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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor [Geschlossen] Ich bin nur noch voller Angst........
24.10.2019 | 21:06
Barbara66

Ich habe 2 anstrengende Jahre mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen meiner Mutter hinter mir.
Die vermutete Psychose ist ganz klar die Lewykörper Demenz.
Sie ist noch mit meinem Vater zu Hause,aber die verwirrten Zustände sind nun tagtäglich da.
Ich finde es so schwierig, daß man alles ,was sie sagt,in Frage stellen muss.
Nichts entspricht mehr der Wahrheit und Realität - unserer Realität! !!!!
Mir macht diese Krankheit unglaubliche Angst und diese beginnt schon morgens beim Aufstehen.
Ich jogge jeden morgen bei ihr vorbei und habe schon Magenschmerzen auf dem Weg dorthin- Angst,was jetzt wieder für unwahre Geschichten auf den Tisch kommen.
Obwohl ich weiß, daß dies an ihrer Krankheit liegt,erschreckt mich jedesmal diese Wesensveraenderung und zieht mir den Boden unter den Füßen weg.
Ich bin wohl immer noch nicht an dem Punkt angekommen,die schreckliche Krankheit zu akzeptieren Und zu verstehen, daß unsere gemeinsame Zeit begrenzt ist.
Ganz große Angst habe ich davor,daß sie qualvoll sterben wird.
Wir haben seit 2 Jahren diese Halluzinationen und ihr ganzer Zustand ist erschreckend schlecht.
Sie hat in diesem Jahr bestimmt 20 kg verloren- hat kaum Appetit.
Da mein Vater ja noch bei ihr ist,solle man glauben,daß er mir eine große Hilfe ist.
Leider ist dem nicht so- er glaubt ihr alles,was sie sagt und begreift (oder will nicht begreifen)das Ausmaß dieser schrecklichen Krankheit nicht.
Somit habe ich praktisch 2 " Pflegefaelle " zu Hause.
Ich bin langsam am Ende meiner Kräfte und habe jegliche Lebensfreude für mein Leben verloren.
Ich schaffe es nicht, mich in Ihre Welt einzulassen und sie in vielem,was nicht der Realität entspricht,zu bestärken.
Sie hört ständig Stimmen,die nicht da sind.
Sie ruft mich an und fragt: Hast Du gesagt,wir sollen zu Euch hochkommen??
Ich sage dann nein- habe ich nicht gesagt
Vorgestern ruft sie an und ich denke,sie fragt jetzt wie mein Tag war??
Falschgedacht -sie will mir gratulieren, für das,was ich gesagt habe
Ich: ich verstehe Dich nicht, ich habe nichts gesagt!!
So geht das tagtäglich.
Gruß Barbara

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 24.10.2019 um 21:15.]

25.10.2019 | 11:16
Jutta60

Liebe Barbara,
auch meine Mutter ist mit einer LBD gestorben und viele Dinge, die Sie beschreiben, kenne ich gut. Am Anfang ist die Verwirrtheit nur sporadisch, später gingen bei ihr auch die Halluzinationen u Wahnvorstellungen nicht mehr weg. Auch sie erzählte oft Dinge, die nur in ihrer Welt existierten, aber so detailliert und facettenreich, dass Außenstehende das für bare Münze nahmen. Ich konnte lange nicht glauben, was ich da erzählt bekam und brauchte lange Zeit, um mich damit abzufinden, dass meine tüchtige, mutige und hilfsbereite Mutter in völlig andere Welten glitt.
Schlimm war es, wenn sie mit Fremden über mich sprach und diese dann ein völlig verzerrtes Bild von ihr und mir bekamen. Meine Mutter musste, weil die Halluzinationen zu entwürdigenden Zuständen führten und ihr auch große Angst machten, in eine Gerontopsychiatrie. Dort bekam sie Medikamente (über die Nebenwirkungen reden wir nicht), die zumindest die Ängste nahmen. Sie bleiben aber. Ich hatte eine 24h-Hilfe für sie, die auch alles glaubte, was meine Mutter sagte und ich konnte ihr nicht begreiflich machen, dass meine Mutter krank ist. Für die Angehörigen ist die Krankheit oft am wenigsten zu begreifen, daher verstehe ich Ihren Vater, mir ging es ja auch sehr lange so, dass ich zunächst alles glaubte, was meine Mutter erzählte. Allerdings kam sie in ihren Berichten dann bald in Zeiten zurück, so dass man es dann gleich merkte.
Was kann ich Ihnen aus meiner Erfahrung raten?
Lassen Sie Ihren Vater, vielleicht will er es einfach nicht wahrhaben, was da mit seiner Frau passiert. Die Erkenntnis der Krankheit braucht Zeit. Mein Vater war damals schon tot.
Die Essgewohnheiten meiner Mutter veränderten sich total. Sie hatte immer gesund gelebt und liebte plötzlich Süßes. Probieren Sie mal anderes Essen als das, was Ihre Mutter bisher gewohnt war, wenn das geht. Bei meiner Mutter ging es, denn körperlich war sie beneidenswert gesund (kein Diabetes usw.).
Sie brauchen sich nicht in die Welt Ihrer Mutter zu begeben und müssen sie auch nicht bestärken in ihrer Meinung. Sorgen Sie dafür, dass sie nicht in schlimme Situationen gerät und geben Sie ihr einfache und klare Antworten, aber lügen Sie nicht.
Haben Sie keine Angst vor dem Tod Ihrer Mutter. Meine Mutter starb ganz friedlich. Ich glaube, sie hat gar nicht gemerkt, dass der Tod kam, sie sah erstaunt aus, als ich sie danach sah. Sie hatte einfach alles vergessen am Ende, auch wie man schluckt. Da musste man aufpassen. Die Pflege im Endstadium ist aber meiner Meinung nach daheim nicht zu schaffen. Meine Mutter starb in einem Pflegeheim. Wo ich aber jeden Tag war. Weil ich das so wollte. Und so war es gut am Ende. Das Andere vergesse ich langsam. Ich habe es aber aufgeschrieben um immer zu wissen, dass ich richtig gehandelt habe.
Ihre Mutter wird nicht an dieser Krankheit sterben (die ich für die schlimmste der neurodegenerativen Erkrankungen halte) sondern mit dieser Krankheit. Der Preis für die Liebe und Fürsorge, die ich aus Ihren Zeile lese und die wahrscheinlich auf Gegenseitigkeit beruht, ist der Schmerz, den die Angehörigen ertragen müssen. Und der Tod bei dieser Krankheit ist leider ein Tod auf Raten.
Sie fühlen sich sehr verantwortlich für Ihre Eltern, wo bekommen Sie Hilfe? Putzfrau, Essen auf Rädern, ...
Alles Gute für Sie und Ihre Familie!

02.11.2019 | 14:49
sarahf

Liebe zwei

Ich hab ja auch schon an verschiedener Stelle im Forum geschrieben. Jutta60: das sind sehr gute Ratschlaege.

Meine Mutter ist derzeit wieder in der Psychiatrie. Sie probieren verschiedene Medikamente. Offenbar ist es nun nicht Morbus Binswanger, sondern LBD. Es steht noch nicht fest, vielleicht wird es auch nie festgestellt werden.

Meine Mutter hat auch krasse Wahnvorstellungen, die sich mit Dopamin noch verstaerkt haben (ich hatte da schon ca. 3 Mal erklaert dass die parkinsonartige Symptomatik wohl durch Risperdal ausgeloest wurde, der Neurologe hatte mir das bestaetigt ... dann kam ein anderer Arzt und bla bla bla). Wie dem auch sei: diese vorgetragenen Geschichten, die angeblichen Blutlachen im Haus und so weiter und so weiter, die unklare Zukunft, die Furcht vor dem Verlust der Mutter ... wer sollte da nicht Angst bekommen?

Ich will damit nur sagen: Ich verstehe Ihre Angst Barbara66. Ich hab fuer mich eine Loesung gefunden: ich bin selbst zum Arzt damit ich wieder schlafen kann und ruhiger werde. Bekomme ganz gering dosiert auch ein Medikament. Ich haette nie geglaubt dass ich jemals Psychopharmaka schlucke. Mann, bin ich froh dass es die gibt! Dazu viel Schlaf, kein Alkohol und Pilates. Das macht zwar die Situation nicht besser, hilft aber im Umgang damit.

Viele Gruesse!

