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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Nu is es soweit
13.10.2019 | 11:19
martinhamborg

Hallo Andydreas, es freut mich, dass Sie im Gespräch mit der Heimleitung diplomatisch geblieben sind und auch schon eine Alternative gefunden haben. Wegen der Antidepressive sprechen Sie bitte mit dem Arzt, denn die starke innere Unruhe kann Folge einer Depression sein, die Nebenwirkungen sind viel selterner und bei neuen Antidepressiver viel weniger ausgeprägt, als man gemeinhin denkt.

Auch das "Einschließen" kann erheblichen Nebenwirkungen haben und Angst und Panik auslösen. Deshalb sehen wir es fachlich sehr kritisch. In Einrichtungen es absolut verboten. Aber auch der Gesetzgeber weiß, dass es in der Häuslichkeit manchmal wirklich keinen anderen Ausweg gibt.
Besprechen Sie auch dies mit dem Arzt und bitten Sie Nachbarn darum, genau hinzuhören und Sie ggf. zu informieren, wenn Ihre Mutter bei der geschlosssenen Tür in Panik gerät.
Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen so wie alle anderen hier im Forum, dass alles so schnell wie möglich ein gutes Ende findet, Ihr Martin Hamborg

13.10.2019 | 12:31
Andydreas

Hallo Herr Hamborg,
genau das ist eines meiner Probleme. Mein Hausarzt.
Als bei meiner Mutter aus meiner Sicht eine Demenz einstellte und ich bei ihm vorstellig wurde um entsprechende Intersuchungen zu starten lehnte er das mit den Worten ab: Warum etwas untersuchen , was wir längst wissen und wogegen wir sowieso nichts machen können. Ich habe ihnspäter desöfteren aufgefordert, aber er blieb dabei. Als es immer schlimmer wurde habe ich eigenständig eine Neuroöogin aufgesucht. Leider eine Ärztin ohne Empathie. War wohl auch überlaufen. Kurzes Gespräch in Anwesenheit meiner Mutter, obwohl ich um ein Vorgespräch unter 4 Augen gebeten hatte. Sie verschrieb Psychopharmakatabletten und überwies meine Mutter in die Röhre. Meine Mitter warverständlicherweise sehr aufgebracht und würde diese Praxis nie wieder betreten. Als ich anschließend beim Hausarzt vorsprach sagte dieser, dass die verordneten Tabletten viek zu viele Nebenwirkungen hätten und behielt sie gleich da. Auch die Rohre lehnte er ab, da ein Gehirntumor ja wohl auszuschliessen sei.
Als, wie bereits beschrieben, eine Heimaufenthalt anstand sprach ich erneut bei ihm vor und bat ihn mich für ein paar Tage krank zu schreiben. Das lehnte er ab, da das ja Betrug sei.
Leider erst jetzt entschloss ich mich den Arzt zu wechseln. Da meine Mutter ja ursprünglich in eine Einrichtung in einem Nachbarort einziehen sollte, habe ich sie bei einem dortigen Hausarzt vormerken lassen. Das hat sich ja bekanntlich inzwischen erledigt, bzw. dauert noch Monate, nach Aussage des Heimleiters. Nun suche ich nach Alternativen. Das Problem ist eigentlich, dass wir im Moment ohne Hausarzt dastehen. Ich durfte auch vor kurzem der Zeitung entehmen, dass mein bisheriger Hausarzt sich demnächst vor Gericht wegen eines Medikamentendeliktes verantworten muss und ev. seine Zulassung verliert.
Ich fürchte, dass das Thema Demenz in der Allgemeinmedizin noch nicht richtig angekommen ist.
Ich habe in diesem Forum gelesen, das es eine Gedächtnissprechstunde oder so ähnlich geben soll um die Demenz näher zu bestimmen. Vielleicht können Sie mir mehr dazu sagen ?

17.10.2019 | 08:34
Andydreas

Nu is es wirklich soweit. Das Thema Heimunterbringung hat sich zumindest vorerst erledigt.
Ich hatte in den vergangenen Tage 2 Besichtigungstermine in Einrichtungen mit einer Demenzabteilung, die sich auch mit dem Hinlaufverhalten meiner Mutter zuständig fühlten. Die erste Einrichtung hat mich sehr geschockt. Hier wurden 14 offensichtlich sehr stark demente Personen mitt 3-4 Betreuern in einen Raum gesperrt und vegetierten dort herum. Ich war nicht der Ansicht, dass meine Mutter da hin passen würde.
Die 2. Einrichtung war dagegen ausgezeichnet. Ländlich idyllisch gelegen. Auch hier gab es einen entsprechenden Bereich für 11 Patienten, aber das Ganze wirkte sehr viel ansprechender. Die Menschen machten trotz ihrer Krankheit einen relativ zufriedenen Eindruck. Das wäre das richtige gewesen, glaube ich jedenfalls. Aber dann. Ich musste meine Mutter mitnehmen, da ich sie nicht zu Hause lassen konnte, da sie mal wieder los wollte. Ich bat sie im Auto zu warten und erzählte ihr, dass ich mit einer Dame ein berufliches Gespräch führen müsse. Es würde etwa 30 Minuten dauern. Nach 20 Minuten kam eine Pflegerin zu uns und sagte, dass da eine hilflose Person rumliefe. Ich nutzte die Gelegenheit und holte meine dazu unter dem Vorwand, hier könnte man doch mal Urlaub machen. Sie hat aber wohl den Braten gerochen und sträubte sich mit aller Macht dagegen. 2 Betreuerinnen der Einrichtung redeten mit Engelszungen auf sie ein und waren wirklich bemüht sie zu beruhigen, aber mussten dann aufgeben. Ich habe zwar meine Anmeldung aufrecht erhalten, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen wie das gehen soll. Nun muss ich nach anderen Möglichkeiten suchen. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich unseren Hausarzt wechseln wolle, da mein bisheriger mir zu passiv war. Da habe ich auch schon einen entsprechenden Termin. Ich gehe auch davon aus, dass ein Neurologe o.ä. eingeschaltet werden muss. Vielleicht muss ja erst eine medikamentöse Einstellung erfolgen. Ansonsten werde ich einfach so weiter machen wie bisher. Ich habe bereits meine Teilzeitverlängerung beantragt.
Wir wohnen ja zusammen, da kann ich mich auch weiter kümmern. Durch den Pflegegrad 4 sind wir finanziell soweit abgesichert, dass der Verlust duch meine Teilzeit fast ausgeglichen wird. Auch meine Rente wird nicht leiden.
Ich habe in diesem Forum von einem Angehörigen oder Sohn bereits erfahren, dass man eigentlich egoistischer sein solle und man keine Gewissensbisse haben solle. Das kann ich leider nicht. Ich habe das schon von vielen Seiten gehört. Man kann mich ruhig Muttersöhnchen nennen, aber ich lasse sie nicht im Stich, da ich überzeugt bin, dass die Handlungen meiner Mutter aus einen tief sitzenden Angst resultieren. Ich bedanke mich bei allen Mitlesenden für ihre Unterstützung und bin auch weiterhin für Ratschläge dankbar.

17.10.2019 | 12:19
Teuteburger

Hallo Andydreas,

ich sitze hier und bin einfach nur traurig, wenn ich so etwas lese.
Sie haben jetzt, die für sie beste Entscheidung getroffen, so dass ihre Mutter mit ihrer Krankheit, die beste Betreuung bekommen kann, nämlich die eines nahen Angehörigen. Und anscheinend funktioniert es für Sie mit den Abstrichen, die Sie persönlich dabei haben werden, zur Zeit irgendwie. Und ich wünsche Ihnen von Herzen, dass es bis zum Schluss so bleiben möge oder es vielleicht sogar etwas besser wird.

Wenn ich das aber auf mein Leben übertragen wollte, dann ginge das nicht, trotz allem guten Willen und Wunschdenken. Ich habe zum Beispiel noch zwei Eltern, die auch älter werden und wo ich jetzt den Schritt wagen muss, sie auf ihr Alter vorzubereiten, sofern sie es zulassen können. Mein Vater ist schwer krank, meine Mutter hat erste Anzeichen einer Demenz, die immer stärker werden. Ich habe einen Mann, der einen verantwortungsvollen Beruf hat und der mehrere Tage von zu Hause arbeiten muss und dafür braucht er Ruhe, denn er muss viel telefonieren und geistig komplex denken. Ich habe eine Schwiegermutter, die ich seit neun Jahren betreue und die auch nie etwas für ihr Alter getan hat oder voraus gedacht hat. Jetzt ist sie dement und auch sie weiß genau, was ein Altenheim ist und was ein Hotel ist. Sie hofft darauf, dass Gott sie rechtzeitig zu sich nimmt, leidet aber unendlich unter ihren Gebrechen und hat natürlich Angst. Vor allem hat sie Angst, weil sie nicht mehr mitdenken kann und andere das für sie tun müssen, da haben Sie voll umfänglich recht.
Aber ich kann mich nicht vierteilen, ich habe noch eine Verantwortung anderen gegenüber und meiner Arbeit gegenüber, an der auch viele Menschen mitdranhängen.
Mir graut es zum Beispiel vor dem Umstand, den Sie zwar umschiffen können, weil sie ihr Leben auf Ihre Mutter einstellen können. Ich kann das nicht und ich glaube, den meisten Menschen ergeht es ähnlich. Ich finde es einerseits gut, dass Sie das können, auch mit den Abstrichen, die Sie haben, aber dabei ist immer zu bedenken, dass es Tage geben kann, an denen auch Sie körperlich/seelisch vielleicht mal nicht können. Und dann ist es wichtig, dass jemand da ist, der das ausgleichen kann. Ich wünsche Ihnen natürlich etwas ganz anderes und hoffe, dass es Ihnen gelingt, so wie Sie es sich vorstellen.

Liebe Grüße

18.10.2019 | 08:05
Andydreas

Vielen Dank für die netten Worte. Ja ich bin hin- und hergerissen und Frage mich immer noch wie ich mit der neuen Situation klarkommen soll.
Die Heimunterbringung wäre für mich sicherlich der einfachere Weg gewesen, obwohl ich ja dann mein Privatleben auch völlig hätte umstellen müssen. Es ging mir dabei aber natürlich in erster Linie um meine Mutter, die ich dann gut versorgt glaubte. Aber meine Mutter hat mir nun gezeigt, dass sie das ganz anders sieht und ich kann verstehen und habe es auch verstanden.
Ja ich kann mein Leben derzeit in der Tat auf sie einstellen. Und ich bin nicht einmal unglücklich, da ich das ja auch schon kommen sah. Ich hatte sowieso ein schlechtes Gewissen. Sie sprechen allerdings genau mein Problem an. Ich habe leider keine weiteren Verwandten, die mich unterstützen könnten. Hilfe durch Pflegedienst o.ä. wurde bisher ja auf die gleiche Weise von meiner Mutter abgelehnt.
Ich habe ja schon geschrieben, dass ich nun versuchen werde mit Ärzten zu sprechen, da ich hoffe, dass ihr bei ihren Depressionen geholfen werden kann.
Jetzt müssen wir erst mal zur Ruhe kommen, falls das geht. Ich gehe davon aus, dass ihre zahllosen Ausflüge in absehbarer Zeit weniger werden, da sie bereits über Schmerzen in den Beinen und Rücken beklagt. Nochmals vielen Dank.

18.10.2019 | 08:06
Jutta60

Hallo Andydreas,
im Moment lassen Sie also alles beim Alten, deshalb sind Sie kein Muttersöhnchen. Sie müssen die Entscheidung so treffen, dass Sie damit auch nach dem Tod Ihrer Mutter leben können.
Eine Gedächtnisambulanz oder -sprechstunde finden Sie eigentlich in vielen großen Krankenhäusern, evtl. suchen Sie mal unter Gerontopsychiatrie oder so.
Ängste kenne ich auch von meiner Mutter. Aber da konnte ich nichts auflösen, denn sie waren zu diffus und unklar. Oder sie konnte nicht behalten, wie wir es aufgelöst hatten und es ging endlos hin und her. Sie musste Medikamente bekommen, weil sie wirklich litt. Und ja, viele Mediziner kennen die Demenz nicht richtig. Aber sie hat auch so viele Facetten. Letztendlich sind es oft die Angehörigen, die es zuerst merken. Meine Mutter konnte sich bei Arztbesuchen noch lange verstellen bzw. ging gar nicht zum Arzt, wenn es ihr schlecht ging. Von mir sind alle Daumen für Sie und Ihre Mutter gedrückt, egal in welche Richtung. Alles Gute!

