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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Nu is es soweit
21.10.2019 | 16:44
Gobis

Hallo Andydreas,
warum verwechseln Sie Sorge oder das Gedanken machen über Ihre persönliche Situation mit einem persönlichen Angriff. Ich denke dieses Forum dient dem Austausch und ich selber erhoffe mit Tipps, wie man mit der Ausnahmesituation Demenz bei einem Angehörigen umgeht.
Nein Sie nerven nicht, aber wenn man innerlich schon ein Stückchen weiter ist, sollte es erlaubt sein, Ihnen auch Vorschläge zu machen wie man Probleme minimieren kann. Ich habe mich psych. beraten lassen. Die Seite heißt „Pflegen und Leben“? Dort können Sie über 6 Monate bis zu 8x sich mit einem Psychologen online schriftlich austauschen. Mir hat das sehr geholfen. Ebenfalls gehe ich zu einer Selbsthilfegruppe für Angehörige mit Frontallappen Demenz. Und in der Zusammenfassung beider Beratungen heißt es immer DENKEN SIE AN SICH.
So war zumindest mein Beitrag gemeint.
Liebe Grüße aus Leipzig

21.10.2019 | 18:53
Angehöriger

Danke, Gobis :-)

30.10.2019 | 11:33
Andydreas

Hallo,
ich habe wie bereits erwähnt den Hausarzt gewechselt. Ich fühlte mich von meinem bisherigen Arzt im Stich gelassen. Ich glaube, dass das eine richtige Entscheidung war. Mein neuer Arzt hat mir eine Einweisung in die Psychiatrie des hiesigen Krankenhauses angeboten. Dort würde sie zwar in die geschlossene Abteilung müssen, aber man würde dort wohl endlich die erforderlichen Untersuchungen vornehmen und ggf, Einstellungen vornehmen. Im besten Fall kann ich sie anschließend wieder nach Hause holen. Es ist aber wohl wahrscheinlicher, dass sie anschl. durch den Sozialdienst in einer entsprechende Einrichtung untergebracht werden wird. Ich sehe leider keine andere Möglichkeit mehr, da sie inzwischen im Schnitt 5 x am Tag die Wohnung verlässt um nach Hause zu gehen. Inzwischen treten auch schon die ersten körperlichen Beschwerden an den Knien und Rücken auf, die sie aber tapfer ignoriert.
Halten sie das auch für den richtigen Weg ?
Dange

30.10.2019 | 19:37
Teuteburger

Hallo Andydreas,

für mich gibt es hier nicht "den" richtigen Weg. Es gibt aber Wege, die man gehen kann und manchmal auch gehen muss, wenn alles andere mehr und mehr entgleist.

Liebe Grüße

31.10.2019 | 08:29
Jutta60

Hallo Andydreas,
für meine Mutter war es der richtige Weg. Man konnte ihr dort die Ängste und die Unruhe nehmen. Diese Medikamente hätte ich niemals im Selbstversuch gegeben, so wie das Ihr alter Hausarzt vorgeschlagen hat. Insofern scheint der Arztwechsel richtig gewesen zu sein. Meine Mutter war in der Gerontopsychiatrie, allerdings sind die Plätze rar gesät. Mit dem Wissen, das Sie heute haben, würde ich sagen, ja, es ist der richtige Weg. Alles Gute für Sie und Ihre Mutter!

01.11.2019 | 09:13
martinhamborg

Hallo Andydreas, ja es ist eine eche Chance, denn in der Klinik können die organischen Faktoren hinter der Unruhe viel besser erkannt und behandelt werden. Z.B. kann der Schmerz beim Laufen dazu führen, dass Ihre Mutter vor dem Schmerz fliehen will und genau deshalb noch mehr läuft.

Zudem wird der Sozialdienst bei der Suche nach einer passenden Einrichtung helfen.

Aber es kann sein, dass auch diese Zeit für Sie nicht leicht wird. Vielleicht reagiert Ihre Mutter auf einige Medikamente kurzfristig stärker, als Sie es sich wünschen, vielleicht gibt es Dinge, die in der Klinik nicht rund laufen, vielleicht erleben Sie Menschen, von denen Sie denken, da passt meine Mutter nicht dazu ...
Bitte werfen Sie nicht gleich die Flinte ins Korn, wenn so etwas passiert. Fragen Sie danach, wie Sie die Behandlung durch Besuche oder Spaziergänge unterstützen können.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Ihrer Mutter endlich eine umfassende Diagnostik und Behandlung.
Ihr Martin Hamborg

