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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Zwei pflegebedürftige Menschen
27.10.2019 | 07:00
Angehöriger

Guten Morgen Rosina,

da sind Sie in einer mehr als schwierigen Lage!

Zunächst einmal sollten Sie sich klar machen, daß es unmöglich ist, daß Sie alleine all die immer größer werdenden Defizite Ihrer Eltern werden kompensieren können. Also achten Sie darauf, daß Sie nur so viel leisten, wie Sie freiwllig geben können und daß Sie sich damit noch wohlfühlen, aber nicht überfordern (lassen).

Dann klären Sie, wer Sie noch unterstützen kann, z. B. ein Pflegedienst. Oder Angehörige oder Nachbarn oder anderweitige Profis oder .....

Und ziehen Sie statt einer Heimunterbringung zunächst einmal eine 24h-Kraft in Erwägung. Wird auch keine Zustimmung Ihrer Eltern erfahren, aber es geht eben nicht alles nach Wunsch, schon gar nicht, wenn die Eltern selbst nichts in die Wege geleitet haben.

Sie haben zwar nichts über Ihre finanzielle Situation geschrieben, sollten aber davon ausgehen, daß Sie zum Teil zu den Heimkosten beitragen müssen. Bei zwei Personen sind da schnell 6 - 8.000 Euro im Monat weg und nur vielleicht die Hälfte durch Pflegeversicherung etc. gedeckt. Wenn die Eltern sehr üppige Renten/Pensionen haben oder entsprechendes LIQUIDES Vermögen, dann mag das funktionieren. Ansonsten haben Sie auch noch ein finanzielles Problem.

Sind Ihre Eltern Immobilieneigentümer, benötigen Sie auch noch eine notarielle Vollmacht, um zu gegebener Zeit die Immobilie(n) verkaufen zu können, sei es, um Liquidität zu generieren oder um eine nicht mehr benötigte Immobilie sowie die von ihr verursachten Kosten loszuwerden.

Keine einfache Aufgabe, aber falls es Ihnen hilft: vielen anderen geht es nicht besser als Ihnen. Halten Sie durch und teilen Sie Ihre Kräfte ein :-) !

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 27.10.2019 um 07:02.]

27.10.2019 | 08:23
jochengust

Hallo Rosina,

zunächst die Frage: verfügen Sie über eine Generalvollmacht bzw. die rechtliche Betreuung in den entsprechenden Angelegenheiten?

Der zu zahlende Eigenanteil bei Pflegeheimkosten fällt sehr unterschiedlich aus (regional). Im Bundesdurchschnitt ca. 1900 Euro (2018). Reichen Einkommen und Vermögen nicht aus, gibt es weitere Möglichkeiten der Finanzierung ("Hilfe zur Pflege"): https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-im-heim/kosten-im-pflegeheim-wofuer-sie-zahlen-muessen-und-wofuer-die-pflegekasse-13906

Haben Sie dazu Fragen, helfen Ihnen die Kolleginnen in diesem Forum sicher gerne weiter: https://www.wegweiser-demenz.de/weblog-und-forum/rat-im-internetforum.html?tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_topic&tx_mmforum_pi1%5Bfid%5D=6&tx_mmforum_pi1%5Bclass%5D=internal-link

Grundsätzlich können Sie ohne akute Gefährdungslage nichts erzwingen. Gegebenfalls, können Sie bei Gericht auch das Einsetzen eines Betreuers anregen, um die Verantwortung in diesem Bereich auf mehr Schultern zu verteilen. Eine Angehörigengruppe vor Ort, z.B. bei einer regionalen Alzheimer Gesellschaft kann Sie darin unterstützen, sich selbst zu positionieren. Über die vor Ort möglichen Unterstützungsangebote - z.B. auch Ehrenamtlichendienste, informiert Sie auch der örtliche Pflegestützpunkt.

Wenn eine Demenz die Ursache für das Verhalten Ihrer Mutter ist, können Sie auch einmal anhand einer Checkliste schauen, ob etwas dabei ist was Ihrer Mutter weiterhilft sich im Alltag zu orientieren: https://www.wegweiser-demenz.de/fileadmin/de.wegweiser-demenz/content.de/downloads/06_im_krankenhaus/ChecklisteWohnenmitDemenz.pdf oder http://www.vitanet.de/f/54158/alte_struktur/downloads/pdfs/Checkliste_Wohnraumanpassung_Demenz.pdf . Dies trägt auch zur Sicherheit im eigenen Wohnumfeld bei.

Den "Tablettendienst" (Sie meinen einen Pflegedienst?) akzeptiert Ihre Frau Mutter?

Es grüßt Sie

Jochen Gust

27.10.2019 | 09:36
hanne63

Guten Mogen Rosina,
ich habe ebenfalls 2 wegen Demenz pflegebedürftige Eltern, die sich nicht helfen lassen wollen, wollten....

Das ist allein nicht zu schaffen!

Mutter ist inzwischen in einer beschützten Demenzstation im Heim...die Kosten, die wir aus eigener Tasche dazu zahlen müssen liegen bei 2150 .-!! Nur in den sog. neuen Bundesländern sind die Kosten geringer....in anderen Bundesländern sogar noch höher!! Es kommt also auch darauf an, wo die Eltern untergebracht werden sollen.

Ich habe schließlich einen rechtlichen Berufsbetreuer vom Gericht einsetzen lassen, weil ich gar nicht mehr weiterkam....das kostet natürlich zusätzlich und selbst hat man dann je nach Aufgabengebiet, die dem Betreuer zugewiesen worden sein, wenig bis kein Mitspracherecht und Informationsrecht mehr.....auch das gilt es zu bedenken und damit muß man auch zurecht kommen können....

Aber nur so ist es gelungen, dass die Eltern stufenweise Hilfe angenommen habe....zuerst den Medikamentendienst, der täglich am Morgen vorbeikam und vom Hausarzt veordnet wurde.

Dann vom Pflegdienst eine hauswirtschaftliche Hilfe 2 x in der Woche für 2 Stunden...

ein Nachbar kümmert sich auch.....

So ging es etwa noch 1 Jahr für die Mutter, bis sie ins Heim mußte.....

Bei dem Vater sind es dann ca fast 2 Jahre, wo er noch zu Hause bleiben konnte...da steht jetzt die Heimunterbringung an.....

Gegen den Willen der Eltern kann nichts (!!) unternommen werden....auch bei der Heimunterbringung gegen den Willen ist bei meinen Eltern jeweils ein richterlicher Beschluß notwenig gewesen (mit vorheriger Begutachtung).

Bitte passen Sie gut auf sich selbst auf......denn obwohl ich nicht vor Ort wohne und somit nicht direkt eingebunden bin, belasteten mich die ganze Umstände sehr....sehr....sehr.

Kräfte einteilen....ist ein sehr guter Rat von Angehörigen........denn es wird immer schlimmer noch kommen....

Alles Gute und liebe Grüße

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 27.10.2019 um 09:37.]

27.10.2019 | 19:52
hanne63

Hallo Rosina,
wenn Ihre Eltern wenig Rente beziehen und praktisch kein Vermögen vorhanden ist....und auch Sie selbst nur Einkünfte unterhalb des anzurechnenden Freibetrages beziehen.....dann könnte gut sein, dass Sozialleistungen bzgl. Übernahme Heimkosten etc greifen....

falls bereits Pflegegrade festgestellt sind.....könnte Ihnen auch da schon gewisse finanzielle Unterstützung zustehen....

In Bayern (und nur da) gibt es relativ unkompliziert außerdem 1000.- Pflegegeld jährlich , sofern ein Pflegegrad festgestellt ist.

Am besten lassen Sie sich erst einmal über alles beraten bei einem Pflegestützpunkt, Diakonie etc.....

Dann wissen Sie zumindest etwas besser, woran Sie sind.