18.10.2019 | 08:52
Angehöriger

Guten Morgen Andydreas,

bitte nehmen Sie Ihre Wortwahl zu Ihrem eigenen Nutzen etwas bewußter vor. Ich habe Ihnen nicht zu mehr Egoismus geraten und behaupte auch nicht, man solle/könne ohne Gewissensbisse auskommen. Sondern: ich empfehle Ihnen (da Sie hier sehr ausgiebig über Ihre mannigfaltigen Beanspruchungen und die weitgehende Ergebnislosigkeit Ihrer umfangreichen Bemühungen berichten), daß Sie mehr auf sich und Ihr eigenes Wohlbefinden achten! Das hat mit Egoismus genau so wenig zu tun wie Geiz mit Sparsamkeit, nur setzen diejenigen, die nicht verantwortungsvoll mit Geld umgehen können, gerne beides gleich.
Selbiges gilt für Unfälle: sobald ein Fahrzeug in einen Unfall verwickelt wurde, benutzen die Medien fast immer das Wort "gerast", was totaler Unsinn ist, da "rasen" eine extrem überhöhte Geschwindigkeit ist, was aber in den wenigsten Fällen Ursache von Unfällen ist. Meistens wurden die Fahrzeuge nur (mit angemessener Geschwindigkeit) gefahren.

Um auf Ihre persönliche Situation zurückzukommen:
Letztlich muß jeder Mensch für sich entscheiden, wie stark sie oder er sich vereinnahmen läßt und wie wenig eigenes Leben Mensch sich überhaupt zugesteht. Wie Teuteburger hier anhand ihrer eigenen Situation geschildert hat, bleibt bei einem ausgefüllten eigenen Leben nicht so viel Zeit und Energie übrig, um sich in dem Umfang für die betreuungsbedürftige Person einzusetzen wie Sie es bei Ihrer Mutter tun.

Wenn es Ihnen wichtiger ist, im bisherigen Umfang für Ihre Mutter da zu sein und dafür auf Partnerschaft, reguläre Berufstätigkeit, Hobbies/Interessen, Sport/Bewegung, Freundschaften/Gesellschaft usw. zu verzichten, dann ist das Ihr gutes Recht und Sie alleine müssen mit den Resultaten zurechtkommen. Wir anderen müssen ja auch mit unseren Entscheidungen und Ergebnissen leben.
Jedenfalls schaffen Sie es, mir ein schlechtes Gewissen zu machen :-), da ich (mittlerweile), was meinen Einsatz bei meiner Mutter betrifft, am anderen Ende der Intensitätsskala an Zeit- und Energieaufwand bin als Sie.

Jedenfalls geht es mir dadurch, daß ich mich inzwischen mehr zurückhalte, wesentlich besser und meiner Mutter nur unwesentlich schlechter. Diesen Denkansatz will ich Ihnen mitgeben, daß keine lineare Verbesserung der Lebensqualität Ihrer Mutter durch umfangreicheren Einsatz von Ihnen zu erwarten ist, sondern daß Sie exponentiell viel mehr Aufwand betreiben müssen, um nur geringfügig mehr für sie zu erreichen. Oder umgekehrt: daß Sie sich deutlich mehr zurücknehmen dürften zu Ihrem eigenen Wohlergehen und die Situation Ihrer Mutter trotzdem kaum schlechter wird.

Damit wären Sie dann aber an dem Punkt, wo Sie weniger Ablenkung von Ihren eigenen Aufgaben und Ihrem eigenen Leben hätten. Vielleicht spielt das ja mit eine Rolle, daß Sie sich so übermäßig in die Betreuung Ihrer Mutter stürzen, um abgelenkt zu sein von den eigenen Baustellen. Dazu brauchen Sie hier nichts zu schreiben, aber wenn Sie möchten, können Sie sich dazu Ihre eigenen Gedanken machen und ggfs. Veränderungen herbeiführen oder alles so belassen wie es ist. Weil Sie sich so entschieden haben. Es ist schließlich Ihr Leben bzw. könnte es sein, je nach Sichtweise.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 18.10.2019 um 09:31.]

