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Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte"

Bild: Ratgeberforum "Kommunikation und Konflikte" Im Laufe einer Demenz ändern sich Kommunikationsfähigkeit und Verhaltensweisen. Das ist für alle Beteiligten oft belastend. Der Wegweiser Demenz hat zwei Experten auf diesem Gebiet als Moderatoren für das Internetforum gewonnen: Jochen Gust hat als Altenpfleger Menschen mit Demenz betreut. Heute schult er unter anderem Klinikpersonal im Umgang mit Demenzkranken, berät Angehörige und schreibt Bücher. Dr. Svenja Sachweh bietet Kommunikationstrainings für Pflegepersonen an und ist Autorin diverser Lehr- und Ratgeberbücher zur Verständigung mit Demenzkranken.

Autor Dementer Vater hat keine Stimme
04.11.2019 | 16:48
LauraPatricia

Hallo!

Mein 88-Jähriger sehr dementer Vater hat ca. rund 1 Monat im Frühjahr einen starken Demenzschub gehabt, der ihn bettlägerig (sehr müde und schwach) gemacht hat, er nicht gegessen und getrunken hat und ihn verstummen hat lassen (er konnte höchstens eine kurze Antwort hauchen/flüstern ohne Stimme).

Danach ging es ihm plötzlich viel besser und er hat wieder gesprochen (teilweise undeutlich, aber doch).

Nun war er Ende des Sommers aufgrund eines Sturzes und höchstwahrscheinlich eines Schlaganfalls im Spital und seitdem hat sich sein körperlicher Zustand sehr verschlechtert und er spricht auch nicht mehr wie im Frühjahr (auf ein „hab dich lieb“ haucht er „ich dich auch“, sonst erhält man keine Antwort).

Woran liegt diese Stimmlosigkeit?

Ich bedanke mich bereits jetzt für Ihre Antwort und verbleibe

mit herzlichen Grüßen

Laura

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.11.2019 um 16:49.]

05.11.2019 | 00:03
hanne63

Hallo,
ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung mit meiner Mutter berichten...sie hat Schluckstörungen und damit geht auch ab und zu eine schwache Stimme einher...
...dann gab es auch einmal ein Phase im Heim jetzt, wohl aufgrund von Nebenwirkungen Medikamente....wo sie nur noch ganz schwer reden konnte.. also es war eine sehr leise Stimme und auch beim Artikulieren hatte sie große Schwierigkeiten....
dann wurden die Medikamten wohl geändert..und jetzt kann sie wieder halbwegs normal sprechen...
(ich kann nichts über die Medikamentation sagen, weil ich selbst nicht die rechtliche Betreuung habe und deshalb keine Infos bekomme). Aber vielleicht hilft Ihnen das schon einmal etwas weiter....

05.11.2019 | 09:13
svenjasachweh

Hallo LauraPatricia,
es ist tatsächlich möglich, dass der Schlaganfall Ihrem Vater entweder die Stimme, oder sogar die Sprache genommen hat.
Manche Betroffene leiden nach einem Schlag etwa an einer Dysarthrie, d.h. ihre Aussprache wird verwaschen, nuschelig, mühevoll, weil das angeschlagene Gehirn es nicht mehr schafft, die "Sprechwerkzeuge" im Mund (also Lippen, Zunge, etc.) wie gehabt und lebenslang trainiert zu koordinieren. Bei dieser reinen Sprechstörung könnte u.U. die Hilfe eines Logopäden nötig sein, um wieder verständlicher sprechen zu können.
Wenn er auch keine Wörter mehr selber findet oder nicht mehr erinnert, wie man verstehbare Sätze (zumal grammatisch korrekt) zu bilden, leidet er wohl an der schwerwiegerenden Sprachstörung Aphasie. Auch in diesem Fall könnte eine Therapie bei einem Logopäden in gewissem Maße (aber in der Regel selten bis zur vollständigen Wiederherstellung der Sprachfähigkeit) helfen.

Freundliche Grüße
S. Sachweh



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