Viele Grüße

28.10.2019 | 08:05
hanne63

Guten Morgen Rosina,
für mich war hilfreich, dass ich auch den sog. sozialpsychiatrischen Dienst eingeschalten habe. Ich konnte die Lage dort besprechen und der Dienst hat auch mehrfach bei meinen Eltern Besuche, teilweise mit Amtsarzt gemacht, um die Lage einzuschätzen......dieser Dienst ist meist bei den Landratsämtern/Gesundheitsämtern angesiedelt.
Ich habe lange die Krankheit Demenz/Alzheimer nicht verstanden....
Ein Angehörigenseminar für Angehörige von Demenzerkrankten (kostenfrei, bezahlt die Pflegekasse, 10x2 Stunden) hat mir die Augen geöffnet und ich habe viel hilfreiches gelernt und erfahren.

Es ist schwer auszuhalten.....auch das ewige "Nicht-Wollen"......
Letztlich hilft es oft nur...sich die Lage weiter zuspitzen lassen...

01.11.2019 | 11:35
sarahf

Guten Morgen,

Ich habe auch schon oft im Forum geschrieben und gelesen. Es ist wirklich gut zu wissen, dass man nicht allein ist. Ich habe einige gute Freundinnen, die dann wiederum Bekannte haben, die aehnliche Probleme haben und dann z.B. einen Sozialdienst empfehlen koennen oder eine bestimmte Person bei z.B. Caritas, oder mit ins Krankenhaus/Pflegeheim kommen. Mein Mann ist leider sehr mit der Situation ueberfordert, gibt aber unter Anleitung sein Bestes :) Nutzen Sie, was Sie haben an Kontakten und scheuen Sie sich nicht, Hilfe anzunehmen! Nerven Sie die Sozialdienste und Aerzte wenn es sein muss. Das musste ich erst muehsam lernen.

Ich war immer der Meinung, ich schaffe es allein und muss immer schoen geduldig bleiben. Wenigstens etwas gelernt davon!

Viel Kraft weiterhin!

02.11.2019 | 01:49
Rosina

Hallo,Sarahf,ich danke dir für deine Antwort.Leider ist es wirklich so, dass ich meinen Freundinnen und auch Kindern von meinen Problemen erzähle,weil jeden Tag etwas anderes passiert oder ich mich über das Verhalten meiner Eltern ärgere.Leider merke ich aber auch,dass meine Bekannten dies nicht mehr hören können,sie sind alle weit weg,alle sagen ,du kannst das nicht leisten,suche dir etwas zum Ablenken.Ja,das ist alles richtig,ich versuche es ja auch,aber manchmal ist die Situation noch viel schlimmer ,als ich denke und sage.Seit ein paar Tagen denkt meine Mutter,dass jemand ihr Geld wegnimmt,es fehlen ständig Beträge, die angeblich in ihrem Portmonee waren und ich habe das Gefühl,dass sie mich verdächtigt,Es fehlen ständig Sachen,sie haben eine Kamera anbringen lassen,jetzt sagt mein Vater,nur ich wäre im Haus gewesen.Wenn ich sage,verdächtigt ihr etwa mich,sagen sie zwar nein,nein,wie kannst du nur so etwas denken. Ich kann gar nicht alles schreiben,was da passiert,es ist wie in einem schlechten Film.Obwohl ich so viel mache,sagt meine Mutter zur Nachbarin,ich würde ihr doch nicht helfen.Ich habe vorgeschlagen Essen auf Rädern auch für Samstag und Sonntag zu bestellen,aber das geht nicht,sie wollen selber kochen,Problem ist,sie können es gar nicht mehr.Sie erwarten eigentlich,dass ich jeden Sonnabend und Sonntag für sie koche,ich möchte dies nicht,aber da sie nichts zu essen haben,mache ich es nun doch.Sie sagen immer lass mich nicht im Stich.Ich weiß nicht,ob ich keine gute Tochter bin,müsste ich das leisten?Heute war wieder die Krankenkassenkarte weg.Nun muss ich wieder suchen.Aber es ist ja nicht so schlimm,man kann ja eine Neue machen lassen.Und so ist es jetzt jeden Tag,ich weiß auch,dass mir niemand wirklich helfen kann.Aber heute ist wieder so ein Tag,wo ich mir alles von der Seele schreiben muss.Ich kann nicht schlafen,vielleicht wird morgen ein besserer Tag. Danke für deine Antwort

02.11.2019 | 05:16
Angehöriger

Doch, Rosina,
es gibt jemanden, der/die Ihnen helfen kann: Sie selber!