02.11.2019 | 16:00
Barbara66

Hallo sarahf,
Wenn die Verdachts-Diagnose Lewykörper Demenz bei Deiner Mutter besteht,darf sie niemals mit Risperdal behandelt werden- dieses Mittel ist bei dieser Demenzform kontraindiziert.
Die Parkinsonsymptome verstärken sich bei diesem Medikament, entstehen aber ursprünglich durch die LBD,bei der die Dopaminproduktion gestört ist.
Dopaminmangel - Parkinson /Symptome
Wie hoch war die Dosierung des Levodopas bei Deiner Mutter?
Nimmt sie jetzt gar kein Levodopa?
Freue mich immer von Dir zu hören.
LG
Barbara

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 02.11.2019 um 16:02.]

02.11.2019 | 20:40
sarahf

Liebe Barbara

Sie bekommt jetzt nur noch Bisoprolol & Candesartan (Bluthochdruck) & Quetiapin, dies nachdem ich alle Aerzte genervt habe. An der Dosierung wird noch herumgestellt. Ich habe mehrfach den Beipackzettel von Risperdal rauf- und runterverlesen, bis ich endlich Erfolg hatte. Seufz. Erst dann wurde was veraendert.

Ich bekomme sehr gering dosiert Prazepam, und nach einer Weile werde ich was anderes bekommen. Zumindest mit meiner Medikation bin ich zufrieden. Ich hatte so schlimme Angstzustaende, dass ich um 03:00 aufwachte, morgens mit dem Hund spazierte und einfach nur noch furchtbare Angst hatte. Das hat sich Gott sei Dank gelegt. Demenz ist so furchtbar fuer die Betroffenen und die Angehoerigen.

Liebe Gruesse!

03.11.2019 | 01:02
Angehöriger

Hallo Barbara,

für mich liest sich sehr befremdlich, was Sie wiederholt hier schreiben. Daß Mensch traurig und niedergeschlagen etc. ist, wenn seine Eltern abbauen und sterben, dürfte wohl normal sein. Jedenfalls, wenn ein gutes Verhältnis bestanden hat. Aber daß Sie "Angst haben, den geliebten Menschen zu verlieren" deute ich als ein Problem, das SIE und Ihre Persönlichkeit betrifft und nichts zu tun hat mit dem Zustand Ihrer Mutter. Schließlich ist es der Welten Lauf, erwachsen zu werden, auf eigenen Beinen zu stehen und auch dann nicht um- oder auszufallen, wenn die Eltern abberufen werden. Das haben Abermillionen vor Ihnen schon durchgestanden; wenn Sie das nicht packen, stimmt 'was nicht. "Angst" gehört da nicht hin.

Ein Gegenrezept habe ich dazu aber auch nicht; aus der Beobachtung von vielen Menschen in meinem Umfeld, die erhebliche (psychische) Probleme haben (welche sie nicht beseitigt bekommen), ergibt sich leider, daß da oftmals auch nichts dran zu ändern zu sein scheint.

Ich kann Ihnen nur aus meiner Sicht schreiben, daß ICH allerspätestens beim Auftreten von dauerhaften Schlafstörungen und anderen von Ihnen geschilderten Schwierigkeiten für mich die Notbremse ziehen und gravierende Veränderungen für meine Lebensqualitätsverbesserung einleiten würde. Ich habe einfach zu viel Selbsterhaltungstrieb um mir so etwas wie Sie (oder Andydreas) anzutun.

Und wenn Sie schreiben, daß Sie zu häufig "explodieren" wegen Ihrer Mutter, heißt das für mich, daß Sie zu nah dran sind.

Konzentrieren Sie sich mal auf sich selber und Ihren eigenen Seelenzustand sowie das, was dem gut tun würde; vielleicht erkennen Sie dann Handlungspotential.

Selbiges gilt für Andydreas: aus meiner Sicht schieben Sie Ihre Mütter vor, um Ihre eigenen Baustellen weder sehen noch bearbeiten zu müssen.

03.11.2019 | 09:45
Andydreas

Guten Morgen,
lieber Angehöriger. Ich bitte darum, dass Sie meine Person aus Ihren Beiträgen raushalten. Das wir unterschiedlicher Auffassung im Bezug auf die Betreuung sind dürfte niemanden entgangen sein und Ihre Küchentischpsychologie brauche ich auch nicht. Vielleicht kann sich ja mal einer der Betreuer dieses Forum dazu äußern.
Danke

03.11.2019 | 13:39
Teuteburger

Ich bin hier kein entweder/oder Mensch, ich sehe eher beide Seiten und ich kenne auch die Gefühle von beiden Seiten.

