelegenheiten besteht diese Pflicht nicht jährlich sondern wenn die Betreuung endet. Aus diesem Grund ist anzuraten schon ab Beginn der Betreuungsübernahme den finanziellen Aspekt im Blick zu haben und zu dokumentieren. Über nähere Einzelheiten berät Sie hierbei der Betreuungsverein oder die Betreuungsstelle Ihres Bezirks. Der ganze Akt erspart Ihnen vielleicht auch einen späteren Streit/Vorwurf durch Ihre Geschwister.

Mit freundlichen Grüßen
R. Gascho




20.03.2019 | 09:22
sonnenblümchen

Guten Morgen Frau Gascho,
erst mal ein Danke schön für Ihre Antwort. Ich habe schon seit Jahren eine Generalvollmacht (Notar). Den Weg zum Amtsgericht möchte ich nicht gehen (noch nicht), da dann auch die anderen Geschwister angeschrieben werden,ob sie Betreuer werden möchten und wenn dann einer ,,JA schreit" kann ich mich jetzt schon streiten und nicht erst nach dem Ableben meiner Mutter. Der Notar meinte damals ,dass wenn ich diese Generalvollmacht habe ich nicht als Betreuer eingesetzt werden muss, sondern jetzt schon wie ein Betreuer handeln kann. Mit der Aussage, dass ich erst am Ende der Betreuung über finanziellen Angelegenheiten Auskunft geben muss , haben Sie mir geholfen.
LG

25.03.2019 | 12:21
renategascho

Guten Tag,

urlaubsbedingt erst heute meine Reaktion. Das Sie schon eine Generalvollmacht besitzen, habe ich aus Ihrer Anfrage nicht herausgelesen. Dann müssen Sie auch keinen Betreuungsantrag beim Gericht mehr stellen.

Bezüglich der Auskunftspflicht bei den finanziellen Angelegenheiten meinte ich die Rückmeldung an das zuständige Amtsgericht. Das entfällt nun aber in Ihrem Fall, weil Sie ja schon eine Generalvollmacht besitzen und deswegen dem Gericht keine Rechenschaft ablegen müssen.

Mit einem freundlichen Gruß
R. Gascho

25.03.2019 | 12:56
sonnenblümchen

Vielen Dank für Ihre Antwort! Guten Tag Frau Gascho! Ja, es war mein Fehler.Ich habe nicht geschrieben, dass ich eine Generalvollmacht habe. Ich hatte /habe Angst, dass ich nach dem Tode halt beschuldigt werde, Geld von meiner Mutter für mich verwendet zu haben. Aber mit dieser Angst , den Anschuldigungen muss ich wohl leben.
LG

04.05.2019 | 16:11
Dementus

Hallo Sonnenblümchen,

sorry, habe erst heute Ihren Beitrag gelesen. Vielleicht kann ich Ihnen ein wenig in Ihrem Problem mit den Angehörigen weiterhelfen.
Sie besitzen die Vorsorgevollmacht für Ihre Mutter und ich gehe davon aus, dass sie allumfassend ist. Allumfassend ist sie, wenn Sie für die Finanzen, wie für die persönliche Sorge Ihre Mutter verantwortlich sind. Das ist eine riesige und arbeits- und zeitintensive Verantwortung, die Sie da übernommen haben.
Ich verstehe, dass Sie bei der Familiensituation sich auch vor dem "danach" fürchten. Der Vollmachtgeber hat Anspruch, dass ihm Rechenschaft über Ein- und Ausgaben vom Vollmachtnehmer bekommt. Da die Mutter aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr in der Lage ist einer solchen Rechenschaft folgen zu können, gibt es aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten, wie sie sich für den Fall "danach" absichern können. Da wäre zum Einen zu klären, ob nicht doch eines der Kinder dazu bereit wäre, diese Rechenschaft (z.B. 1/4- jährlicher oder Jährlicher Nachweis der Einnahmen und Ausgaben) anstelle der Mutter entgegen zu nehmen und mit seiner Unterschrift zu bestätigen, dass alles korrekt ist. Zum zweiten gibt es die Möglichkeit der Kontrollbetreuung, die sie beim Amtsgericht, nur für den Nachweis der finanziellen Dinge, beantragen könnten.

Ich persönlich bin hingegangen und habe vom Girokonto der Schwiegermutter ein Unterkonto eingerichtet, mit dem ich alle notwendigen Zahlungen für ihre Pflege und Betreuung begleiche. Über diese Geldbewegungen führe ich jährlich einen Nachweis (Kontoauszüge und Belege) gegenüber den Kindern und lasse mir das auch schriftlich bestätigen. Das klappt sehr gut. Auf den Nachweis des Hauptkontos müssen die lieben Erben dann bis zum "Danach" zuwarten.

Mit freundlichen Grüßen

Dementus



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