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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Badewannenumbau
05.11.2019 | 22:40
Barbara66

Hallo Sonnenbluemchen,
Wir haben für meine Mutter seit letzten November einen Badewannenlifter.
Hast Du über so was schon nachgedacht?.
Oder habt ihr gar keine Badewanne im Bad?
Habe ich Dich falsch verstanden?
Wird auf Rezept verordnet und vom Sanitaetshaus geliefert.
Funktioniert prima
LG
Barbara

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.11.2019 um 22:41.]

06.11.2019 | 12:24
klauspawletko

Hallo Sonnenblümchen,
ich würde Ihnen auch eher zu einer begehbaren Dusche mit einem stabilen (Klapp)-Sitz - und entsprechenden Haltegriffen! raten. Hier hat man die Optionen sowohl im Sitzen als auch im Stehen duschen zu können.
Ein Vollbad ist bei der Wanne mit Tür insofern nicht unproblematisch, weil es eine Weile dauert, bis die Wanne vollgelaufen ist. das könnte zu Unruhe und/oder Frieren führen.
Flexibler ist aus meiner Sicht daher die begehbare Dusche.
beste Grüße von
Klaus-W. Pawletko

06.11.2019 | 18:50
hanne63

Hallo Sonnenblümchen,
kann sein, dass der Umbau sich lohnt...kann sein, dass er sich nicht lohnt....weil die Demenz wieder alles überholt ;-)

Bei meinen Eltern wurde für meine Mutter die Dusche komplett umgebaut, mit Klappsitz, Haltegriffen, ebenem Einstieg etc.......allerdings hat sie die Dusche nicht benutzt, weil sie überzeugt war, dort beobachtet zu werden...also war das Ganze ziemlich für die Katz....obwohl zuvor meine Mutter den Umbau vehement einforderte.....(.mein Vater hat eine eigene Duschmöglichkeit, so dass die ganzen Arbeiten und Kosten und Aufregungen wirklich umsonst waren....zumal die Eltern auch Beantragung von Zuschüssen ablehnten, also alles selbst zahlten.)

wie man es auch macht...kann es eben falsch sein..... try and error :-)


07.11.2019 | 13:31
Wissenssucherin

Hallo Sonnenblümchen,

was meinst du mit "den durch das Haus schiebt" in Bezug auf den Badelifter? Da weiß ich nicht ganz was du meinst? Welche Art von Lift hast du da im Kopf?

Ich kann berichten, dass wir auch eine Art Badelift für die ältere meiner Damen im Einsatz haben. Das ist vom Prinzip her eine Sitzfläche (mit Saugnäpfen darunter) mit Rückenlehne, die im Ruhemodus auch umgeklappt auf der Fläche liegt und einer Fernbedienung.
Das ganze Ding lässt sich von einer Person gut heben und liegt bei Nichtgebrauch auf einem Hocker neben der Badewanne.

Bei Gebrauch wird er in der Badewanne angebracht, wir lassen das Wasser einlaufen und via Fernbedienung klappt sich der Stuhl auf und "fährt nach oben". Dann, wenn die Dame sitzt, kann man ihn stufenlos nach unten lassen, bzw auch die Lehne - bei Bedarf - nach hinten geben. Oder eben auch nicht. Funktioniert erstaunlich gut. Schwierig ist allein der Einstieg in die Wanne, da diese sehr hoch ist und die Uroma Ende 90 und ziemlich klein - aber unsere Dame beharrt auf ihrer Wanne, Dusche käme sowieso nie in die Tüte. Da kämpft sie sich lieber über die Wanne. Und schaffts tatsächlich noch. ;)

Den Lift haben wir übrigens vom örtlichen Sozialmedizinischen Betreuungsring ausgeliehen und kostet 45 Euro im Jahr. Vielleicht besteht auch bei dir die Möglichkeit, so ein Ding auszuleihen und zu probieren, bevor du das Bad umbaust?

Liebe Grüße

Wissenssucherin



[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 07.11.2019 um 13:33.]

07.11.2019 | 17:52
Wissenssucherin

Hallo Sonnenblümchen,

ich glaub nicht, dass du übertreibst, du machst dir einfach Gedanken, und das ist gut so. Der Demenzdschungel sieht einfach für jeden anders aus, und vielleicht ist das für euch der richtige Weg hindurch.

Du überlegst ja hin und her, welche Option die richtige Lösung (Wanne/Dusche, etc... ) sein kann. Da ich in meiner Familie leider schon viel Erfahrung mit pflegebedürftigen Menschen (nicht nur zwecks Demenz und leider auch nicht nur ältere Semester) gesammelt habe, gehe ich eigentlich mit Herrn Pawletko konform, dass über kurz oder lang eine begeh/fahrbare barierrefreie Dusche ohne Tasse (rutschfeste Fliesen, o.Ä. wahrscheinlich die absolut vernünftigste Variante im Falle eines Umbaues wäre. Ich denke da an ein Familienmitglied, dessen Bedürfnisse sich innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne ständig veränderten, wo dies schließlich für beide (und vor allem für die Pflegeperson am leichtesten körperlich zu stemmende) die schonendste und praktiabelste Lösung war.
Allerdings erlebe ich eben zur Zeit meine Dame, die sich mit Händen und Füßen gegen alles wehr was sie nicht kennt - sprich andere Wanne, bzw. Dusche. Abe rimmerhin mobilisiert sie für diesen wöchentlichen Wannengang alle ihre Kräfte - und genießt ihn dann auch nach Strich und Faden.

Wer weiß, vielleicht kannst du tatsächlich mal einen Lift - in welcher Variante auch immer - testen? Wenn die Möglichkeit bestünde könntest du mal in aller Ruhe ausloten - und bei Bedarf immer noch umbauen.

Ich hoffe, du findest etwas, dass dir und deiner Mama das Badeleben erleichtert.

Liebe Grüße

10.11.2019 | 08:34
martinhamborg

Hallo Sonnenblümchen, auch ich möchte noch ein paar Gedanken beisteuern: Gut, dass Sie die Diskussion angestoßen haben, bei der großen Umbaumahme sollten wirklich alle Aspekte berücksichtigt werden.
Am besten ist wahrscheinlich eine persönliche Beratung, z.B. durch den ambulanten Dienst im Rahmen der regelmäßigen Beratungsbesuche, bei der MDK Begutachtung des Pflegegrades oder direkt durch ein Sanitätshaus, die auch manchmal Hilfsmittel verleihen.

Hilfreich ist dabei die Beachtung der kurz- und langfristigen Perspektive, Fragen der Sicherheit für alle Beteiligten, die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen und die Frage, wie die Selbständigkeit noch so lange wie möglich durch das Hilfsmittel erhalten bleiben kann.
Ein weiterer Aspekt ist die Wirkung auf die Gesundheit, so kann ein Wannenbad bei Schmerzen und Wohlfühlqualität Pluspunkte bekommen, eine Dusche mit Sitz und genau angepassten Haltegriffen ist vom Hilfebedarf her oft praktischer und bei Problemen mit der Inkontinenz hygienischer, allerdings besteht das Risiko sich zu verbrühen.
Hypermoderne Badewannen werden in Heimen auch von Menschen mit Demenz angenommen, aber eigentlich nur mit vertrauter persönlicher Unterstützung.
Je früher sich ein Mensch mit Demenz an einen Lifter gewöhnt, umso sicherer und rückenschonender wird die Pflege dann auch an anderen Orten sein.
Soweit noch einige Gedanken für Ihre Abwägung...
Ihr Martin Hamborg



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