Es geht in einer solchen Notlage, wie bei einer Demenz und den zur Verfügung stehenden körperlichen und geistigen Ressourcen, bei mir nie um Recht haben oder nicht Recht haben. Bei mir geht es um einen Mittelweg, den man gehen kann oder man entscheidet sich bewusst voll und ganz für eine Seite, die dann entweder gut gehen kann oder auch nicht gut gehen kann. Keiner kann sagen, was jetzt persönlich für einen am Stimmigsten ist, wenn man sich irgendwie arrangieren kann.

Ich kenne selbst die Ängste und das Hin- und Her gerissen sein, und durch meine äußeren Umstände, auch das nach mir selber schauen müssen, sonst funktioniert alles andere und die anderen Menschen, für die ich auch da sein muss, nicht mehr.
Somit ist jede Situation anders zu bewerten und das sollte auch so sein.

Und wenn es nicht mehr in Ordnung ist und das ist es bei starken, selbst zerstörenden Ängsten nicht mehr, das weiß ich aus eigener Erfahrung, dann ist es wichtig, sich helfen und beraten zu lassen. Hinter jeder Angst stecken tief empfundene Bedürfnisse, die man nicht einfach unter den Tisch kehren kann. Ich habe in einem Demenzzentrum eine gute und hilfreiche Beratung gefunden. Ich kann Entscheidungen bei dem Demenzkranken belassen, wenn er keine Hilfe annehmen will und anderes, dass muss dann sein. Es gibt hier leider kein dauerhaftes Wohlfühlen und keine Harmonie, aber trotzdem auch immer wieder schöne Momente, wenn auch immer seltener. Und es gibt eigene Grenzen, denn sonst kann man nicht mehr überleben. Das ist für mich auch am schwersten auszuhalten gewesen und ich habe lernen müssen, das zu akzeptieren. Und ja, es stimmt, es sind die eigenen Baustellen, die auch stark in das Thema Demenz mit einwirken, sowohl bei dem Erkrankten als auch bei dem Betreuenden. Denn all das, was man im Leben nicht mehr kann, das muss ein anderer auffangen können. Hier irgendwann, wegen eigener Bedürftigkeit, nein sagen zu müssen, das tut am wehesten, denn sonst müsste man nicht darüber diskutieren.
Ich finde zum Beispiel das richtig, was Sonnenblümchen zu ihrer Mutter gesagt hat. Sie versucht es bis zu dem Punkt, wo sie merkt, sie kann es nicht mehr und dann ist leider das Heim eine Hilfe, wenn die Mutter nicht vorher stirbt. Das ist hart, aber auch ehrlich.
Ich kann wie gesagt, beide Seiten verstehen und wer keinen Mittelweg gehen kann, der macht es so, wie er es jetzt für richtig hält. Auch das gilt es für mich zu akzeptieren und einzuordnen, auch wenn ich es selbst anders machen würde oder sogar auch anders machen muss.

Liebe Grüße

03.11.2019 | 15:02
Barbara66

Hallo Angehoeriger,
Ich habe schon viel in diesem Forum von Ihnen gelesen.
Vieles finde ich brauchbar und sinnvoll - das meiste allerdings ist reichlich unverschämt und unpassend.
Sie haben kein Recht ,hier über Menschen zu urteilen, die Sie überhaupt nicht kennen.
Jeder hat seine Lebensgeschichte und bestimmt hat auch jeder Baustellen- für meinen Geschmack haben Sie die meisten.
Die Wörter und Bedeutungen Empathie und Liebe scheinen Ihnen völlig fremd zu sein.
Aus diesem Grund möchte ich Sie bitten,Ihre beleidigenden Kommentare gegen mich und auch gegen viele andere hier zu unterlassen.
Von ihnen brauche ich ganz sicher keine Hilfe.
Barbara

03.11.2019 | 16:18
Angehöriger

Hallo Barbara,

wenn Sie mir unterstellen, Sie (und andere) beleidigt zu haben, nennen Sie bitte konkrete Beispiele. Es ist weder meine Absicht, jemanden zu beleidigen, noch sehe ich irgendeine von meinen Äußerungen als beleidigend an. Es sei denn, jemand kann nicht damit umgehen, daß es auch andere Sichtweisen als seine/ihre gibt und fühlt sich angegriffen dadurch, daß ihm/ihr widersprochen wird. Dann beleidige ich in der Tat sehr häufig.

