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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Delir oder Demenz?
26.03.2019 | 21:23
Eriwa

Guten Tag,
mein Bruder wird im Juni 82 Jahre und nimmt bisher aktiv am Leben teil. Im November 2018 wurde Grauer und Grüner Star auf beiden Augen festgestellt. Die Tropfen zur Vorbehandlung des Grünen Stars riefen Halluzinationen hervor, das habe ich dem Augenarzt gesagt und es wurden andere Tropfen verschrieben. Die OP-Termine für den Grauen Star wurden im Januar festgelegt. Für ihn war das mit großer Aufregung verbunden und er hat seitdem starke Aussetzer erlitten (konnte z.B. seine seit vielen Jahren nach eigenem Rezept zusammengestellten Salate nicht mehr machen, wußte nicht mehr, wo das Geschirr ist, interessierte sich nicht mehr für seine Bankbewegungen, Auszüge usw.) Dazwischen war aber immer eine völlig normale Unterhaltung möglich, so daß ci hoffte, nach den Operationen beider Augen und Abklingen der Aufregungen würde es wieder nachlassen. Es wurde auch besser, was mir aber noch Sorgen macht, ist daß ich ihm z.B. sagen muß, wann die Wäsche gewechselt werden muß, wann er sich rasieren muß, das wäre früher nie passiert. Leider ist unser Hausarzt vor nicht langer Zeit gestorben und zu dem neuen habe ich noch kein so großes Vertrauensverhältnis aufgebaut, um mit ihm darüber gesprochen zu haben.
Könnte das alles eine durch die große Angst und Aufregung wegen der Augen (mein Bruder hat schon immer gern einen Elefanten aus jeder Mücke gemacht) hervorgerufene Verwirrung sein, die sich wieder legt? Oder geht eine Demenz los? - Wichtig ist noch, daß er keinerlei Medikamente nehmen muß, seit Nov. nimmt er 2x täglich Craton.
Vielen Dank für Ihre Einschätzung,
mfg

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.03.2019 um 21:26.]

27.03.2019 | 08:28
marclaesser

Sehr geehrte Eriwa,

ich kann Ihre Besorgnis sehr gut nachvollziehen. Die von Ihnen beschriebenen Veränderungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten können die unterschiedlichsten (durchaus auch behandelbare) Ursachen haben. Ein Delir, ein Überforderungserleben in der Auseinandersetzung mit der OP oder allgemein in der selbständigen Alltagsbewältigung, ein depressives Krankheitsgeschehen oder eben eine beginnende Demenz sind alles mögliche Erklärungen für diese Veränderungen. Genau deshalb wäre eine ausführliche fachärztliche Abklärung besonders wichtig. Im besten Fall kann die Ursache eingegrenzt und therapeutisch richtig behandelt werden. Unabhängig von der Diagnose gilt es ja das von Ihnen beschriebene hohe teilselbständige Niveau in der Alltagsbewältigung bei Ihrem Bruder möglichst lange zu erhalten und ihm somit auch eine möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen. Ich würde auf jeden Fall das Gespräch mit dem neuen Hausarzt suchen, ihm die Situation schildern und mit ihm gemeinsam über die weitere Vorgehensweise entscheiden.

Ihnen und Ihrer Familie vorerst alles Gute,

freundliche Grüsse,

Marc M. Lässer



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