Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Quadratur des Kreises...
11.05.2019 | 10:05
Ellypirelli

Die Situation ist folgende: Meine Mutter (90) ist seit einigen Jahren zunehmend dement, vergisst innerhalb 1 Minute alles gesagte, kann nicht mehr kochen, verräumt ständig alles, hat zunehmend Probleme mit praktischen Dingen wie Haustüre aufschliessen etc. Ausserdem hat mein Vater auch früher schon alles ausser dem Haushalt selbst organisiert, sie ist da sehr unselbstständig. Mein Vater ist vor 2 Wochen mit 92 Jahren plötzlich verstorben. Er hat alles kompensieren können. Er konnte sie jm letzten Jahr überhaupt nie mehr alleine lassen, da sie nach wenigen Minuten überall angerufen hat und weinend beklagt hat, dass ihr Mann schon ewig weg ist und ihr nicht gesagt hat wo er hingeht...Beide hatten Zeit ihres Lebens wenig Kontakte oder gar Freunde und waren sehr aufeinander bezogen. Ich selbst wohne in der Nähe bin aber Vollzeit berufstätig, meine Schwester lebt mit Familie in Sizilien. Meine Mutter möchte natürlich in ihrer Wohnung bleiben, ist aber alleine ziemlich hilflos. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie so einfach eine fremde Person akzeptieren würde, da sie der Meinung ist, sie kann ja noch Alles alleine machen.. Stimmungsmäßig wechselt sie zwischen todtraurig, gutgelaunt und mürrisch bis aggressiv. Körperlich ist sie topfit... Es bricht mir das Herz, mir vorzustellen, dass sie in ein Zimmer im Pflegeheim muss - erst der Mann tot dann total fremde Umgebung....und sie würde sicher vehement protestieren. Wir werden einen Versuch machen, sie nach Sizilien zu lotsen und sehen, ob sie das auf Dauer akzeptieren würde. Was für Möglichkeiten sehen sie falls das nicht klappt.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 11.05.2019 um 10:08.]

11.05.2019 | 10:50
Grunella

Ich würde tagsüber eine Alltagshilfe vorschlagen, die man der Mutter (immer wieder) als Überraschung der Kinder verkauft, sie kommt nur heute zum aufräumen und gemeinsamen Einkaufen und Putzen und wenn sie eh grad da ist, kann sie ja auch gleich...wie ein Muttertagsgeschenk. Und da es ja eh schon bezahlt ist (und teuer war!) sollte sie auch reinlassen. Alternativ zahlt es die Krankenkasse ("Dein Leben lang eingezahlt! Jetzt kriegst Du auch mal was zurück!"). So habe ich meine Mutter immer überzeugt die Alltagshelferin anzunehmen. Am nächsten Tag hatte sie alles vergessen und das Spiel ging von vorne los. So konnte sie noch 2 Jahre in der Wohnung bleiben. Danach war sie ohnehin so desorientiert, dass sie ihre Wohnung nicht mehr erkannt hat.

12.05.2019 | 10:17
klauspawletko

Hallo Ellypirellu,
Sie werden die Verhältnisse bei Ihrer Schwester besser kennen, aber es gibt doch einige Bedenken meinerseits bei dem Vorhaben die Mutter nach Sizilien zu lösen.
Die neue Umgebung ist für Sie sicher genau so fremd wie ein Pflegeheim. Und schwierig würde es werden, wenn die Versogung der Mutter zu Hause an die Grenzen kommt. Ein Pflegeheim in Sizilien kåme ganz sicher nicht jn Frage. Oder spricht die Mutter italienisch?
In diesem Falle könnte die Überlegung doch sinnvoll sein.
Ansonsten kann ich den Vorschlag von Grunella nur unterstützen.
Beste Grüße von Klaus Pawletko

13.05.2019 | 07:36
Jutta60

Hallo Ellypirelli,
Grunellas Meinung schließe ich mich auch an. Bei meiner Mutter hat das so noch 18 Monate lang geklappt. Dann wusste sie nicht mehr, wo sie überhaupt war und da war das eigene Haus dann überbewertet. Auch sie wollte natürlich nie weg. Für mich - und sicher auch für meine Mutter - war wichtig, dass ich sie jeden Tag besuchen konnte, also in der Nähe war. Bei Dementen ist jeder Ortswechsel schwierig und bei meiner Mutter gab es immer einen richtigen Schub nach unten (also Krankenhausaufenthalt usw.) Alles Gute für Sie!



Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker