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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Unterbringung selbst initiieren?
22.10.2019 | 11:49
Teuteburger

Hallo Hanne,

vielleicht würde Ihnen das Buch von Dr. Hüthers helfen. Er ist ein bekannter Hirnforscher.

Ich bin der Überzeugung, dass eine Demenz, die keine körperlichen Ursachen hat (Hirndruck, Schlaganfälle, Ernährungsdefizite), viel mit Bedürfnissen zu tun hat, die man leider unter den Tisch gekehrt hat.
Es ist für mich gefühlt so, dass jeder Mensch einen Ort/Heimat braucht, an dem er sich geborgen, angenommen und wohl fühlen kann und das einem hier die wesentlichen individuellen Bedürfnisse erfüllt werden. Das sind für mich Grundbedürfnisse und diese haben eine enorme Kraft, denn sie setzen sich gegen alles Verstandliche, selbst erdachte, durch, wenn sie nicht erfüllt werden.
Meine Schwiegermutter schwärmt z.B. von ihrer Jugend, ihrem Heim, ihren Geschwistern, bis dann halt der Krieg kam. Das ist für sie ihre Basis oder das Wohnen in einem Mietshaus, wo sie sich mit ihren eigenen Kindern ein paar Jahre lang wohlgefühlt hat. Alles andere ist hier zweitrangig. Zudem kann meine Schwiegermutter die Mängel anderer Menschen nicht ertragen, egal ob geistig oder körperlich, dann leidet sie mit, hat aber keine Antwort darauf und ihr persönliches Wohlbefinden geht in den Keller. Und es gibt viele Menschen, denen geht es genauso.
Wenn man solche Vollmachten ect. erstellt, dann sollte man sich vorher einmal Gedanken machen, wo die eigenen Bedürfnisse dabei bleiben. Und man wird feststellen, man will sich nicht an eine Institution ausliefern, wo das Essen nicht frei gewählt werden kann, wo gewinnorientiert gearbeitet werden muss, wo Personal deshalb gehetzt ist, wo die eigenen Bedürfnisse nicht genügend beachtet werden, wo Menschen Gewohnheiten haben, die andere beeinträchtigen, zum Beispiel rauchen, was dann durch sämtliche Flure zieht und das laute Schreien anderer oder Personen, die sich gar nicht vertragen, laute Fernseher.
Manchen ist das beim Schreiben der Vollmachten erst einmal egal, aber wenn man zu klaren Lebzeiten hier eine bestimmte Einstellung gewonnen hat, dann bleibt dieses Gefühl auch in der Demenz erhalten. Das erlebe ich immer wieder und dann sind auch alle Vollmachten ect. hinfällig, weil die eigenen Grundbedürfnisse eben nicht berücksichtigt werden können.
Es gibt natürlich auch Einrichtungen, die einem mehr zusagen können. Da ist es wichtig sich rechtzeitig zu informieren und zu wissen, wo man im Fall der Fälle gerne hin möchte. Wenn man weiß, die eigenen Grundbedürfnisse, werden weitestgehend erfüllt, dann fällt auch ein Umzug wesentlich leichter.

Das ist aber genau der Punkt, den viele nicht bedenken, dass ihre Gefühle und die alten Ansichten, die darinnen liegen, auch noch ein Wörtchen mitzureden haben.

Wenn ich mir zum Beispiel vorstellen könnte, dass im Falle des Falles, ich in einem eigenen kleinen Häuschen, zwei kleine Zimmer, Küchenzeile wohnen könnte, ich mich frei auf dem schön eingepflanzten Gelände bewegen dürfte und ich selbstständig bleiben kann, soweit mir das noch möglich ist und ich auch ein gutes vollwertiges Essen bekommen würde, wenn ich nicht mehr selbst kochen kann und wenn Pfleger, dann für einen da sind, wenn man sie braucht und wenn es ein schönes Gemeinschaftshaus geben würde mit unterschiedlichen kreativen Angeboten und wenn alles sauber ist und nicht klinikmäßig eingerichtet, sondern eine Mischung aus Modern und Alt, ja dann wäre so ein Umzug im Alter doch keine Überlegung wert.
Da würde doch fast jeder gerne seinen Lebensabend verbringen, wenn er nicht zu personenfixiert ist, also auf nahe Angehörige. Aber auch diese kämen sicher viel lieber in eine solche Einrichtung zu Besuch. Das würde aber so viel Geld kosten, dass sicher keiner das finanzieren kann.

Liebe Grüße

24.10.2019 | 20:19
Angehöriger

Wieso verschwinden in diesem Forum eigentlich immer wieder Beiträge von Sonnenblümchen???



Guten Abend Hanne,

ein Weg, Ihre Sorge, später mal Ihre eigenen Vollmachten zu widerrufen etc., zu bekämpfen, könnte darin liegen, daß Sie allmählich die Weichen stellen für Ihr späteres Wohnen und Versorgtsein. Die Dinge in Angriff nehmen; sich seiner (/ihrer!) Angst stellen. Packen Sie den Stier bei den Hörnern! Wenn Sie merken, daß Sie etwas in die von Ihnen gewünschte Richtung bewegt bekommen, wird die Angst verschwinden und Sie können sich auf die angenehmeren Seiten des Lebens konzentrieren.
Und versuchen Sie, aus dem Alleinsein herauszukommen; wenn Sie jetzt den Umgang mit anderen einüben, fällt es Ihnen später leichter, diesen fortzusetzen, wenn Sie in Gemeinschaft leben sollen/wollen.

Weiter oben war das Thema ja Abbeyfield-Häuser und Bauernhöfe, auf denen in Gemeinschaft gelebt wird. Setzen Sie sich damit einmal konstruktiv gedanklich damit auseinander und berichten uns anschließend.



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