Indem Sie Ihren Verstand gebrauchen und abwägen, was Sie selber tun oder lassen und was Sie zu delegieren versuchen. Und danach handeln bzw. es lassen!!!

Sie sind keine schlechte Tochter, wenn Sie nicht täglich für Ihre Eltern kochen. Dafür gibt es z. B. Essen auf Rädern und wenn Ihe Eltern permanent alles ablehnen außer dem, was Sie tun (sollen), sind es eher schlechte Eltern. Jedenfalls solange da noch so etwas wie ein Begreifen ihrerseits stattfindet. Und selbst wenn das weg ist, gilt immer noch: wer nicht rechtzeitig die Weichen in die richtige Richtung seines Altwerdens gestellt hat, trägt erhebliche Mitschuld an der Situation!

Ich will Ihnen ein Beispiel geben: für gestern (Allerheiligen) hatte ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich meine Mutter zur Messe bekommen könnte, wo sie gerne hingeht (was sie mir vorab auch telefonisch bestätigte). Mit viel Überredungskunst habe ich schließlich eine Nachbarin dazu bewegt bekommen, sie mit hinzunehmen, obwohl sie (die Nachbarin) das eigentlich nicht wollte. Als ich später telefonisch nachfragte, hieß es, meine Mutter habe dankend abgelehnt, weil ihr nicht danach gewesen sei. Stattdessen wollte sie, daß ich bei ihr vorbeikomme. So geht das grundsätzlich. Sie ist total auf mich fixiert und würde wie ein Säugling am liebsten vierundzwanzig Stunden täglich mich um sich rum haben, was natürlich unvereinbar ist mit einem eigenen Leben von mir.

02.11.2019 | 09:15
sarahf

Guten Morgen Rosina,

Ich muss mich dem anschliessen, was "Angehoeriger" geschrieben hat. Sie schreiben von Schlafstoerungen. Auch die hatte ich ewig und bin nicht zum Arzt gekommen, weil sich alles um meine Mutter drehte. Habe dann beruhigende und schlaffoerdernde Mittel bekommen, die gut helfen und mit mehr Schlaf hat man auch wieder einen klareren Kopf.

Fuer jeden hier im Forum ist die Lage anders schwierig. Aus der Reihe bekloppte Tipps habe ich zu bieten: 1) Einmischen von Nachbarn/Bekannten (ihre Mutter ist nicht krank, Polizeianruf als sie eingewiesen werden musste!); 2) Schon mal an einen anderen Arzt/Heim gedacht (nein, noch nie, der Artztmarathon am Anfgang war fantastisch, jede einzelne unklare Diagnose hab ich genossen ... grrrrrrr); 3) du musst auch an dich denken (klar, nachdem ich Stunden zu meiner Mutter geflogen bin mache ich noch schnell ein Wellnesswochenende mit meiner Familie, und wenn meine Mutter mal wieder denkt dass sie vergast wird, dann zucke ich mit den Schultern und lese weiter mein Buch .... grrrr).

Also, wenn niemand in ihrer Familie Ihnen hilft, dann klappern Sie bitte die lokalen Organisationen selbst ab. Ich weiss nicht wo Sie wohnen, vielleicht gibt es da Selbsthilfegruppen? Was Sie beschreiben ist ja nicht so selten.

Viel Kraft!!

06.11.2019 | 20:03
Angehöriger

Guten Abend Rosina,

schön, daß Sie das so sehen - manche anderen sind da ganz anderer Meinung :-).

