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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Pflege/ Haushaltshilfe?
12.08.2019 | 14:37
M_Trefzer

Hallo,
meine Großmutter (mütterlicherseits) hat seit ca. 3 Jahren (Anfangs sehr sehr langsam) "schleichend" immer wieder Gedächtnislücken. Meine Mutter und ich hatten ihr und meinem Großvater immer wieder gesagt sie solle zum Hausarzt gehen. Allerdings war sie sehr dickköpfig diesbezüglich und ist , wie wir vermuten, nicht zum Arzt gegangen. Sie selber war damals viele Jahre Chefin einer Diakoniestation.
Mittlerweile ist es so schlimm, dass sie nicht mehr weiß wo zb seit Jahren mein Bruder seine Arbeitsstelle hat. Sie spricht auch nur noch über Ihre Jugend und das Wetter alles Dinge über die man einfach mit reden kann. Als mein Großvater wg eines Unfalls 4 Tage im Krankenhaus war, hatten wir sie gepflegt und essen gemacht. Ihr immer wieder gesagt, dass sie trinken muss da es ohne Erinnerung nicht ging (sie wohnt unter meiner Mutter).
Zu dem Zeitpunkt wuschen wir die Wäsche und putzten. Seither ist meiner Mutter und mir aufgefallen, dass seit einiger Zeit keine Wäsche mehr gewaschen wird bzw auch nicht wirklich geputzt und aufgeräumt wird. Auch die Körperhygiene bleibt sehr auf der Strecke.
Die Hilfe durch uns möchten sie nicht trotz mehrfachem anbieten aber es wird immer wieder betont, dass sie es alles im Griff haben.
Mein Großvater ist mehr als überfordert was er nie zugeben würde da die Angst zu groß ist, dass meine Großmutter in ein Pflegeheim. Er selber hat bis auf die Ordnung, Wäsche waschen sich selber sehr gut im Griff und ist auch nicht vergesslich.
Wie können wir vorgehen bzw wo können wir uns Hilfe holen?
Vielen Dank im Voraus

13.08.2019 | 08:35
Jutta60

Hallo lieber Fragesteller,
Sie können sich zuerst bei einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe beraten lassen. Wenn Ihre Großmutter noch keinen Pflegegrad hat, sollte der evtl. auch beantragt werden. Das wird Ihnen in Zukunft helfen. Haben Sie schon ausgelotet, welche Hilfe Ihre Großmutter noch zulassen würde? Mit dem Großvater können Sie doch noch gut sprechen und die Wünsche und Befürchtungen ansprechen. Es hilft nichts, wenn da etwas ungesagt bleibt. Fragen Sie, wie er sich die Zukunft vorstellt und was er konkret von Ihnen erwartet. Können Sie Ihre Großmutter nicht zu einem Arztbesuch überreden, vielleicht in einem anderen Zusammenhang? Oder den Arzt zu einem "routinemäßigen Hausbesuch"? Damit Sie wenigstens eine Diagnose bekommen.
Eine "fremde" Hilfe könnten Sie ggf. als Krankenkassenleistung "verkaufen" oder so. Von den eigenen Vorstellung hinsichtlich Sauberkeit usw. sollte man rechtzeitig Abstand nehmen. Wenn Ihre Großmutter wirklich dement ist, müssen andere Maßstäbe angelegt werden. Ich hoffe, dass Sie eine gute Lösung finden. Bitte reden Sie miteinander. Alles Gute!

13.08.2019 | 08:49
martinhamborg

Hallo M_Trefzer, zu dem was Jutta60 so treffend schreibt, möchte ich noch ergänzen, dass gerade die Enkel eine besondere Chance haben, Veränderungen zu bewegen, sie können manchmal besser mit ihren Gefühlen "arbeiten" und Versprechungen einholen, an die Sie dann Ihre Großmutter freundlich erinnern können.
In diesem Sinne, viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg



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