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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Medikamenteneinstellung bei Demenz
05.09.2019 | 14:18
beated

An die Ärzte im Forum,

Meine Mutter hat seit 5 Jahren Demenz. Sie wurde erst in einer Klinik auf Rivastigman eingestellt. Dieses musste dann nach einem Jahr ( vor 4 Jahren) auf Grund der starken Inkontinenz (Nebenwirkungen), worunter meine Mutter stark gelitten hat, abgesetzt werden. Darauf hin vom Hausarzt mit Citalapram eingestellt, was meine Mutter gut vertragen hat. Seit 3 Jahren ist meine Mutter im Pflegeheim. Vor einem 3/4 Jahr hat der Neurologe angefangen mit Donezepil. Seit einem 1/2 Jahr fällt dem Pflegepersonal und uns auf dass meine Mutter sehr aggressiv wird, zum Teil handgreiflich, kein Hunger oder Durst mehr hat, Schlafstörungen bekommt. Citalapram wurde pausiert, mit Melperon ersetzt, für die Schlafstörung Zopiclon und Mirtazapim (mittlerweile 45mg) gegeben. Jetzt wurde Melperon wieder abgesetzt, stattdessen Rispisdon gegeben. Zustände werden aber nicht besser sondern im Gegenteil verstärken sich. Das Pflegepersonal hat sogar schon vorgeschlagen, meine Mutter in die Psychatrie einzuweisen um Medikamente neu einzustellen. Ist dies sinnvoll? Wir haben Angst das meine Mutter dadurch die Orientierung komlett verliert. Die ganzen Symptome stehen als Nebenwirkungen bei Donezepil. Würde es Sinn machen dieses Medikament abzusetzen? Haben Sie mit dem Nebenwirkungen von Donezepil Erfahrung?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen

Mit freundlichen Grüßen

Beate Drechsler

05.09.2019 | 15:03
Barbara66

Hallo Beate ,
Ich halte von Antidementiva (Rivastigmin und Donezepil )überhaupt nichts.
Will man ernsthaft eine so schreckliche Krankheit hinauszögern? ?
Für wen soll das sinnvoll sein???
Der Patient soll sich noch länger mit diesem unsagbaren Leid herumquaelen und die Angehörigen gehen kaputt dabei.
Demenz ist ja nicht gleich Demenz.
Es ist ganz,ganz wichtig genau zu wissen,um welche Form der Demenz es sich handelt.
Meine Mutter hat die Verdachts-Diagnose Lewykoerperchendemenz, bei der nur 2 Neuroleptika gegeben werden dürfen.
Sie hat letztes Jahr Neuroleptika bekommen (Risperdal und Olanzapin ),die sie fast umgebracht hätten.
Ein grober Fehler des behandelnden Arztes.
Da ich mich durch meine 25jährige Tätigkeit in der Apotheke mit Medikamenten auskenne,bin ich dahinter gekommen und habe alle Neuroleptika abgesetzt.
Vielleicht ist das ja bei Deiner Mutter auch der Fall, weil nichts hilft.
Die Ärzte geben einfach irgendwas ohne sich darüber im Klaren zu sein,ob dies oder jenes Medikament nicht vielleicht kontraindiziert sind.
Mach Dich schlau,ob bestimmte Medikamente bei Deiner Mutter überhaupt gegeben werden dürfen.
Alles Gute und viel Kraft
Bärbel

11.09.2019 | 10:50
elmarkaiser

Sehr geehrte Fragenstellerin, sehr geehrter Fragensteller,

in dieser komplexen Situation besteht z.B. auch die Möglichkeit, sich als Angehörige Informationen über das mögliche weitere Vorgehen im Rahmen einer Gedächtnisambulanz / Memory Clinic einzuholen. Sie könnten dort im Sinne einer Zweitmeinung / -einschätzung mögliche Behandlungsoptionen besprechen. Eine pauschale Antwort bezüglich der Vor- / Nachteile des verabreichten Medikamentes ist daher leider nicht möglich. Bitte haben Sie dafür Verständnis, wenn im Rahmen dieses Online-Forums keine konkreteren Empfehlungen erfolgen können. Letztlich trifft immer der zuständige behandelnde Arzt eine Entscheidung. Einschränkungen sind dann gegeben, wenn ein Angehöriger z.B. die medizinische Fürsorge i.S. einer gesetzlichen Betreuungsfunktion zugesprochen bekommen hat. In diesem Fall wären medizinische Maßnahmen - auch die Gabe von Medikamenten zählt dazu - eng mit dem jeweils zuständigen gesetzlichen Betreuer abzustimmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. E. Kaiser

