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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Haustiere
14.04.2019 | 21:12
Gebby

Meine Mutter ist ohne Diagnose so mittleres Stadium Demenz (87).
Meine Mutter hatte immer viele Haustiere, aber jetzt kann sie ihren letzten Papagei nicht mehr richtig versorgen. Mein Vater (83) betreut sie, aber da er auch sehr krank ist (PG 2), stark bewegungseingeschränkt, kann er nicht tgl. den Papageien versorgen. Da sie auch Dinge versteckt (z. B. Vogelfutterdosen) ist es für das Tier einfach nicht mehr artgerecht. Sie versteckt Sachen und schiebt es der Haushaltshilfe zu. Mein Vater glaubt dann eher, dass die Haushaltshilfe klaut.
Sie hat den Vogel ca. 20 Jahre und hängt an ihm. Aber die Veterinäramtsärztin sagt, er muß eingezogen werden. Erst hat Mutti es eingesehen, dass er vielleicht noch vergesellschaftet werden kann. Aber heute hat sie alles wieder vergessen.
Da wir Kontakt zu einer Papageienfreundiin haben, würde diese den Vogel nehmen. Sie hat selbst Papageien und behält ihn vielleicht sogar selbst. Wie sage ich es ihr? Am Telefon macht sie großes Geschrei, sie macht eh ihrem Mann das Leben zur Hölle. Er will es ihr auch nicht sagen. Ich gehe vor dem Abholtermin zu ihr und sage es ihr, außerdem ist es ja behördlich bestimmt. Wie sage ich es ihr, wie kann die Vogelfreundin ihr begegnen? Der Vogel schreit, was beiden auf die Nerven geht. Sie decken ihn dann immer ab. Ich habe echt Sorge, dass meine Mutter durchdreht.
Danke für Hilfe
Gebby

14.04.2019 | 23:47
hanne63

Hallo Gebby,
ich hatte ein ähnliches Problem mit dem Hund meiner Eltern, beide dement. Allerdings war das Veterinäramt nicht eingeschalten.
Als Mutter im Krankenhaus war, war Vater daheim mit Hund allein. Der rechtliche Berufsbetreuer hat es Gott sei Dank dann hinbekommen, dass Vater den Hund an ihn herausgab. Wir haben dem Vater erzählt, dass der Hund dringend zum Tierarzt muß wegen einer erforderlichen Impfung. und deshalb auch den Impfausweis von Vater herausgefragt. Ich wollte an sich nicht zu einer Notlüge greifen...aber nur so ist es gelungen. Mutter ist jetzt dauerhauft im Heim untergebracht und denkt der Hund ist derzeit in Tierpension und sie könne ihn später wieder bekommen.
Vater ist inzwischen sehr froh, dass der Hund nicht mehr da ist. (Er soll in ein neues Zuhause vermittelt werden).
Manchmal heiligt in solchen Fällen der Zweck die Mittel. So konnten gefährliche Situationen für Pflegedienst etc vermieden werden und der Hund kann wieder artgerecht leben.
Alles Gute und viel Mut
hanne63

15.04.2019 | 08:48
Gebby

Danke liebe Hanne,
mir steht es total bevor die Übergabe an die Vogelfreundin. Meine Mutter muß ja auch diesen Übergabevertrag unterschreiben. Bei der Frau stünde er erstmal mit im Wohnzimmer mit anderen Vögeln gemeinsam. Also eigentlich eine gewohnte Umgebung. Mein Vater konnte noch immer die Versorgung mit Nahrung übernehmen, aber er ist völlig überanstrengt von der Betreuung meiner Mutter, dass er wohl allmählich auch geistig marode wird. Dann waren auch noch die drei Hauptfutterdosen weg, das war echt die Krönung. Entweder die Haushaltshilfe hat tatsächlich beim Aufräumen alles weggeworfen, was ich nicht glaube, oder sie selbst hat die Dosen mal wieder versteckt, um zu beweisen, dass keine Fremden in ihre Wohnung dürfen. Zum Glück war noch etwas Futter in der übriggebliebenen kleinen Dose und heute kommt frisches Futter.
Mein Vater sagte gleich, er könne es nicht, er tat gestern so, als ob es für ihn auch neu wäre. Aber dann erinnerte er sich wieder.
Sie wird bei der Übernahme bestimmt Zeter und Mordio schreien.
Das mit dem Hund ist ja auch nicht einfach gewesen.
Ich tue mich natürlich auch sehr schwer damit, aber es geht wirklich nicht mehr. Kräftemaßig können meine Eltern auch den Käfig nicht reinigen, das mache ich regelmäßig und ich habe auch meinen eigenen Haushalt. Ewig mache ich mir Sorgen wie es dem Vogel geht, hat er Futter etc. pp. Schwierig ist es auch mit dem Frischfutter: Obst und Gurke und so. Mein Vater hat ja einen Pflegedienst, aber die schnibbeln ihm sowas natürlich nicht, da alles eng bemessen ist.
Demnächst kommt der MDK auch zu meiner Mutter, ich hoffe, sie blockt es nicht wieder ab. Es muß einfach sein. Sie will keine Hilfe, aber sie schafft ihren Haushalt einfach nicht mehr.

Das Veterinäramt hat sich übrigens auf einen anonymen Hinweis eingeschaltet, eine Helferin meines Vates hatte den Vogel gesehen und meinte, er habe zu lange Krallen und so fing das ganze Elend an. Veterinäramtsärztin sah die unordentliche Wohnung meiner Mutter und war geradezu bestürzt. Von Sensibilität meiner Mutter gegenüber war 0 zu merken.
Bald am Ende
Gebby

15.04.2019 | 09:17
hanne63

Hallo Gebby,
falls Sie eine Vollmacht von Ihren Eltern bekommen haben, könnten Sie selbst den Übergabevertrag unterschreiben.

Bei der Übergabe nicht lange rumdiskutieren......Tier rausgeben....und möglichst schnell weg.......

manchmal geht ohne rechtliche Betreunng nichts mehr....entweder selbst übernehmen...oder eine dritte außenstehende Person einschalten...geht über das Betreuungsgericht.......

....denken Sie unbedingt auch an sich selbst......

viele Grüße
hanne63

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.04.2019 um 09:18.]



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