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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor am Anfang
07.04.2019 | 18:06
Hansi_Muster

Hallo,
ich bin noch am Anfang, Vor 1/2 Jahr wurde nach einem Unfall ein CT gemacht. Neben der kleinen Hirnblutung sah der Arzt darauf noch "und dies sind deutliche Abnutzungerscheinungen die auf eine vorzeitige Demenz schliessen lassen". Schon damals hatte ich längere Zeit Schwierigkeiten mit Gesichtserkennung, konnte vielen Filmen nicht folgen weil ich die Leute nicht immer auseinander halten kann plus Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche und der Verlust Texte zu erfassen. Mittlerweile stelle ich täglich Sachen fest die ich vergessen habe. Bisher halte ich alles geheim. Dieser Text benötigte bisher 3 Neuanläufe. An wen kann ich mich wenden bevor ich Probleme z.B. mit dem Jobcenter oder meinem 2€-Job habe. LG

08.04.2019 | 09:02
martinhamborg

Hallo Hansi Muster, gut dass Sie sich hier melden und nach Möglichkeiten der Hilfe suchen.
Ihre Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen können mehrere Ursachen haben, Ihre Ausfälle in der Text- und Mustererkennung deuten sehr auf Folgen der Hirnblutung hin. Haben Sie mir Ihrem Arzt besprochen, was sie dagegen machen können? Üblich wäre z.B. eine neurologische Ergotherapie oder andere rehabilitative Maßnahmen. Wenn Sie diese Übungen konsequent auch allein weitermachen, sollte sich eigentlich eine Besserung einstellen. Sie könnten in der Therapie auch Strategien erarbeiten, wie Sie die Herausforderungen in Ihren Job bewältigen können.
Je mehr Sie aktiv gegen die Ausfälle vorgehen, desto weniger würde ich erwarten, dass Sie Ärger mit dem Jobcenter bekommen.
Auch den ersten Hinweisen auf einen beginnende Demenz können Sie nachgehen. Vereinbaren Sie bitte so schnell wie möglich einen Termin in der Gedächtnissprechstunde. Meistens ist dieses Angebot an eine Klinik angegliedert und damit gibt es viele diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Sie können auf der Datenbank in der Startseite Ihre Postleitzahl eingeben und Gedächtnissprechstunde und Ergotherapie ankreutzen. Dann bekommen Sie die Spezialisten in Ihrer Umgebung. Leider müssen Sie mit Wartezeiten rechnen, deshalb sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt darüber, denn je schneller Sie etwas tun, um so besser kann Ihr Gehirn die Ausfälle ausgleichen.
Vielleicht schauen Sie sich auch mal unser Forum Prävention, Diagnose und Therapie an, die beiden Kollegen kommen aus Gedächtnissprechstunden und Sie können sich auch mit Ihren Fragen an das andere Forum wenden.

Erlauben Sie mir noch einen Gedanken zur Geheimhaltung: Natürlich sollte man es sich gut überlegen, wen man so viel Vertrauen schenken kann und will. Aber die Infomation kann ein große Chance sein, da eine Erkärung für die Ausfälle hilft, es nicht "persönlich" zu nehmen oder abzuwerten (Die denken jetzt, ich bin betrunken).
Es gibt viel mehr Menschen als wir vermuten, die anderen in schweren Lebensphasen beistehen wollen, weil Ehrlichkeit sympathisch und Verheimlichung einsam macht.

Deshalb möchte ich Ihnen Mut machen, darüber zu sprechen. Hilfreich kann auch sein, wenn Sie sich an die örtliche Alzheimer Gesellschaft wenden und sich informieren, was möglich ist, wenn sich der Demenzhinweis bestätigen sollte.

Noch ein letzter Gedanken: War der Unfall ein Arbeitsunfall im Rahmen Ihres Jobs? In diesem Fall bekämen Sie vielleicht noch weitere Unterstützung durch die BGW oder direkt durch das Jobcenter.

Ihnen viel Kraft und Mut, Ihr Martin Hamborg



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