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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Überlappen sich hier mehrere Demenzformen?
14.06.2019 | 19:33
Barbara66

Hallo Herr Dr.Kaiser und Herr Dr.Laesser,
Ich habe eben schon von meiner langen Verdachts-Diagnose LBD meiner Mutter berichtet.
Das MRT vom März 2018 hat folgendes ergeben:
Volumenminderung beider Temporallappen,
Hirnatrophie und ausgeprägte Mikroangiopathie.
Wäre die Mikroangiopathie eine vaskulaere Demenz?
Hätte Sie eine vaskulaere und eine Lewy Body Demenz?
Ihr ganzer Zustand ist nicht mehr lebenswert -so beschreibt sie es selber.
Sie wirkt schwerst depressiv.
Sie muss sich auch stündlich aufs Sofa legen und beschreibt immer ein schreckliches Gefühl im Sonnengeflecht.
Sie spürt dort ganz stark die Unruhe, die ihr sehr zu schaffen macht.
Ich habe einen Beitrag von Ihnen gelesen,indem Sie auch schreiben, daß Versuche mit Neuroleptika gegen die Halluzinationen vorzugehen, oft erfolglos bleiben.
Die bestehende Medikation ist folgende:
3xtgl.62,5 mg Levodopa/Benserazid
Abends 50 mg Quetiapin und 12,5 mg Clozapin.
Gebracht hat es nicht viel -oder ist die Dosierung zu gering?
Würde es ihr mit einer höheren Dosierung von Levodopa besser gehen oder laufen wir Gefahr,daß sich die Halluzinationen noch weiter verstärken (ist ja bei Levodopa der Fall)?
Danke für Ihre Rückmeldung
MfG
Barbara

02.07.2019 | 15:08
elmarkaiser

Sehr geehrte Fragenstellerin,

grundsätzlich steigern höhere Dosierungen von Levodopa auch das Risiko von Halluzinationen oder psychotischem Erleben - gerade bei älteren Patienten mit demenziellen Erkrankungen. Ob die Verdachtsdiagnose einer LBD zutrifft, kann ich anhand der Angaben leider nicht beantworten. Bei komplexen differentialdiagnostischen Fragen ist manchmal eine ergänzende PET-CT-Untersuchung des Gehirns hilfreich. Diese Untersuchung ist allerdings keinesfalls Standard im Rahmen der Differentialdiagnostik einer Demenzerkrankung. Die von Ihnen angegebenen Dosierungen der Medikamente sind grundsätzlich nicht unüblich, müssen aber stets individuell auf den individuellen Patienten angepasst werden. Letztlich bleibt ein vorsichtiges Anpassen der Dosierungen im Rahmen der vorgeschriebenen Grenzen ein Weg, um Teilverbesserungen der Symptomatik zu erzielen. Die Effekte von Levodopa (Dopaminagonist) werden dabei leider teilweise von Quetiapin bzw. Clozapin (Dopaminantagonist) aufgehoben. Auch hier geht es um die richtige Balance und tageszeitliche Verteilung der Medikation. Die Entscheidung darüber obliegt dem behandelnden Arzt.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. E. Kaiser



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