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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Schwester will Vater ins Heim stecken
28.08.2019 | 10:52
Scabbi

Hallo zusammen,
mein Mann hat gestern von seinem Vater erfahren, dass seine Schwester den Vater gegen seinen Willen in ein Altersheim geben will. Sie hätte sich einige angesehen und eins ausgesucht und dort auch schon einen Vertrag gemacht, in einem halben Jahr soll er umziehen und sie würde dann in seine Eigentumswohnung ziehen! Der Vater ist leicht Dement und hat keine Pflegestufe, er kümmert sich auch noch um seine Finanzen. Er hat heute einen Termin beim Anwalt, um sich dort beraten zu lassen. Ich bin der Meinung, dass die Schwester meines Mannes das nicht entscheiden darf und auch keinen Vertrag mit einem Heim machen darf. Ich wüsste auch nicht, warum sie in seine Eigentumswohnung ziehen darf! Es sind zwei Kinder, somit müssten diese das doch gemeinsam entscheiden, oder?
Über eine Info/Hilfe würde ich mich sehr freuen...

02.09.2019 | 10:52
martinhamborg

Hallo Scabbi, leider gibt es immer wieder große familiäre Konflikte, wenn es um einen Umzug in ein Heim oder um (angebliche) Versprechungen bei beginnender Demenz geht.
Rechtlich (darf und) möchte ich die Lage nicht bewerten, da ist es besser wenn Sie sich bei einem Anwalt Hilfe holen. Auch eine Mediation ist ein Weg, um eine Klage zu vermeiden und alle Interessen unter Anwesenheit eines Richters gegenüberzustellen. Aber vielleicht reicht ja schon ein Gespräch unter Geschwistern...
Viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg

02.09.2019 | 15:05
Grunella

Wie gut können Sie denn seine Geschäftsfähigkeit einschätzen? Meine Mutter hat auch ihre Finanzen selber geregelt und dabei Tausende verloren. Ihre Fassade war so gut, dass über Telefon und oberflächliche Kontakte nichts zu merken war. Aber sie hatte garnichts mehr im Griff. Und einer Unterbringung im Heim hätte sie auch nicht zugestimmt. als alles schon komplett aus dem Ruder lief. Demente haben keine Krankheitseinsicht.

02.09.2019 | 15:48
klauspawletko

Hallo Scabbi,
man (oder auch frau) kann niemanden so ohne weiteres "in ein Heim stecken". Dafür bedürfte es erstens einer entsprechenden (General-)Vollmacht und zweitens der Zustimmung durch einen Amtsrichter.
So, wie Sie Ihren Vater beschreiben, würde kein Amtsrichter eine Heimunterbringung anordnen/befürworten.
Die zweite Ebene bei dieser Geschichte ist scheinbar - wie leider sehr häufig - eine Beziehungsproblematik unter Geschwistern.
Herr Hamborg hatte ja bereits angedeutet, wie sich so etwas auch ohne juritische Auseinandersetzungen regeln lässt. Im Sinne des Wohlergehens Ihres Schwiegervaters wäre es sicher sehr hilfreich, wenn sich die Geschwister konstruktiv verständigen würden.
Dafür wünsche ich Ihnen viel Glück!

Viele Grüße von

Klaus-W. Pawletko



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