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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Panik vor alzheimer
10.06.2019 | 19:46
Benschmitz

Meine Mutter ist 2009 an Alzheimer erkrankt mit 52. Seid ein paar Monaten mache ich mir unheimlich viele Sorgen dass ich oder meine Geschwister die Kranken erben können. Wir wollten bereits einen gen Test mach lassen und haben bei der genetischen Beratungsstelle angerufen, da meine Mutter aber die einzige erkrankte aus der Familie ist meinte die Frau am Telefon dass nur wenn mehrer Familienmitglieder erkrankt sind Sinn ergeben würde. Ich habe aber immer noch fürchterliche Angst und verbringe viele zeit damit im Internet mich über die jung erkrankte Form zu informieren was mich wirklich kaputt macht, denn manche Seiten sagen das diese Mutationen lediglich 10% der jünger erkrankten Fälle ausmachen während andere sagen dass sie auf die Hälfte der jüngeren Fälle zutreffen. Zwar sagen die meisten Studien, dass nur wenige mit eoad ein autosomal dominantes Muster zeigen, allerdings gibt es auch Studien die sagen dass diese ps2 gen oft bei Patienten Auftritt welche keine positive familienanamnese haben und dass es auch manchmal nicht mit voller Penetranz erfolgt ich weiß nicht genau was das bedeutet. Ich hab einfach schrecklich Angst das auch wenn es sich nicht um eine Mutation handelt ich die Erkrankung Erbe. Meine Oma Starb mit 65 an einem Schlaganfall aufgrund Diabetes und mein Opa an einem Unfall mit 60 und meine Onkels und Tanten sind ebenfalls nicht von der Krankheit betroffen zwei davon sind auch schon über 60. könnte es sein das könnte es sein dass meine Großeltern ein defektes gen hatten bzw. Einer von beiden und es bei denen noch nicht zum Vorschein kam? Und wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich die Krankheit Erbe also auch jenseits des 65. Lebensjahr? Ich weiß diese Fragen sind sehr schwierig zu beantworten, aber es ist verdammt schwer mit jemandem darüber zu reden der sich auskennt, die meisten Beratungsstellen wissen selber nicht besonders viel.

01.07.2019 | 09:57
marclaesser

Sehr geehrter Fragensteller,

Ihr Beitrag zeigt, dass Sie sich schon sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt und auch bereits gut informiert haben. Im Normalfall wird nur bei eindeutigem Verdacht auf eine familiäre Alzheimerdemenz (frühes Erkrankungsalter + positive Familienanamnese) die Möglichkeit einer humangenetischen Abklärung überhaupt in Erwägung gezogen. Deshalb wurden Sie von der humangenetischen Beratungsstelle auch abgewiesen. Ohne diese positive Familienanamnese sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Mutationsnachweises erheblich und der Nutzen einer solchen Abklärung bleibt fraglich. Alles andere wären nur Spekulationen ohne sicherbare diagnostische Anhalte (z.B. nicht erkrankte Mutationsträger, etc...). Sollten Sie sich dennoch anhaltend Sorgen machen, könnte vielleicht auch ein Gespräch mit den ärztlichen Behandlern Ihrer Mutter zur weiteren Klärung in dieser Sache beitragen. Eine ausführliche Beratung der Angehörigen sollte Teil jeder Abklärung bzw. Behandlung einer Demenz sein und vielleicht können Sie gemeinsam zu einer befriedigenden Entscheidung über das weitere Vorgehen kommen.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie vorerst alles Gute,

Marc M. Lässer



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