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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Konflikt Geld / Betreuungskraft-Mutter
30.09.2019 | 13:21
AKA

Hallo zusammen,

ich bin Pflege"anfängerin" und auch neu hier im Forum.
Meine bisher noch komplett selbständige 91j. Mutter ist nach Sturz vor ca. 2,5 Monaten und OP nun Pflegefall (Rollstuhl) und komplett verwirrt (Durchgangssyndrom - oder doch vaskuläre Demenz?).
Seit Anfang September ist sie mit einer 24h Kraft bei sich zu Hause (erkennt dies aber nicht als ihre Wohnung); ich bin 5 Tage in der Woche ein paar Stunden bei ihr.
Meine Mutter ist teilweise hyperaktiv und vergisst, dass sie nicht aufstehen kann/darf und fällt ständig, aus Rollstuhl/Bett etc. hat zunehmend Wahnvorstellungen, ist komplett durcheinander.
Da sie alles bisher noch recht selbständig gemanagt hat, findet sie es unmöglich, dass ich ihr kein Geld gebe und die "Schlüssel" vom Gitter am Bett verstecke.
Ich würde ihr ja jedesmal Geld in ihre Tasche tun (und unbemerkt wieder herausnehmen) - oder auch irgendwelche Schlüssel, aber die Pflegekraft wehrt ab, da dies nichts bringt. Wie kann ich damit umgehen - wie auf die Emotionen dahinter eingehen. Es ist allerdings ein ständig wiederkehrendes Thema. Hat jemand Ideen?
Lieben Dank vorab

08.10.2019 | 16:51
AKA

Danke Sonnenblümchen (hatte meinen Beitrag nicht wiedergefunden ;)
zur Frage/Antwort 1+2.):
Ja - sie hatte sich eine periprothetische Fraktur am Hüftknochen zugezogen die gut operiert wurde (leider lange Narkose und lange Liegezeit in der eigenen Wohnung, eh wir sie aufgefunden hatten - deshalb wahrscheinlich das Delir.) Sie bekommt regelmässig Physio, durfte aber die ersten 8 Wochen "0kg" belasten). Sie ist (zu) mobil und packt alle möglichen Kissen übereinander um über alles drüberzukommen und um so schlimmer zu stürzen. Ergotherapie ist jetzt zusätzlich in der Warteschleife, denn die Verwirrtheit macht eine mögliche "Genesung" unmöglich. (12 + postoperative Stürze), keine Minute kann man sie aus den Augen lassen, sie steht sofort aus dem Rollstuhl auf. Die 24h-Pflegekraft kann nicht mal selbst auf die Toilette gehen, lehnt aber leider auch jegliche zusätzliche Hilfe ab. (Ist auch etwas "eng" in einer kleinen 2-Zimmerwohnung.
zu 3.) Geldbörse(n) hat sie, man muss sie immer darauf hinweisen - dies aber 50 mal am Tag und immer möchte sie mehr Geld. Ich sag ihr ja auch, dass ich es ihr gebe. Dann ist sie 5 Minuten beruhigt, dann wieder von vorne.
zu 4.) Ja sicher fühlt sie sich ausgeliefert, aber leider bin ich ja meist nicht da und kann darauf einwirken, wann und wie oft meine Mutter ins Bett/aus dem Bett kommt. Meist ist sie im Rollstuhl, abends recht früh wohl lt. Pflegekraft im Bett (20h). Schläft aber nur mit Zopiklon.
Für mich ist der zusätzliche Konflikt mit Pflegekraft (bin ja froh, dass ich eine habe) und meiner Auffassung, die sehr der ihrigen entspricht äusserst belastend, als wäre das Delir/Dilemma nicht schon schlimm genug...

16.10.2019 | 22:38
Angehöriger

Hallo AKA,

ja, ich habe eine Idee als Antwort auf Ihre Frage vom 30.09.:

da meine Mutter auch ein großes Theater um das Thema Geld macht (was sie aber nicht im geringsten mehr beherrscht) ist das bei uns Dauerthema. Ich habe lange Zeit den Fehler gemacht, vernünftig und sachlich mit ihr zu reden und ihr das Wie und Warum sachlich darzulegen. Total falsch!!

Mittlerweile höre ich mir ihre Bitten nett und verständnisvoll an und sage (beispielsweis beim Telefonieren), daß ich ihr selbstverständlich beim nächsten Besuch wieder Geld dalasse und daß sie immer genug vorrätig hat und so weiter. BERUHIGEN, ihr ein gutes Gefühl geben. Lieb, nett, fröhlich, freundlich sein; ihr das Gefühl geben, daß wir über ihre Defizite lachen können, daß das nichts Schlimmes ist und wir sie gemeinsam locker kompensiert bekommen.

Immer auf der GEFÜHLSebene bleiben und sich NIEMALS auf die Sachebene verirren! Ihr das Gefühl geben, trotz ihrer Defizite gut versorgt zu sein und sich keine Sorgen machen zu müssen.

Das ist jedenfalls bei meiner Mutter hängengeblieben: daß ich sie gut versorge und sie weiß, es ist immer genug Geld da. Trotzdem verlangt sie derzeit wieder ständig nach Autonomie, sie kann ja alles noch selber :-). Also bin ich wieder lieb und verständnisvoll, sage ihr zu, beim nächsten mal ...... usw.



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