19.10.2019 | 17:56
Babs

Hallo zusammen,

meine Mutter ( 88 Jahre) ist zeit ca 8 Monaten in einem Pflegeheim. Und da hat auch die Verwirrtheit angefangen das dann zur Demenz wurde. Der Anfang war für uns alle sehr schlimm. Meine Mutter hat sich dann so einigermaßen damit angefreundet das Sie dort bleiben muss,da ich um die Ecke wohne und jeden Tag bei Ihr bin, mal länger oder kürzer. Zeit zwei Tagen ist es so schlimm das sie im Heim rumläuft, oder im Zimmer wenn die Nachbarin schläft, mit hoher Stimme die Namen von meiner Schwester und mir zu ruft. Sie hat diese Angst bekommen alleine zu bleiben,und fängt an zu weinen wenn wir gehen, sie hängt an den Armen von uns und will mit heim. Dann will sie wieder ins Bett oder doch lieber wieder auf den Stuhl setzten !!!!Sie wollen sie jetzt mit Medikamenten etwas ruhiger machen. Wäre das OK ? Aber was für Medikamente?? Ich bin echt fast am Ende meine Mutter so zu sehen. Danke für die Antworten.
Grüße Babs

19.10.2019 | 19:10
Barbara66

Hallo Babs,
Ich kann Deine Verzweiflung gut verstehen.
Es muss unglaublich schmerzhaft sein,die Mutter unglücklich und ängstlich zu sehen und zurücklassen zu müssen.
Meine Mutter ist noch zu Hause- beim letzten Aufenthalt im Februar in der Psychiatrie hat mir die behandelnde Ärztin gesagt,daß alle Demenzkranken das gleiche bekommen- Neuroleptika!!
Es kommt aber schon darauf an,um welche Demenzform es sich handelt.
Bei aggressivem Verhalten der Alzheimer Krankheit gibt man z.B. Risperdal.
Bei meiner Mutter,die an einer der schlimmsten Demenzformen, der Lewykörper Demenz, leidet,darf man fast gar keine Neuroleptika geben,da diese ganz schlecht vertragen werden.
Das lässt uns verzweifeln, zumal meine Mutter mit starken Halluzinationen und Wahnvorstellungen zu tun hat (sie wird angeblich vergiftet ).
Somit müssen wir als Familie das ganze so aushalten und können ihr noch nicht mal mit Medikamenten helfen.
Sei jedoch vorsichtig bei der Gabe von Neuroleptika für Deine Mutter.
Diese Medikamente führen ganz schnell zu extrapyramidalen Symptomen (Muskelsteifheit, Gangunsicherheit usw.),welche dann leicht zu Stuerzen führen können.
Alle Heimbewohner werden mit diesen Mitteln ruhiggestellt und zugedroehnt.
Sicher oftmals zu sehr um Ruhe zu haben.
Wenn Du Fragen bzgl.Medikamenten hast,kannst Du mich gerne kontaktieren.
Habe 25 Jahre in der Apotheke gearbeitet und kenne mich bestens aus.
Alles Gute und ganz viel Kraft
Barbara

20.10.2019 | 10:00
Babs

Hallo Barbara

erstmal vielen Dank für deine schnelle Antwort :-)
Ich bin mir auch sehr unsicher was ich machen soll ?! Ich sehe meine Mutter wie sie selbst überfordert ist mir der Situation! Sie möchte ins Bett dann doch gleich wieder Aufstehen dann will sie sich hinsetzten im gleichen Moment steht sie wieder auf, dann muss sie auf die Toilette kaum war sie drauf und ist angezogen muss sie nochmal, und sagt zu mir das sie nicht auf der Toilette war ich bringe da was durcheinander!!!
Dann sitze ich bei Ihr und alle zwei Sekunden fragt sie mich immer das gleiche. Am Anfang dachten ich es geht mit etwas pflanzlichen sie zu beruhigen. Als ich gestern dann ins Heim kam, so das sie mich nicht gesehen hat, hörte ich sie durch den ganzen Speisesaal mit extrem hoher Stimme nach dem Namen von meiner Schwester und mir rufen,
dass geht Stunden lang hat mir eine Pflegerin erzählt. Auch die Zimmernachbarin, die noch so einigermaßen klar ist im Kopf hat sich beschwert das sie nicht Schlafen kann.
Dann komm ich Heim, und bin total fertig mit den Nerven, weil ich sie bevor ich gehe dann ins Bett bringe und sie da liegt die Hände zusammen gelegt und fleht mich an sie bitte nicht hier alleine liegen zu lassen !!! Das dauert auch gut eine Stunde.
Ich werde wohl den Arzt morgen anrufen, aber auch da bin ich mir nicht sicher , ob der Hausarzt dafür geeignet ist und der richtige ist!?
Ich werde mich sehr gerne nochmal an dich wenden wenn ich weiß was für Medikamente sie meiner Mutter geben wollen. Im Delirium möchte ich sie nicht den ganzen im Bett liegen haben, nur das sie in Ruhe Kaffee trinken können.
Was ich dazu schon alles erlebt habe....... Manchmal denken die doch auch das sie auf der AIDA sind!!!!

Aber das steht auf einem anderen Blatt....


Ich danke Dir das ich dich kontaktieren kann wenn Hilfe brauche. Mir hat es auch sehr geholfen einfach mal nur einen kleinen Teil zu Schreiben, was mir auf dem Herzen liegt, mit jemanden der auch betroffen ist.

LG an meine Namensvetterin



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