18.10.2019 | 11:59
Gobis

Hallo Andydreas,
ich lese hier auch seit Wochen mit und hatte gerade gedacht, Gott ist die Frau immer noch nicht im Heim.
Wenn Sie zum Arzt gehen und sagen, meine Mutter,.... wird es Nichts mit dem gelben Schein. Sie haben Magen- Darm, unerträgliche Kopfschmerzen etc., sie schlafen nicht usw. Steht erstmal eine F-Diagnose auf dem Schein, geht die AU auch mal länger.
Und dann der Satz den ich immer zu hören bekomme, sie binden ihre Mutter viel zu sehr in Entscheidungen ein. Unsere Mütter können Entscheidungen nicht mehr überblicken!
Denken Sie nicht darüber nach, warum ein Neurologe ihre Mutter im MRT haben will, man erkennt dort die Abbauprozesse im Gehirn. Geben Sie ihr endlich, auch zu ihrem eigenen Schutz die verordneten Medikamente.
Was wollen Sie mit ihrer Mutter in einer Gedächtnisambulanz? Ihren Zustand umreißen Sie sehr klar. Eine Verbesserung wird nicht mehr eintreten! Versuchen Sie Ihre Mutter in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen, z.B. Mit der Begründung der medikamentösen Einstellung. Mit Glück läuft die Anregung zur Unterbringung von dort aus, es gibt Notfallplätze in den Pflegeeinrichtungen.
Und ob ihre Mutter das möchte oder nicht, lassen sie sich endlich vom Pflegedienst helfen. Die geben Tabletten, waschen den Bedürftigen, bereiten das Essen zu usw.
Denken Sie an sich!
Schöne Grüße

19.10.2019 | 09:22
martinhamborg

Hallo Andydreas, Ihre letzten Beiträge hören sich sehr danach an, dass Sie sich für die weitere Betreuung Ihrer Mutter entschieden haben und nur noch auf den Glücksfall warten, z.B. dass ein Platz in einem der präferierten Häuser frei wird.
Sicher haben Sie sich schon mit den Möglichkeiten des Pflegezeit-Gesetzes beschäftigt, dass genau in solchen Entscheidung unterstützen will.

Sie haben lange gerungen und ganz viele Erfahrungen gemacht und geteilt. Es hat mich sehr gefreut, wie viele wertvolle Beiträge und Gedanken hier durch Ihre Offenheit und Ihr Hin- und Hergerissen sein geschrieben wurden.
Bitte schauen Sie immer mal wieder in die Beiträge. Das was Sie vor einigen Monaten noch nicht annehmen oder ausprobieren konnten, passt vielleicht jetzt oder in der nächsten Zeit.
Ich möchte zu dem Plädoyer von Gobis noch hinzufügen: Bitte denken Sie daran, dass Ihre Mutter einen hohen inneren Leidensdruck hat, der vielleicht viel stärker ist als mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten!
Ihnen viel Kraft in der Entscheidung, Ihr Martin Hamborg

20.10.2019 | 16:50
Angehöriger

Hallo Andydreas,

wir haben vorgestern jemanden beerdigt, der sich - wie Sie - jahrelang aufopferungsvoll in gemeinsamer häuslicher Gemeinschaft lebend um seine Mutter gekümmert und diese lediglich um fünf Jahre überlebt hat.

Wie ein Bekannter von ihm sagte, war es ein armes Leben. Keine Partnerin, keine Kinder, immer nur gearbeitet und für die Mutter dagewesen. Kein eigenes Leben. Ist gestorben, als er fast das Ruhestandsalter erreicht hatte.
An Krebs natürlich, von dem ich überzeugt bin, daß er besonders gerne Leute befällt, die seelisch übermäßig beansprucht sind.

Ich schreibe Ihnen das als Anregung zum Nachdenken, ob Sie Ihr Leben so gestalten, wie Sie es sich im Nachhinein wünschen würden. Damit Sie nichts bereuen, wenn es irgendwann zu spät ist zum besser machen.



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