Ob mir Empathie fehlt, wie Sie schreiben, weiß ich nicht. Einen Orden für besondere Empathiefähigkeit werde ich aber sicher niemals bekommen. Fakt ist, daß ich versuche, lösungsorientiert vorzugehen und auch andere dazu anzuregen, eine Lösung für ihre Probleme zu finden, statt mich/sich von schädlichen Emotionen unterkriegen zu lassen.

Und wenn Sie mir vorwerfen, ich wüßte nicht, was Liebe ist, dann frage ich Sie: meinen Sie, das was Sie sich antun, ist ein Zeichen von Liebe (zu sich selbst)??


Hallo Andydreas,

Gobis hatte Ihnen schon mal ein paar treffende Worte geschrieben, nämlich daß es bei diesem Forum um Meinungs- und Erfahrungsaustausch geht und darum, sich selbst sowie anderen zu helfen. Sie scheinen sich schnell angegriffen zu fühlen und reagieren emotional statt sachlich. Auch für Sie gilt die Bitte: wenn Sie mir sachlich etwas zu erwidern haben, tun Sie dies bitte.
Wie Sie ja schon selber geschrieben haben, halten Sie sich für einen Sonderling und es für möglich, sich langfristig selber zu schaden mit Ihrem Programm für Ihre Mutter. Da ist es doch mehr als berechtigt, darauf hinzuweisen, daß dies nicht unbedingt nachahmenswert ist, oder?
Mir jedenfalls geht es auf jeden Fall darum, von anderen positive und negative Beispiele zu erhalten für meinen eigenen Weg, den ich zu gehen habe. So kann ich abwägen, was ich nachahmen möchte und was oder wen nicht. Zu letzteren zählen Sie; das ist aber KEINE Beleidigung und auch keine Wertung, sondern lediglich die Feststellung, daß Ihr Weg nicht meiner ist.

Aus meiner Sicht veranstalten wir das ganze hier, um die Umstände für unsere Demenzbetroffenen nicht schlechter als unumgänglich zu gestalten UND dabei so wenig wie möglich Schaden für unsere eigenen Leben zu nehmen. Demenz ist nun mal fürchterlich, für die Betroffenen wie für die Nahestehenden. Es ist aber niemandem geholfen, wenn sich die Nahestehenden durch die unvermeidbaren Mißstände der Betroffenen herabziehen lassen oder gar zusätzlich selber schädigen. Da Sie ja aber selber schreiben, sich mit Ihrem Verhalten möglicherwiese selber zu schaden, muß es doch erlaubt sein, darauf warnend hinzuweisen und von einer Nachahmung abzuraten.

Was Sie mir vermutlich geringschätzig als "Küchentischpsychologie" unterstellen, ist inhaltlich insofern zutreffend, daß ich mir "nur" als Laie meine Gedanken mache. Aber damit tue ich schon mehr als ein Großteil der Bevölkerung und so manchem/r würde es ebenfalls gut tun, sich selber Gedanken zu machen und nach den Ergebnissen zu handeln.

Vielleicht kennen Sie die meist negativ konnotierte Bemerkung "Wenn jede(r) an sich selbst denkt, ist an alle gedacht" (und somit ist dann auch für alle gesorgt). Davon sollten sich einige hier mal ein Scheibchen abschneiden und auf sich selber anwenden, zum ihrem eigenen Besten. Denn nur, wer selbst in Ordnung ist, kann auch angemessen für andere sorgen. Das kennt man z. B. auch vom Fliegen: bei den Sicherheitsunterweisungen vor dem Start wird man darauf hingewiesen, bei einem Druckabfall in der Kabine zuerst sich SELBER die Atemmaske überzuziehen und erst danach den anderen zu helfen. Das ist das Gegenteil von Egoismus; es ist schalu, dafür zu sorgen, daß man selber einsatzbereit bleibt und darüberhinaus so Gott will auch noch für andere da sein kann.

Wie Teuteburger oben geschrieben hat: einen geeigneten Mittelweg finden, wo man selber mit klarkommt und auch noch die anderen Aufgaben wie Partner, Kinder, Erwerbstätigkeit usw. bewältigt.



[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 03.11.2019 um 16:42.]



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