01.11.2019 | 09:44
Andydreas

Hallo Herr Hamborg,
das hat sich gerade leider auch wieder zerschlagen. Ich habe mit der Oberärztin des hiesigen Krankenhauses gesprochen und sie meinte, dass es keine Möglichkeit gäbe meine Mutter gegen ihren Willen aufzunehmen. Ich müsste zum Betreuungsgericht gehen und eine Zwangseinweisung veranlassen. Nur so wäre der Übergang von einem Krankenhaus in ein Pflegeheim möglich. Das kann ich ihr einfach nicht antun.
Leider ist auch kein vernünftiges Gespräch mit ihr mehr möglich. Es bleibt also bei meiner bisherigen Planung. Weitermachen wie bisher und auf einen Zusammenbruch warten.
Ich habe aus meiner Sicht jetzt alle Möglichkeiten ausgeschöpft und kann nur hoffen, dass sie nicht so sehr leidet.
Vielen Dank an alle in diesem Forum für die Unterstützung.

01.11.2019 | 12:38
sarahf

Lieber Andydreas

Das tut mir alles so leid!

Ich kenne niemanden, der sich so aufopfernd kuemmert wie Sie. Sie machen mir immer ein schlechtes Gewissen, und dabei habe ich schon eins!!

Meine Mutter ist jetzt gerade wieder in der Psychiatrie, in der geschlossenen Abteilung. Sie wollte nie nie nie NIEMALS dahin. Ich habe das fuer sie entschieden, weil sie nicht mehr entscheiden kann. Und ich konnte nicht mehr, ich wuerde zusammen mit ihr wahnsinnig zu Hause werden. Sie sieht in der Psychiatrie andere, denen es aehnlich geht, sie fuehlt sich aufgehobener als hier zu Hause. Ja, die Aerzte und den Sozialdienst muss man jagen, alle sind ueberfordert, nur ist sie jetzt da wo Fachpersonal sich kuemmert. Es war kein leichter Schritt fuer mich. So wie sie frueher entschieden hat, wann ich von der Party zu kommen hab und welches Kleidchen ich zu tragen habe, so musste ich nun fuer sie entscheiden. Weil sie es nicht mehr kann. Bitte glauben Sie mir: meine Mutter ist der wichtigste Mensch fuer mich. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es ist wenn ich kein "Daheim" mehr habe. Ich konnte sie nicht mehr so leiden sehen, und ich konnte einfach nicht mehr.

Bitte denken Sie ueber eine Zwangseinweisung nach. Bei mir war es leichter, denn es lag Fremdgefaehrdung vor. Ich denke auch der Weg Krankenhaus-Kurzzeitpflege-Altersheim ist leichter.

Viel viel Kraft Ihnen!

01.11.2019 | 13:25
Andydreas

Hallo Sarah,
danke für die lieben Worte. Leider war das Gespräch mit der Oberärztin des hiesigen Krankenhauses aufschlussreich, denn sie teilte mir mit, dass Demenz nicht heilbar sei (ach was) und es eigentlich auch nicht notwendig sei da tiefer einzudringen. Man könne höchstens ruhigstellen und ins Heim weiterleiten. Das will ich nicht. Ich habe mich daher entschlossen das alles weiter durchzuziehen wie bisher. Ich werde noch mal mit meinem Hausarzt reden und beraten was vielleicht noch helfen könnte.
Ich wil hier wirklich niemanden ein schlechtes Gewissen machen. Ich weiß, dass ich ein Sonderling bin und mir etwas vorgenommen habe was mir wahrscheinlich irgendwann schaden könnte, aber das ist nun mal meine Entscheidung. Ich verurteile niemanden, der das anders sieht. Danke für das Verständnis.

02.11.2019 | 08:56
sarahf

Lieber Andydreas

Sie machen mir ein schlechtes Gewissen im positiven Sinn, weil Sie sich mit solch einer Aufopferung kuemmern. Ich wuensche Ihnen viel Kraft auf Ihrem Weg und freue mich immer von Ihnen zu lesen.

"Ruhigstellen und dann ab ins Heim" ist ja wirklich keine sonderlich emphatische Aussage. Auf der Station meiner Mutter sind viele mit Hinlauftendenz. Ein Mann war am ersten Tag furchtbar aggressiv, er spielt jetzt mit Legos! Es ist absurd, irgendwie kann ich das jetzt akzeptieren.

Wie ich an anderer Stelle berichtete, ist meine Mutter vorwiegend wahnhaft, und das bekommt man Gott sei Dank mit Medis halbwegs in den Griff (noch nicht aber hoffe bald ...)!

Ein schoenes Wochenende wuensche ich Ihnen!



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