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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Perspektiven planen gemeinsam
16.06.2019 | 17:22
RenateN

Hallo,
mein Mann hat letzte Woche die Dignose FTD bekommen. Die Situation, in der wir uns jetzt befinden, ist ja allen bekannt, deswegen möchte ich über die ganzen Gefühle gar nicht soviel schreiben. Im Moment ist es noch so, daß wir gut miteinander kommunizieren können. Wir haben vereinbart, alle paar Tage über notwendige Dinge zu sprechen und dazwischen unsere Zeit einfach angenehm zu gestalten. Ich befürchte allerdings, daß er eventuelle Absprachen irgendwann nicht mehr erinnert und die dann vielleicht ablehnt.
Habt ihr Erfahrungen, ob gemeinsames Aufschreiben helfen würde, um ihn dann wieder zu erinnern, oder ist das jetzt sehr naiv??
Danke und lieben Gruß
Renate

16.06.2019 | 18:44
Sohn

"Wer schreibt, bleibt" heißt es doch so schön.
Ich denke, es kann auf keinen Fall verkehrt sein, wenn er für/an sich selber schreibt "zur späteren Erinnerung, damit ich weiß, was zu tun ist" oder so ähnlich.

Mit seiner Unterschrift!

Dann kann er immer nachlesen, was ER einst gedacht oder beschlossen hat; ich hoffe, daß Ihnen das manche Scherereien erspart. Vervielfältigen Sie es und deponieren Sie es an verschiedenen geeigneten Stellen (auch außerhalb der Wohnung), falls mal was verloren geht.

16.06.2019 | 21:23
jochengust

Hallo RenateN,

es ist sicher kein Fehler, die Dinge niederzuschreiben. Typischerweise wird das Gedächtnis bei einer FTD erst im weiteren Verlauf beeinträchtigt, zunächst stehen Veränderungen im Sozialverhalten im Vordergrund.

Möglicherweise erkennt Ihr Mann auch im weiteren Verlauf Vereinbarungen an, wenn ihm glaubhaft ist, dass er sie geschlossen hat. Ebenso ist es jedoch möglich, dass er - aufgrund mangelnder Erinnerung daran, diese ablehnt. Ein Beharren darauf, dass es sich tatsächlich um seine Unterschrift handelt und eine von ihm mitbejahte Vereinbarung ist, kann dann zum Beispiel zur Unterstellung führen, die Unterschrift sein gefälscht und die Situation verschärfen.
Den tatsächlichen Verlauf und die spätere Akzeptanz einer schriftlichen Vereinbarung zu prognostizieren wäre an dieser Stelle sehr gewagt.

Es grüßt Sie

Jochen Gust

16.06.2019 | 22:07
hanne63

Guten Abend,
ich kann nur dazu raten, sämtliche verfassten Schriftstücke dann auch außerhalb des ehelichen Haushaltes aufzubewahren....
Bei meinen Eltern (beide dement) war es z.B. so, dass mein Vater sämtliche Schriftsstücke inkl. gemeinschaftlichen Testments, Patientenverfügungen und und und....also den Inhalt sämtlicher Aktenordner unwiderbringlich entsorgt hat....am Tag nachdem meine Mutter zwangsweise in einem Heim untergebracht wurde.....
also...man kann es versuchen....aber unbedingt anderweitig aufbewahren...

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 16.06.2019 um 22:08.]

20.06.2019 | 15:46
RenateN

Hallo,
vielen Dank für die Beiträge! Sie haben mich in meiner Meinung bestärkt, es wenigstens zu versuchen, aber eben auch gfls. nicht darauf zu beharren.
Es gibt ja nun Fragen über Fragen, aber dafür werde ich dann sicher neue Beiträge aufmachen. Mit der Zeit.
Liebe Grüße an alle



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