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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Erbwahrscheinlichkeit
24.04.2019 | 10:12
J.H.

Liebes Forum,
vor ein paar Jahren wurde bei meiner Mutter im Alter von 51Jahren FTD diagnostiziert.
Seit dem frage ich mich, ob ich eventuell Erbe dieser Krankheit sein könnte.
Ich weiß, dass in 5-10% der Fälle die Krankheit autosomal-dominant erblich ist.
In meiner Familie sind keine weiteren Fälle von meiner mütterlichen Seite bekannt (vier Geschwister 48-58). Lediglich meine 89jährige Großmutter mütterlicher Seite ist senil (Alzheimer), was in dem Alter ja nicht selten vorkommt.

Hat vielleicht jemand anderes in diesem Forum auch solche Gedanken wie ich?
Und wie würdet ihr die Erblichkeitswahrscheinlichkeit Einschätzen?
Wie schätzen die Experten die Familienanamnese ein und sind schon Beispielfälle bekannt?

LG und vielen Dank im Voraus


30.04.2019 | 15:20
elmarkaiser

Sehr geehrter Fragensteller,

zunächst ist es nach gegenwärtigem Stand des Wissens richtig, dass eine autosomal-dominante erbliche Komponente der FTD in ca. 5-10% der Fälle vorliegt. Das heißt aber im Umkehrschluß, dass bei 90-95% andere - nicht primär erblich bedingte Ursachen - für das Entstehen der FTD verantwortlich zu machen sind. Da zudem in Ihrer Familie keine weiteren Fälle von FTD bekannt sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit für die Tatsache, dass die FTD Ihrer Mutter im autosomal-dominanten Modus an Sie vererbt wird. Weitergehende Aussagen können anhand genetisch / statistischer Wahrscheinlichkeiten allerdings nicht getroffen werden. Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass das auf Sie bezogene Risiko, an einer autosomal-dominant erblichen FTD zu erkranken, als vergleichsweise gering eingestuft werden darf.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. E. Kaiser



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