Ich schreibe Ihnen einfach, was mir geholfen hat; vielleicht können Sie daraus Nutzen für sich und Ihre Eltern ziehen:

Ein dickeres Fell bekommen in dem Sinne, daß Sie sich nicht mehr alles so zu Herzen nehmen, ist schon mal sehr gut. Verstehen müssen Sie die Krankheit gar nicht; es genügt, wenn Sie wissen, wie Sie es schaffen, eine Hilfe und eine Bereicherung für Ihre Eltern darzustellen und dabei trotzdem selber bei guter Gesundheit zu bleiben.

"Zu viel " nachdenken können Sie eigentlich nicht; versuchen Sie aber, KONSTRUKTIV, also lösungsorientiert zu denken. Nicht verzweifeln, nicht hadern, sondern darüber nachdenken, wie Sie die Situation für sich und die Eltern VERBESSERN. Und wenn Sie genug gedacht haben, dann sagen Sie sich ganz bewußt und entschieden "Schluß für heute" und machen etwas, was Ihnen gut tut. Disziplin ist wichtig!

Dabei muß man bescheiden sein. Die Eltern werden nicht mehr wie neu und je eher Sie akzeptiert bekommen, daß es ist, wie es ist, und nur noch schlechter wird, um so besser wird es Ihnen damit gehen.

Achten Sie darauf, daß Sie selbst nicht mehr als unvermeidlich in das "Chaos" hineingezogen werden, so daß Sie sich innerlich genügend (emotionalen) Abstand bewahren, um immer noch gelassen, freundlich und deeskalierend Ihren Eltern gegenübertreten zu können. Im Idealfall haben Sie immer noch ein echtes Lächeln für Ihre Eltern auf den Lippen und können freundlich und humorvoll mit ihnen umgehen. Das hilft meiner Meinung nach tausend mal mehr, selbst wenn Sie nur relativ wenig Zeit vor Ort verbringen, als wenn Sie ständig bei ihnen sind und das aber zu Tode genervt, wodurch zwangsläufig Konflikte entstehen. Rational verstehen die Eltern Sie nicht mehr, wohl aber merken Sie, wenn Sie entspannt, fröhlich und freundlich sind. Das sollte auch auf die Eltern abfärben (wie Sie umgekehrt die Situation erschweren würden mit Genervtheit, Angespanntsein, Zeitdruck usw.).

Mir scheint das ziemlich dramatisch bei Ihnen zu sein bei gleich zwei schwierigen Personen, die sich gegenseitig in ihrem Wahn verstärken; um so wichtiger ist es, daß Sie als einzig normal Funktionierende die nötige Gelassenheit aufgebracht bekommen. Muten Sie sich also immer nur solche Portionen an Anwesenheit und Belastung zu, die Ihnen im notwendigen Maß erholsamen Schlaf und Ablenkung und Gelassenheit ermöglichen.

Denn Ihre Beobachtung "Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen,am nächsten Tag war meine Mutter wohl auf ,als wäre nichts gewesen." habe ich auch schon gemacht und das zeigt doch sehr deutlich, daß wir, egal wie sehr wir uns einsetzen, nicht mehr bewirkt bekommen bei den Dementen als wenn wir es entspannter und dafür erholter angehen.

Ich bin höchstens einmal pro Woche und dann auch nur für vielleicht zwei Stunden bei meiner Mutter, dafür aber dann tiefenentspannt, umgänglich, fröhlich, konfliktvermeidend. So ist es für sie immer eine Bereicherung, wenn ich sie besuche. Den Rest mache ich über's Telefon und versuche zu delegieren, was geht. Es gibt schließlich noch andere Menschen auf dieser Welt, die sich zum Teil sogar gerne im sozialen Berufsfeld betätigen und daher ganz gut geeignet sind für die anstehenden Aufgaben. Meine Aufgaben sind andere und solange man das den jeweiligen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend aufgeteilt bekommt, ist es das beste für alle Beteiligten.

Wie Sie zum Schluß schreiben:"Heute ist Sonntag, Zeit abzuschalten" ist genau der richtige Ansatz! Achten Sie auf Ihr Wohlergehen, damit tun Sie das Beste für Ihre Eltern!!



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