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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Anrufbeantworter
09.08.2019 | 16:08
Schriftsetzerin_Meike

Hallo.

Schon länger lese ich regelmäßig die Beiträge in diesem Forum. Wie oft habe ich mich und meine Mutter (85) in den Texten wiedergefunden. Sie gehört auch zu den Betroffenen. Noch wohnt sie in einem Seniorenheim zwischen "normalen" Menschen. Aber je mehr die Demenz ihren Tag bestimmt, um so weniger Menschen fühlen sich in ihrer Nähe wohl. Die anderen Bewohner möchten nichts mit ihr zu tun haben. Sie meckert, streitet und jetzt sitzt sie sogar allein am Esstisch im Speisesaal. Ach ja.
Leider ist sie mir gegenüber auch nicht milder. Egal, was ich mache, sie ist unzufrieden. Selbst am Telefon kommt seit einiger Zeit kein nettes Gespräch zustande.
Ich bin berufstätig. Wir wohnen ca. 2 Stunden Bahnfahrt auseinander. Daher suche ich das Gespräch oft über das Telefon. Und sie ruft auch "manchmal" an. Ich habe zwei Rufnummern - zu Hause und Handy. Damit kommt sie nicht zurecht. Sie ruft mich tagsüber zu Hause an (AB springt an), ist dann sehr verärgert, weil ich nicht antworte. Denn jetzt kommt die neueste Wendung: Sie erkennt nicht mehr, dass sie mit einem AB spricht. Heute rief ich sie in meiner Mittagspause an, um Hallo zu sagen. Da legte sie gleich los. "Warum warst Du vorhin am Telefon zu patzig zu mir?" Da ich wusste, dass ich nicht mit ihr gesprochen hatte, wusste ich, dass da wieder alles durcheinander lief. "Nein, Du warst vorhin patzig." Minutenlang dieses Patzig-Gespräch. Und weil es ihr dann zu viel wurde, hat sie einfach aufgelegt. Das kenne ich auch schon von ihr.
Nun möchte ich meinen AB nicht komplett abschalten, weil auch andere Leute bei mir anrufen. Aber vielleicht gibt es einen Text, den ich aufs Band spreche, den sie versteht. Hat jemand aus dem Forum Erfahrung damit?
Über Antwort freut sich
Schriftsetzerin_Meike

11.08.2019 | 13:06
Gobis

Hallo,
Nett gemeint, aber sie versteht es nicht mehr und merken geht gleich gar nicht mehr. Es lohnt sich auch nicht mit ihr darüber zu reden, weil es einfach nicht mehr ankommt.
Das so zu sehen, fällt nicht leicht, aber hilft dir vielleicht besser damit umzugehen. Deine Mutter ist versorgt und mehr kannst du nicht machen. Du hast Alles getan, was notwendig ist.

18.08.2019 | 11:02
svenjasachweh

Hallo Schriftsetzerin_Meike,
haben Sie es schon einmal damit probiert, dass eine fremde, vorzugsweise männliche Stimme den Spruch aufsagt, dass Sie gerade leider nicht zu Hause sind? Dann wäre zumindest die Verwechslungsgefahr, bzw. das Problem, dass Ihre Mutter die "Maschine" nicht als solche erkennt, eventuell gebannt...

Herzliche Grüße
S. Sachweh



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