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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor beginnende Demenz oder nur altersbedingte Vergeßlichkeit?
18.08.2019 | 19:46
tabaraja

Hallo,
ich betreue meine 84jährige Schwester, die noch allein in ihrer Wohnung lebt. Seit einiger Zeit bemerke ich, dass sie vieles vergißt. Termine oder ähnliches mache ich für sie, da nur ich weiß, wann ich Zeit habe, um dann mit ihr diese wahrzunehmen. Ich bin als Pflegekraft für sie eingetragen und bekomme ein Pflegegeld in Höhe von 316 Euro.
Vor zwei Tagen ist sie sehr aggressiv mir gegenüber geworden und schrie mich an, dass sie die Termine macht. Sie war für ein normales Gespräch, warum das nicht möglich ist nicht zugänglich und ich habe die Situation dann verlassen.
Vorausgegangen war ein Friseurtermin, wo sie mich beim Friseur anschrie, ob ich wieder andere Termine machen würde. Auf meine versuchte Erklärung hin, dass ich doch die Termine machen muss wegen meinen eigenen Terminen schrie sie mich an, das interessiere sie nicht.
Mich belastet das sehr, denn auch ich bin nicht gesund und leide seit Jahren an Depressionen. Aber auch ohne die würde mir das sehr unter die Haut gehen.
Jetzt komme ich mir vor, als wenn ich zwischen zwei Stühlen sitzen würde. Auf der einen Seite ist sie meine Schwester und ich habe nur noch sie. Auf der anderen Seite weiß ich, wenn ich die Pflege abgeben würde, dann wäre keiner mehr für sie da. Es gibt noch eine Tochter, die aber ganztags arbeitet und diese Termine einfach nicht leisten kann.
Ich weiß einfach, was ich machen soll....was richtig oder falsch ist.

LG

19.08.2019 | 13:11
Teuteburger

Das ist in der Tat belastend, wenn man das nicht kennt.
Ist Ihre Schwester denn einmal auf Demenz hin getestet worden?

Neben einer möglichen Demenz spielen aber auch noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Wie sieht denn der B12-Spiegel Ihrer Schwester aus. Und zusätzlich der Vitamin D- und der Calciumstoffwechsel. Liegen hier langanhaltende Defizite vor, dann kann das eine Demenz verstärken oder sogar auslösen. Das würde ich in jedem Falle von einem Arzt abklären lassen. Des weiteren wäre ein zu hoher Altershirndruck ebenfalls eine Möglichkeit, die leider nur zu gerne übersehen wird. Auch das ist behandelbar. Ich will nicht wissen wie viele Demenzkranke wir haben, bei denen das die eigentliche Ursache ist.

Ansonsten klingt das nach einer typischen Demenzhandlung. Das man glaubt, etwas selbst tun zu können, obwohl man dies seit langer Zeit nicht mehr getan hat und ein anderer das für einen erledigt.
Ich selbst weiß auch manchmal nicht, wo ich hier etwas einordnen soll, denn es gibt bei uns zum Beispiel Tage, da weiß meine Schwiegermutter ganz genau, was sie noch tun kann und was nicht. Und es gibt Tage, da lügt sie sich selbst das Blaue vom Himmel herunter, was sie noch alles kann. Meist dann, wenn sie irgendeine Hilfe von Außen ablehnen will, dann ist das eine gern gewählte Strategie.

Aber, wie gesagt, ich würde auch an die Vitamine und an den Hirndruck denken.


19.08.2019 | 20:26
tabaraja

Dankeschön für die Antwort. Meine Schwester leidet an einer Verengung der Arterie, die zum Hirn geht. Deswegen war sie schon einmal in der Klinik, da sie vollkommen zeitlich und örtlich desorientiert war mit einer verwaschenen Sprache.
Ich habe heute ein Gespräch mit der Tochter gehabt und werde die Pflege abgeben. Meine Schwester ist jetzt total bockig, will keine Versorgung von mir mehr und ich akzeptiere das. Sie ist auch zu keinem Gespräch bereit, was mir natürlich auch sehr nahe geht. Aber damit muss ich mich abfinden. Vll. gibt es noch einmal ein klärendes Gespräch, aber jetzt muss erst einmal Zeit vergehen.
Mir tut das alles nicht mehr gut, bin ja selbst nicht gesund und somit ist es wohl das Beste für beide Seiten.
Sie sieht ihre "Vergesslichkeit" nicht ein und akzeptiert diese auch nicht. Dann muss eben die Tochter einiges an Organisation übernehmen und meine Schwester muss die Termine mit dem Taxi erledigen.
Auf Demenz testen würde die Sache nur noch schlimmer machen, zumal sie ja noch nicht einmal diese Vergesslichkeit akzeptiert.
Darum muss sich, wenn es nötig werden sollte, nun die Tochter kümmern.
Ich muss jetzt schauen, dass es mir wieder gut geht. Auch wenn dieser totale Kontaktabbruch weh tut.



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