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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Pflegeperson ist krank und kann nicht in der Tagespflege
11.06.2019 | 21:54
trahnil69

Mein Vater geht in die Tagespflege und somit kann ich als Betreuer weiterhin meiner Arbeit nachgehen. Meine Stunden habe ich reduziert, so dass ich nach der Tagespflege meinen Vater weiter betreuen kann.

Meine Frage! Was kann ich machen, wenn mein Vater plötzlich krank wird und er nicht in die Tagespflege kann und zu Hause von mir gepflegt werden muss. Und ich somit nicht meiner Arbeit nachgehen kann ??
Als meine Kinder noch klein waren, konnte ich mich bei Krankheit meiner Kinder vom Hausarzt krankschreiben lassen. Ist das bei Krankheit meines Vaters auch möglich ??

Oder welche Möglichkeiten habe ich als Betreuer / Pfleger meines Vaters ??

13.06.2019 | 07:19
Jutta60

Hallo Trahnil,

da Ihnen bisher noch niemand geantwortet hat, versuche ich es mal. Es kommt allerdings sehr darauf an, wie groß der Betrieb ist, in dem Sie arbeiten, wie hoch Ihre Arbeitszeit und wie Ihr Beschäftigungsverhältnis insgesamt aussieht (Minijob z.B.)
Der Gesetzgeber sieht - glaube ich - diese verschiedenen Modelle vor, vielleicht korrigiert mich einer der Moderatoren:
•Die kurzzeitige Arbeitsverhinderung wegen Pflege, begrenzt auf 10 Arbeitstage. Es handelt sich um eine komplette Auszeit von der Arbeit und nicht um eine Teilzeitreduzierung.
•Bei der Pflegezeit können Sie sich für die häusliche Pflege von nahen Angehörigen bis zu insgesamt 6 Monaten freistellen lassen. Die Freistellung kann vollständig oder als Teilzeit erfolgen.
•Bei der Familienpflegezeit haben Sie die Möglichkeit, über einen Zeitraum von max. 24 Monate ihre reguläre Arbeitszeit auf eine wöchentliche Mindestarbeitszeit von 15 Stunden zu reduzieren.
•Bei der Begleitung in der letzten Lebensphase haben Sie die Möglichkeit, sich vollständig oder teilweise für maximal 3 Monate von der Arbeit freistellen zu lassen. Aber bei Demenz, wer weiß da schon, wann das ist. Bei einer Krebserkrankung eher. Meine Mutter starb letztlich ganz unerwartet.

Ich selbst habe einmal die erste Variante wählen müssen. Ich arbeite in einer großen Firma und es war kein Problem. Mein Rat wäre, dass Sie rechtzeitig (also jetzt) mit Ihrem Vorgesetzten Ihre persönliche Lage besprechen. Mich hat man dann an die Personalabteilung verwiesen und da wurde alles geklärt. Also welche Atteste und Bescheinigungen ich brauchte. Bezahlt wurde das von der KK meiner Mutter. Natürlich will nicht jeder so offen sein und seine Probleme schildern. Aber mir hat es geholfen. Auch die Kollegen waren hilfsbereit. Umgekehrt war es natürlich auch so. Jeder kann in solch eine Lage kommen. Meine Firma hat übrigens auch etwas davon gehabt und sich als familienfreundlicher Arbeitgeber zertifizieren lassen. Ich hoffe, dass Sie für sich einen Weg finden. Es ist eine große Gratwanderung und man hängt immer irgendwie am Fliegenfänger. Alles Gute!

15.06.2019 | 11:18
martinhamborg

Hallo Trahnil69, dank Ihnen Jutta63, dass Sie schon zu arbeitsrechtlichen Möglichkeiten geantwortet haben.
Haben Sie, Trahnil69 schon Auskunft bekommen?
Hilfreich könnte auch das Gespräch in der Tagespflege sein, inwieweit es Kooperationen mit einer Kurzzeitpflege oder einem ambulanten Dienst gibt. Es kann gut sein, dass Ihr Vater auch dort in einem (Tagespflege-)Bett Ruhe finden kann, falls er bei einer Krankheit noch abgeholt werden kann.
Auskunft sollten sie auch über die Pflegekasse Ihres Vaters bekommen. Schreiben Sie uns, welche Lösung Sie für den Notfall gefunden haben?
Viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg



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