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Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen"

Bild: Ratgeberforum "Gesetzliche Leistungen" Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung, um ihre medizinische Versorgung, Betreuung und Pflege zu finanzieren. Manchen steht auch ergänzende Sozialhilfe zu. Die Sozialarbeiterinnen Renate Gascho und Birgit Spengemann verfügen gemeinsam über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in der Betreuung und Beratung älterer und demenzkranker Menschen. Sie wissen, was Betroffenen zusteht und beraten im Internetforum kompetent zu leistungsrechtlichen Fragen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Auskünfte allgemein gehalten sind. Auskünfte zu landesspezifischen Sonderleistungen wie z. B. Pflegewohngelder sowie das Errechnen von Leistungen im Einzelfall können bei der Beantwortung der Anfragen nicht berücksichtigt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Behörde.

Autor Pflegegrad 4
05.08.2019 | 01:56
Andydreas

Hallo,
ich habe vor kurzem auf Anraten meines Hausarztes die Erhöhung des Pflegegrades meiner Mutter beantragt. Der MDK war da und es erfolgte umgehend eine Neubewertung von Pflegegrad 2 auf 3.
Da die Punktzahl 68,75 betrug und ab einer Punktzahl von 70 der Pflegegrad 4 zusteht habe ich mir das Gutachten näher angesehen und einige Punkte entdeckt, die übersehen, bzw. m. E. nicht richtig beurteilt wurden.
Ich habe vorsorglich Widerspruch eingelegt.
Der zuerkannte Pflegegrad 3 beinhaltet deutliche Verbesserungen im Hinblick auf meine Rentenbeiträge, da ich für die Pflege meiner Mutter meine Arbeitszeit reduziert habe.
Meine Frage nun lautet: Würde mir eine Erhöhung des Pflegegrades eine weitere Verbesserung meiner Rentenversicherungsbeiträge bedeuten ? Ist es zutreffend, dass eine Überprüfung durch einen Pflegedienst nunmehr vierteljährlich statt bisher halbjährlich erfolgen müsste ?
Da ich durch die fortschreitende Demenz meiner Mutter immer häufiger an meine Grenzen stosse kann ich die Heimunterbringung ncht mehr völlig ausschließen. Bringt mir ggf, eine Pflegegrad4 einen Vorteil bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung ?

Vielen Dank

06.08.2019 | 10:04
birgitspengemann

Hallo Andydreas,

die Höhe der Rentenbeiträge für private Pflegepersonen ist an den jeweiligen Pflegegrad gebunden. Das heißt, je höher der Pflegegrad des pflegebedürftigen Angehörigen, desto höher fallen auch die Rentenbeiträge für die Pflegeperson aus.

Für die Berechnung der Rentenversicherungsbeiträge wird eine sogenannte "monatliche Bezugsgröße" zu Grunde gelegt, die sich am bundesweiten Durchschnittseinkommen orientiert. Für das Jahr 2019 beträgt diese Summe 3115,- Euro. Bei ausschließlichem Bezug von Pflegegeld werden bei Pflegegrad 3 = 43% davon für den Versicherungsbeitrag berücksichtigt und bei Pflegegrad 4 bereits 70%.

Der von der Pflegekasse geforderte Nachweis eines Beratungsbesuches durch einen Pflegedienst ist ab dem Pflegegrad 4 vierteljährlich zu erbringen (bei Pflegegrad 2 und 3 halbjährlich).

Da der Leistungsbetrag der Pflegeversicherung für vollstationäre Pflege ebenfalls mit der Höhe des Pflegegrades steigt, ist dies für viele Pflegeheime auch ein Kriterium bei der Aufnahme eines neuen Bewohners. Da die Pflege bei einem höheren Pflegegrad zeitintensiver ist, sollten aber auch die entsprechenden personellen Kapazitäten vorhanden sein, was bei manchem Heim ein Problem sein kann. Es sind also immer verschiedene Kriterien zu beachten.

Mit freundlichem Gruß
Birgit Spengemann



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