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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Hermines Handtasche-oder wieviel Zeug passt in ein Haus !
25.10.2019 | 19:12
hanne63

Hallo Sonnenblümchen,
in einem Angehörigenkurs, den ich mitgemacht habe, war ein Mann, dessen demente Ehefrau vergessen hatte, wie man geht.....sie machte zwar Gehbewegungen, setzte die Füße völlig planlos in die Gegend...überkreuz z.B. oder genau voreinander...so dass ein sicherers normales Gehen nicht mehr möglich war....
also wird offenbar nicht nur das Schlucken "vergessen"....sondern auch wie man Bewegungen koordiniert......

lg Grüße

18.11.2019 | 15:08
hanne63

ach Sonnenblümchen.....
ich drück Dich mal.....

Von Spaß war ja auch nie Rede ;-).......

19.11.2019 | 09:26
hanne63

Guten Morgen Sonnenblümchen,
ich konnte mit dem Satz:"Wie geht es Dir/Ihnen" noch nie etwas anfangen und verwende ihn selbst auch überhaupt nicht.
Es ist reiner Small-Talk und die Antwort interessiert niemanden.

Falls jemand tatsächlich nach meinen Eltern fragt oder wie es mir damit geht....antworte ich meist nur: den Umständen entsprechend und wechsele das Thema.....es möchte meist niemand hören...was tatsächlich los ist ...jeder ist offenbar mit seinen Alltagsproblemen selbst beschäftigt ....ich erwarte da nichts mehr von meinen Mitmenschen und das erspart mir Enttäuschungen...

manchmal höre ich bloße Neugierde heraus.....ich habe mir auch angewohnt zu antworten: da möchte ich jetzt nicht drüber reden.....dann schauen sie komisch...(schließlich gehe ich ja mal raus und unter Leute gerade um auf andere Gedanken zu kommen....)

liebe Grüße an Dich und alle anderen...

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.2019 um 09:28.]

19.11.2019 | 11:37
Teuteburger

Hallo in die Runde :)

Es stimmt tatsächlich, dass ein Großteil der Menschen in der nahen oder auch weiteren Umgebung, nichts mit den Sorgen von von Angehörigen anfangen können. Und es stimmt genauso, dass so gut wie jeder eigene ungelöste Probleme hat. Ich erfahre auch immer wieder Unterschiede beim echten Interesse oder bei den sogenannten uninteressierten Höflichkeitsfloskeln. Aber es existieren trotzdem einige wenige Personen, die meine Probleme wirklich interessieren. Dann findet ein verständnisvoller, aufbauender und hilfreicher Dialog statt. Bei den meisten Menschen ist das nicht der Fall, weil sie sich diesen Lebensbereich noch nicht angesehen haben und sie sich generell von Lebenskrisen lieber fernhalten, weil es sie selbst runterzieht und sie hier keine Antworten haben. Und das verstehe ich wiederum auch. Lebenskrisen triggern oftmals eigene Mängel, die man im Leben mit sich trägt. Ich habe zudem festgestellt, dass es dann plötzlich ganz ruhig auf der anderen Seite wird, weil sich auch hier bereits das nahende Alter bemerkbar macht ect.

Trotzdem finde ich es unhöflich, wenn man auf eine Frage hin, tatsächlich etwas von sich erzählt und der andere kann einem noch nicht einmal halbwegs folgen. Ich hätte dann auch ehrlich gesagt: "Ich stelle fest, du kannst mit dem Thema nicht viel anfangen, dann erzähl du doch mal wie es dir geht." Und das meine ich dann auch so wie ich es sage. Und ich kann dem dann auch folgen und wenn nicht, dann sage ich das auch ehrlich.

Liebe Grüße

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.2019 um 11:48.]

19.11.2019 | 14:34
FridaB

Hallo alle zusammen...komischerweise habe ich erst heute auch dieses Thema mit einem Bekannten gehabt, dem ich sagte, man fühlt sich häufig irgendwie so alleingelassen. Daraufhin meinte er, ich bräuchte mal jemanden, um alles loszuwerden...und da sagte ich genau das, was ihr auch alle schreibt, Freunde und Bekannte fragen zwar ab und zu mal, aber wirkliches Interesse, wirkliches Hinhören ist nicht gegeben, und wahrscheinlich kann man das auch einfach nicht von Menschen erwarten, die mit dem Thema Demenz noch nie in Berührung gekommen sind. Daraufhin meinte er: "Mit dem Loswerden habe ich auch eher an „Profis“ gedacht, denn Freunde und Verwandte kommen nach dem dritten Mal in das gleiche Dilemma wie Du … Professionelle Supervisoren haben Techniken gelernt, den Menschen zuzuhören und Ihnen die Last zu nehmen und diese „im Nirwana“ abzusetzen, also sich selbst nicht alles auf die Schultern zu laden".
Und damit hat er vermutlich Recht. Und so schwer es ist, jeder Mensch hat seine Sorgen zu seiner Zeit. Und bei dem einen sind die grauen Haare gerade das Superdrama und bei dem anderen, dass die Hose nicht mehr passt. Ich glaube, man darf die Probleme, die man hat, nicht gegeneinander aufwiegen, so schwer das auch ist und so ungerecht das erscheinen mag.

Aber nichtsdestotrotz, ich denke, alleine ab und zu mal in den Arm genommen zu werden, Anerkennung zu erhalten, gesehen zu werden, das würde schon gut tun in unserer Situation. Und das kann eigentlich auch der Nachbar um die Ecke. Mir ist ein Erlebnis nachhaltig in Erinnerung geblieben, hat sich regelrecht eingebrannt. Ein Arzt auf der geschlossenen Gerontopsychiatrie, wo meine Mutter eine Zeitlang stationär eingewiesen war, verbeugte sich vor mir und sagte ´"Chapeau, dass was Sie für Ihre Mutter tun, tun heutzutage nicht mehr viele. Ich habe den größten Respekt vor Ihnen" ...sowas tut einfach nur gut und davon kann man auch ein Weilchen zehren.

Und auch deshalb ist eins meiner Lieblingszitate von Kafka:
„Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.“




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